Heizöl – US-amerikanische Benzinpreise sorgen für Aufwärtsdruck

14.09.23 • 12:05 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Zum Handelsstart stiegen die Heizölpreise auf neue Halbjahreshöchstwerte. Zwar üben die neusten Ölbestandsdaten aus den USA Abwärtsdruck aus, allerdings stemmen sich die Inflationsängste mehr als erfolgreich dagegen, nicht zuletzt, weil eine effektive Maßnahme der USA Exportbeschränkungen wären. Dazu gesellen sich Markteinschätzungen, welche mit einer steigenden Nachfrage bei global kritischen Ölbeständen und langfristig künstlich reduzierten Förderquoten rechnen.

Während die Rohölsorten Brent und WTI bei 92 bzw. 89 Dollar pro Fass und der Euro bei 1,074 Dollar stagnieren, kämpfte sich ICE Gasoil wieder auf 998 Dollar pro Tonne und steht damit erneut kurz vor dem Durchbruch der psychologisch wichtigen 1.000 Dollar Marke. Im Verhältnis zu gestern Vormittag konnte Gasöl damit 20 Dollar an Wert zu legen und treibt damit die heutigen Heizölpreise an. Aktuell fehlen allerdings Richtungsimpulse, so dass die Preise vorerst stabil bleiben sollten.

Der gestern Nachmittag veröffentlichte Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) hat einen deutlich preisdrückenden Effekt. Zum ersten Mal seit Wochen und entgegen den Markterwartungen stiegen sowohl die Rohöl- als auch Produktbestände deutlich. Auf der anderen Seite sanken sowohl die Nachfrage für Benzin im Land, zusammen mit dem gestrigen Bericht über die gestiegene Inflation in den USA ein schlechtes Zeichen für die Wirtschaft und die Rohölexporte gingen ebenfalls zurück.

Die US-amerikanische Regierung hat deshalb das Gespräch mit den dort ansässigen Ölproduzenten und Raffinerien gesucht. Ziel ist es Maßnahmen zu finden, welche die aktuell durch den massiven Energiepreisanstieg getriebene Inflation einzufangen. Die USA wollen nicht, dass die hohen Energiepreise erneut die Kerninflation nach oben ziehen und weitere Zinsanpassungen nötig machen. Leider gibt es dieses Jahr nicht die Möglichkeit signifikante Bestände aus den strategischen Rohölreserven (SPR) des Landes freizugeben. Zum einen gehen die Raffinerien in den Wartungsmodus und könnten diese vorerst nur bedingt verarbeiten und zum anderen befinden sich die SPR weiterhin auf einem historischen Tiefststand. Um die Kosten der eigenen Wähler niedrig zu halten, haben die USA nur begrenzte Möglichkeiten. Die Inbetriebnahme stillgelegter Raffinerien zum einen und zum anderen die Verringerung von Exporten. Dies würde wiederum vor allem uns Europäer hart treffen und die Preise explodieren lassen.

In allen drei Ländern der DACH-Region wurden heute Vormittag neue Halbjahreshöchstwerte für die Heizölpreise erreicht. Dabei stagnieren sie in Österreich und stiegen in der Schweiz nur leicht um im Schnitt 0,25 Rappen pro Liter. Deutsche Heizölinteressenten müssen derweil ein Plus von 0,85 Cent pro Liter einplanen, auch wenn Kunden im Süden des Landes weiterhin von der aktuell guten Versorgungssituation und durch die Ferien geringe Nachfrage profitieren. Inländische Faktoren spielen in der DACH-Region für die Heizölpreise weiterhin eine untergeordnete Rolle und der Markt ist rein von globalen Faktoren abhängig. Historisch niedrige Ölbestände im Zusammenspiel mit den freiwilligen Förderkürzungen einiger der größten globalen Ölproduzenten sowie die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Umverteilung von Ölwarenströmen führen zu einem neuen Status Quo, welcher auf absehbare Zeit zum Erhalt des aktuellen Preisniveaus führen dürfte. Mit dem Beginn der Raffineriewartungssaison, welche sich mit dem Beginn der Heizsaison überschneidet, dürften wir die nächsten Monate immer neue Höchstwerte sehen. Zusätzlich könnten die Gaspreise ebenfalls wieder für indirekte Aufschläge sorgen. Da Öl in einigen Industrien als Ersatz für Gas genutzt werden kann und Streiks in Australien für Versorgungslücken im Gasmarkt sorgen könnten. -fr-

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