HeizOel24-Wissen

Heizöl ist ein vielseitiges Produkt welches nicht nur Börsenabhägig gehandelt wird, sondern auch Besonderheiten in seiner chemischen Zusammensetzung aufweist. Wir informieren Sie hier über die wichtigsten und interessantesten Fakten. 

Temperaturkompensation

Wie alle anderen Stoffe, ändert auch Heizöl bei Temperaturschwankungen sein Volumen. Bei einer Änderung der Temperatur um 10 Grad Celsius ändert sich das Volumen pro 1.000 l um 8,4 Liter. Damit die abgegebene Heizölmenge immer genau bestimmt werden kann wird die Volumenänderung durch Temperaturkompensation ausgeglichen. Grundsätzlich wird das Volumen von Heizöl bei der Abgabe auf 15 °C umgerechnet.

Beispiel: Sie erhalten eine 3.000-Liter-Lieferung im Sommer bei strahlendem Sonnenschein und einer Außentemperatur von 25 Grad Celsius. Auch das Heizöl im Tankwagen hat die Außentemperatur angenommen. Der Befüllvorgang stoppt nach exakt 3.000 Litern. Kühlt sich das Öl nach der Befüllung auf Kellertemperatur (hier: 15 °C) ab, haben Sie nur noch eine Menge von 2.974,8 l in Ihrem Tank (3 x 8,4 Liter weniger).

Damit die Differenz von 25,2 l nicht bezahlt werden muss, sind die Tankwagen mit entsprechenden Messgeräten ausgestattet. Diese messen während des gesamten Befüllvorgangs die Temperatur des Heizöls und ermitteln einen Durchschnittswert. Dieser Durchschnittswert wird dann als Grundlage genutzt und die betankte Menge wird auf 15 Grad Celsius heruntergerechnet.

Mit folgender Formel können Sie die Umrechnung nachvollziehen:

V0 = VAbgabe x (1 + 0,00084 x [15 °C - tAbgabe])

Temperaturkompensation
GGVSE-GGVS-ADR-Gefahrgut

GGVSE

GGVSE - Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn
- Auch bekannt unter: ADR oder GGVS

Inhaltlich regelt die GGVSE den Transport von Gefahrgut auf Straße, Schiene, Binnengewässer, der Luft und zur See. Die GGVSE gilt für Deutschland und folgt den europäischen Richtlinien des ADR.

ADR ist das Europäisches Übereinkommen über die Beförderung von gefährlichen Gütern auf der Straße. Abkürzung von: „ Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“

Was heißt ADR und GGVS Zuschlag?

Unter Berücksichtigung der gebotenen Sicherheitsrichtlinien ist der Transport von Heizöl auf der Straße weitgehend unproblematisch. Definert sind diese Sicherheitsrichtlinien in der GGVS (GefahrGutVerordnungStraße) bzw. dem europäischen Gegenstück ADR (Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route, zu Deutsch: Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße).

U.a. sind nach GGVS und ADR mehrtägige Lehrgänge für Tankwagenfahrer (alle 5 Jahre) und jährliche Fahrzeugprüfungen vorgeschrieben. Die nicht unerheblichen Kosten, entstehen letztendlich jedem Heizölhändler. Allerdings gibt es je nach Region in Deutschland unterschiedliche Arten bei der Ausweisung. In einigen Regionen ist es üblich, die Kosten als sog. GGVS-Zuschlag / ADR-Zuschlag o. ähnl. separat auf der Rechnung auszuweisen, um Verbraucher mehr kostentransparenz zu gewähren, in anderen Regionen kalkulieren die Händler den Zuschlag von vornherein in den Heizölpreis ein.

Bei HeizOel24 haben wir uns für eine bundesweit einheitliche Regelung entschieden: Alle angezeigten Heizölpreise sind Endpreise frei Haus, also inkl. GGVS / ADR.

Heizölverbrauch

Ein Liter Heizöl liefert bei der Verbrennung ca. 10 kWh Energie. Die jährliche Verbrauchsmenge für die Beheizung eines Einfamilenhauses wird meist grob mit 3000 Litern Heizöl bzw. 33.540 kWh angegeben. Die Angabe in Kilowattstunden macht den Energiegehalt und -verbrauch mit anderen Brennstoffen wie z.B. Erdgas vergleichbar. Ein Liter Heizöl liefert demnach in etwa die selbe Energie, wie ein Kubikmeter Erdgas. Dank moderner Heizungsanlagen und verbesserter Wärmedämmung lässt sich der übliche Standardverbrauch von 3000 Litern Heizöl inzwischen annähernd halbieren. Auch ein sehr milder Winter kann den Heizölverbrauch bis zu 40% sinken lassen.

Mineralölsteuer

Mineralölsteuer

In Deutschland gelten derzeit die folgenden Regelsteuersätze für Mineralölprodukte (gültig seit 01.01.2003). Die genannten Steuersätze verstehen sich ggf. inkl. Ökosteuer.

Bei Verwendung als Kraftstoff:

  • Benzin bleifrei
    (Schwefelgehalt > 10 mg/kg) 669,80 €/1.000 l
  • Benzin bleifrei
    (Schwefelgehalt < = 10 mg/kg) 654,50 €/1.000 l
  • Benzin verbleit
    721,00 €/1.000 l
  • Diesel
    (Schwefelgehalt > 10 mg/kg 10 mg/kg) 485,70 €/1.000 l
  • Diesel
    (Schwefelgehalt < = 10 mg/kg) 470,40 €/1.000 l
  • Flüssiggas
    180,32 €/1.000 kg
  • Erdgas
    13,90 €/MWh

Bei Verwendung als Heizöl / Heizgas:

  • leichtes Heizöl 61,35 €/1.000 l
  • schweres Heizöl 25,00 €/1.000 kg
  • Flüssiggas 60,60 €/1.000 kg
  • Erdgas und andere gasförmige Kohlenwasserstoffe 5,50 €/MWh

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Stand 01.09.2007 (Alle Angaben ohne Gewähr)

Um die Verwendung des umweltfreundlicheren schwefelarmen Heizöls und die Einführung von Öl-Brennwerttechnik zu fördern, hat der Bundestag am 26. Oktober 2006 eine Steueränderung beschlossen. Ab dem 1. Januar 2009 wird schwefelarmes Heizöl mit dem geltenden Steuersatz für Standard Heizöl EL belegt. Das derzetige Standard Heizöl (Schwefelgehalt bis zu 2000 ppm) wird dann mit 1,50 € pro 100 Liter höher besteuert.

In Österreich beträgt die Mineralölsteuer auf Diesel 347 € und 98 € pro 1.000 Liter auf Heizöl (Schwefelgehalt unter 10 ppm / über 10 ppm 128 €). Diesel wird demnach niedrieger und Heizöl höher besteuert als in Deutschland.

Zum Vergleich, die Steuersätze anderer europäischer Länder:

(Mineralsteuer für Heizöl EL in Euro pro 1.000 Liter und Mehrwertsteuersätze in %)

  • Italien: 403,20 € - 20 %
  • Dänemark: 329,60 € - 25 %
  • Griechenland: 302,00 € - 19 %
  • Niederlande:253,00 € - 19 %
  • Portugal: 176,10 € - 20 %
  • Großbritannien: 118,60 € - 17,5 %
  • Spanien: 84,70 € - 16 %
  • Deutschland: 61,35 € - 19 %
  • Frankreich: 56,60 € - 19,6 %
  • Irland: 47,40 € - 21 %
  • Belgien: 18,50 € - 21 %
  • Luxemburg: 0,00 € - 15 %

Spitzenreiter bei der Besteuerung von Heizöl sind demnach Italien, Dänemark und Griechenland. Wobei sich die Steuerlast der Südeuropäer dadurch relativiert, dass der Heizölverbrauch deutlich nieriger liegt als in den nördlichen Breiten. In Dänemark schlägt außerdem Die hohe Mehrwertsteuer von 25 % zu Buche.

Dieselpest

Dieselpest ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die explosionsartige Vermehrung vom Mikroorganismen in Diesel- und Heizöltanks. Häufig ist auch von Dieselbakterien die Rede. Tatsächlich handelt es sich um Bakterien und Pilze (Hefen), die sich ausgehend von Wasserrückständen in Öltanks ausbreiten.

Ursachen, Verbreitung und Probleme durch Dieselpest: Durch die mitunter riesige Anzahl der Mikroorganismen entsteht eine geleeartige Masse, die Leitungen zusetzt und Filter Verstopft. Motor oder Heizungsanlage fallen mangels Treibstoffzufuhr aus. Dabei geht der Befall nicht vom Diesel selbst, sondern von kleinen Wassereinlagerungen aus, die sich im Tank bilden. Kondenswasser oder Wassereintrag von außen (z.B. durch das Tanken bei Regen) kommen gleichermaßen als Ursache in Frage. Unter günstigen Bedingungen vermehren sich die Mikroorganismen exponentiell. Besonders bei Booten und Yachten ist Wasser allgegenwärtig. Schiffstanks sind daher überproportional häufig befallen. Aber auch selten genutzte landwirtschaftliche Maschinen, Campingmobile, sonstige Dieselfahrzeuge und Heizöltanks in selten genutzten Immobilien (z.B. Ferienhäuser) sind mitunter befallen. Problematisch sind auch die Tanks von Notstromaggregaten. Hier macht der präventive Einsatz eines Antifouling-Additivs Sinn.

Bekämpfung von Dieselpest: Die Dieselpest lässt sich wirksam durch sogenannte Antifouling-Additive bekämpfen. Ein Biozid tötet die unerwünschten Mikroorganismen ab. Bei einem bereits befallenen Tank wird das Additivkonzentrat als „Schockdosierung“ zugemischt. I.d.R. ist eine einmalige Anwendung mit einer Dosierung von 1:500 ausreichend. Die Mikroorganismen sterben dann rasch ab und lassen sich einfach vom Diesel trennen. Der Kraftstoff ist nach einer Filterreinigung wieder verwendbar. In gefährdeten Tanks, insb. in Tanks in denen bereits Dieselpest aufgetreten ist, ist der präventive Einsatz eines entsprechenden Additivs empfehlenswert. Die Dieselbakterien gelten als ansteckend und können weitere Tanks infizieren. Nicht selten sind gesamte Fuhrparks oder Boote am selben Steg gleichzeitig betroffen. Die prophylaktische Dosierung liegt meist bei 1:1000 oder höher. Dies spart Kosten, denn neben sparsameren Einsatz des Additivs entfällt das Abfiltern der abgestorbenen Mikroorganismen.

Dieselpest
Erdölraffinerie

Erdölraffinerie

Als eine Erdölraffinerie bezeichnet man einen Industriebetrieb, der aus dem Naturstoff Erdöl durch Destillations-, Reinigungs- und Veredelungsverfahren höherwertige Produkte herstellt. Das durch Bohrungen gewonnene Rohöl muss zur weiteren Nutzung in seine sehr unterschiedlichen Bestandteile getrennt werden. Dies geschieht in Erdölraffinerien. Das Prinzip der Raffinerie macht sich die unterschiedlichen längen der Kohlenwasserstoffketten im Rohöl zu nutze. Das Rohöl wird auf bis zu 400 °C erhitzt und in großen Türmen durch eine Destillationskolonne geleitet. Dabei wird das Öl in seine Bestandteile getrennt. Je kürzer die Kohlenwasserstoffketten der einzelnen Moleküle, desto niedriger liegt ihr Siedepunkt und desto höher steigen sie in der Kolonne nach oben. Es entstehen gasförmige, flüssige und feste Fraktionen. Zu den wichtigsten Erdölprodukten gehören: Flüssiggas (Propan, Butan), Benzin, Kerosin, Diesel, leichtes Heizöl, schweres Heizöl, und Bitumen (geordnet nach aufsteigendem Siedepunkt). Da die anfallenden Produktgruppen in ihren Mengenverhältnissen nicht mit der Nachfrage des Marktes übereinstimmen (es entstehen zu wenig Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl und zu viele Schweröle) bedient man sich eines chemischen Tricks. Beim sogenannten Cracken werden die langkettigen Schweröle unter Druck auf bis zu 500 °C erhitzt und dadurch aufgespalten. In einem anderen Crack-Verfahren werden sie unter Zuhilfenahme eines Katalysators in kürzere Ketten geteilt.

Paraffinausscheidung

Paraffine, auch als Alkane bezeichnet, sind gesättigte Kohlenwasserstoffe, bei denen die Kohlenstoffatome in einer geraden Kette oder in einer Kette mit Verzweigungen angeordnet sind. Sie sind die Hauptbestandteile des Rohöls. Im Heizöl sind Paraffine enthalten, die erst bei Abkühlung unter einer bestimmten Grenztemperatur (Cloud Point) anfallen.
Es bilden sich „Paraffin-Flocken“, welche zu Filter- und Düsenverstopfungen führen können und demzufolge auch zu Brennerstörungen. Lagerbehälter und Leitungen sollten unbedingt frostsicher installiert werden. Des weiteren sollten Kälteschutzadditive verwendet werden, um einer Paraffin-Bildung vorzubeugen.

Bullisch

Bullisch

Der Begriff bullish (vom englischen "bull", der Bulle) steht für steigende Marktsituationen und Börsenkurse. Deutlich zu erkennen ist die Symbolik an den steil aufragenden Hörnern auf dem erhobenen Kopf des Bullen.

Bärisch

Bulle und Bär sind im Sprachgebrauch der Börsianer zum Sinnbild für steigende bzw. fallende Kurse geworden. Der Begriff bearish (vom englischen "bear", der Bär) steht für fallende Marktsituationen und Börsenkurse. Deutlich zu erkennen ist die Symbolik am typischer Weise gesenkten Kopf des Bären.

Bärisch
solvent_yellow_124

Solvent Yellow 124

Heizöl EL weist sehr ähnliche Produkteigenschaften wie Diesel auf. Da Heizöl jedoch wesentlich geringer besteuert wird als Diesel ist der Einsatz als Kraftstoff in Kraftfahrzeugen und mobilen Anlagen verboten. Zur Kennzeichnung als steuerbegünstigtes Mineralöl wird Heizöl neben rotem Farbstoff, Solvent Yellow 124 zugesetzt. Solvent Yellow 124 wird auch als "Euromarker" bezeichnet, da es in der gesamten EU Anwendung findet. Trotz einer Beimengung von nur 6-7 mg / Liter ist die chemische Substanz Solvent Yellow 124 unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum aus dem Heizöl entfernbar und auch in extremer Verdünnung in Kraftstofftanks nachweisbar.

Gut zu Wissen

Als großes Heizöl Verbraucherportal bietet HeizOel24 mehr als nur günstiges Heizöl. Im Bereich Heizöl-Wissen erklären wir Ihnen schnell und einfach die wichtigsten Begriffe rund um den Mineralölmarkt.