Inflationsdaten aus den USA senken die Ölpreise

14.09.22 • 11:59 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In der Schweiz und Deutschland sind die Heizölpreise im Schnitt um 2,95 Rappen bzw. 1,5 Cent pro Liter gefallen. Die Inflation in den USA ist deutlich gefallen, allerdings liegt sie weiterhin bei 8,3 Prozent und sorgt damit am Markt für Angst vor Zinsanhebungen und einer Rezession, was zu fallenden Ölpreisen führt. China profitiert davon, dass Russland verzweifelt nach neuen Absatzmärkten für seine Rohstoffe sucht, kommt billig an Ressourcen und verhindert dadurch vorerst die schlimmsten wirtschaftlichen, durch die null Covid Politik verursachten, Folgen.

Die Rohölsorten WTI und Brent starten mit starken Verlusten in den neuen Handelstag. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 86,43 Dollar gehandelt, einem Minus von 1,37 Prozent. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 92,16 Dollar, einem Minus von 1,49 Prozent, gehandelt. Leider musste auch der Euro im Vergleich zum Dollar deutlich Verluste hinnehmen und ist unter die psychologisch wichtige ein Dollar Marke gerutscht, konnte im Vergleich zum Schluss des Vortages allerdings bereits wieder minimale Gewinne verzeichnen. Ein Euro wird aktuell mit 0,9983 Dollar, einem Plus von 0,16 Prozent, gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt Schloss den gestrigen Handelstag positiver Weise im Minus ab und wurde mit 1057,50 Dollar, einem Minus von 3,2 Prozent, gehandelt. Tendenziell ist damit noch weiteres Abwärtspotential bei den Heizölpreisen im heutigen Tagesverlauf möglich.

Die gestern Nachmittag veröffentlichten Inflationsdaten der USA haben den wieder eingesetzten Aufwärtstrend der Heizölpreise schlagartig gestoppt. Zwar ist die Inflationsrate in den USA von 9,1 Prozent auf 8,3 Prozent gesunken, insgesamt ist sie damit allerdings weiterhin viel zu hoch. Auf der anderen Seite wird damit bestätigt, dass die Zinserhöhungen der US-amerikanischen Zentralbank (FED) zu funktionieren scheinen. Dies bedeutet, dass es sehr wahrscheinlich zu weiteren starken Zinsanhebungen kommt, welche wiederum der Wirtschaft Liquidität entziehen. Damit stärkt sich erneut die Angst vor einer Rezession, welche in der Regel zu einem niedrigeren Bedarf an Ölprodukten führt. Das aktuell herrschende Angebotsdefizit wird durch die daraus resultierende sinkende Nachfrage vorerst abgemildert und ggf. sogar in einen Überschuss umgekehrt, sollte die Wirtschaft in z. B. Europa, den USA oder China weiter einbrechen.

Während Europa mit den Folgen der Sanktionen gegen Russland kämpft, profitiert der chinesische Markt. Russland sucht verzweifelt nach alternativen Abnehmern für seine Rohstoffe und China nimmt diese dankend an, um die schlimmsten Folgen der null Covid Politik abzufedern. Im Schnitt zahlten die Chinesen im zweiten Quartal diesen Jahres 13,26 Prozent weniger für Rohölimporte aus Russland im Vergleich mit anderen Bezugsquellen. Im Vergleich zum Quartal zwei 2021 stiegen dabei auch die Rohölimporte aus Russland von 15 auf 19 Prozent an. Auch andere Energiequellen werden vermehrt importiert. Die Flüssiggasimporte sind um rund 50 Prozent im gleichen Zeitraumsvergleich und die Kohleimporte sind um ca. sechs Prozent gestiegen. Während Europa und Russland damit als Verlierer aus dem Konflikt hervor gehen, profitieren die USA, da sie z. B. die EU mit teurem Flüssiggas versorgen können und China, da sie günstiger einkaufen können. Nichtsdestotrotz gibt es Rezessionsängste in beiden Großmächten, welche zumindest hier in Europa tendenziell die Heizölpreise senken könnten.

In der D-A-CH-Region sind die Heizölpreise heute Vormittag größtenteils gefallen. In Der Schweiz profitieren Interessenten am meisten mit einem Rückgang von durchschnittlich 2,95 Rappen pro Liter Heizöl im Vortagesvergleich. Deutschland folgt mit durchschnittlich 1,5 Cent weniger pro Liter. Einzig in Österreich hält sich der Aufwärtstrend hartnäckig und Heizölnutzer müssen hier einen kleinen Aufpreis von im Schnitt 0,15 Cent einkalkulieren.

Das Bestellvolumen lag gestern ca. fünf Prozent über dem des Vortages. Hintergrund dafür dürften die zum Abend wieder gefallenen Preise sein, die den Kauf dann doch noch attraktiv gemacht haben. Für die weitere Entwicklung kommt es nun darauf an, welcher Faktor die Oberhand gewinnt. Gibt es eine größere Rezession, werden die Preise sehr wahrscheinlich weiter fallen. Siegt das Angebotsdefizit, wird die generelle Preissteigerung seit Kriegsbeginn in der Ukraine weiter anhalten. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer nicht auf fallende Preise spekulieren kann und tanken muss, kann über eine Finanzierung nachdenken. Der doch nicht ganz unerhebliche Betrag, den eine Tankfüllung kostet, kann in bequemen Raten bezahlt werden. So bleiben Sie finanziell flexibel. HeizOel24 14.09.2022

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