Ölmarkt wartet auf Iran-Gespräche in Genf

26.02.26 • 10:24 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der Ölmarkt hält heute die Luft an. In Genf treffen sich die USA und der Iran zu einer weiteren Runde indirekter Atomgespräche, deren Ausgang die Preisrichtung für die kommenden Tage bestimmen dürfte. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen sich Richtung Wochenschluss weitgehend stabil.

Der Mittwoch brachte an den Ölbörsen wenig Orientierung. Starke US-Rohölbestandsdaten drückten auf die Stimmung: Das US-Energieministerium (DOE) meldete den größten Rohölaufbau seit 2023, die landesweiten Vorräte stiegen deutlich mehr als erwartet. Gleichzeitig hielt die geopolitische Spannung die Preise davon ab, stärker nachzugeben.

Was den Markt heute beschäftigt, ist die Frage, was am Abend aus Genf zu hören sein wird. Der Iran will der amerikanischen Delegation heute über Vermittler mitteilen, wo Teheran zu Zugeständnissen bereit wäre. Marktbeobachter gehen davon aus, dass ein Scheitern der Gespräche den Weg für ein militärisches Vorgehen der USA freimachen könnte, während eine Annäherung die Risikoprämie im Rohölpreis deutlich reduzieren würde. Analysten schätzen diesen Aufschlag derzeit auf bis zu zehn US-Dollar je Barrel.

Dass die Region bereits reagiert, zeigen die Exportdaten. Saudi-Arabien hat seine Rohölausfuhren zuletzt auf den höchsten Stand seit April 2023 hochgefahren. Auch Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Liefermengen im Februar spürbar erhöht. Hintergrund ist offenbar die Sorge, dass ein US-Militärschlag eine Blockade der Straße von Hormus nach sich ziehen könnte, durch die täglich rund 21 Millionen Barrel Öl fließen. Öl, das sich bereits jetzt außerhalb der Meerenge befindet, wäre von einer solchen Blockade nicht betroffen.

Am Sonntag tagt zudem die OPEC+, um die Produktionsstrategie für April festzulegen. Aus Kreisen der Allianz war zuletzt zu hören, dass eine schrittweise Fördererhöhung ab April weiterhin geplant sei.

Der Februar verabschiedet sich in Deutschland auf stabilem Niveau. Der aktuelle bundesweite Durchschnittspreis für Heizöl zieht am Morgen leicht nach und markiert die 97 Cent je Liter. Damit bewegen sich die Heizölpreise knapp drei Cent über dem Februardurchschnitt, der bei 94,4 Cent pro Liter liegt.

In Österreich liegt Heizöl aktuell bei gut 1,11 Euro pro Liter, etwas mehr als noch am Vortag. Im Monatsmittel waren es etwa 1,09 Euro pro Liter. Mit den milderen Temperaturen der kommenden Tage, die so langsam den Winter verabschieden, dürfte sich die Nachfrage zum Saisonende hin etwas entspannen. In der Schweiz kostet Heizöl heute 95,8 Rappen pro Liter und bewegt sich damit etwa 0,4 Rappen höher als gestern. Der Februardurchschnitt lag bei ca. 94 Rappen.

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