Heizölpreis – Rezessionsangst kämpft mit Angebotsknappheit

06.09.22 • 10:25 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in Österreich, der Schweiz und Deutschland entwickeln sich heute früh sehr unterschiedlich. In Österreich stiegen sie im Durchschnitt um 0,75 Cent pro Liter, während sie in Deutschland durchschnittlich um 1,1 Cent pro Liter gefallen sind. Die OPEC+ hat sich wider Erwarten für eine Kürzung der Förderquoten für Oktober 2022 entschieden. Mit einer Kürzung von 0,1 Mio. B/T ist dieser Wert allerdings eher symbolischer Natur. Der Geschäftsführer von Deutschlands größtem Importeur russischen Gases Uniper geht davon aus, dass es bei einem anhaltenden Lieferstopp über die Nordstream-1-Pipeline nötig werden könnte, im Winter 2023 Gas zu rationieren.

Die beiden Rohölsorten WTI und Brent starten erneut mit einem deutlichen Plus in den neuen Handelstag, allerdings verglichen mit dem Schluss des Vortages. Verglichen mit den Rohölpreisen von gestern Vormittag konnte nur WTI zulegen, während Brent auf dem gleichen Niveau verharrt. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 89,11 Dollar, einem Plus von 2,12 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 93,28 Dollar gehandelt, einem Plus von 1,2 Prozent. Der Euro konnte im Vergleich zu gestern ebenfalls Gewinne generieren und schleicht sich langsam an die psychologisch wichtige ein Dollar Marke an. Aktuell wird ein Euro mit 0,9968 Dollar, einem Plus von 0,37 Prozent, gehandelt. ICE Gasoil ist dagegen erneut stark im Preis gestiegen und wurde zum Schluss des Vortages mit 1.1142,00 Dollar, einem Plus von 4,65 Prozent, gehandelt. Mit diesem starken Anstieg dürfte der ICE Gasoil Preis der bestimmende Faktor der heutigen Heizölpreise werden und damit im Tagesverlauf für eine erneute Aufwärtstendenz sorgen.

Mäßig schlechte Nachrichten für die Heizölpreise kommen von der OPEC+. Nachdem es als eher unwahrscheinlich galt, einigte sich das Förderbündnis doch auf eine Kürzung der Förderquoten um eher symbolische 100.000 B/T für den Oktober. Damit wird die ebenfalls eher symbolische Anhebung um die gleiche Menge für September dieses Jahres zurückgenommen. Da die OPEC+ ohnehin seit Monaten den selbstgesetzten Förderzielen hinterherhinken, hat diese Anpassung auf das physisch tatsächlich vorhandene Rohöl erstmal keinen Einfluss. Die bisher zurückgefahrenen Förderkürzungen wurden im Zuge des durch Corona verursachten Nachfrageeinbruchs eingeführt, um die Ölpreise zu stützen. Die wenn auch bisher nur symbolische Förderkürzung in einer Zeit, in der die physische Verfügbarkeit der Nachfrage hinterherhinkt ist dagegen ein potentiell gefährliches Signal an alle Länder die nicht genug Öl für den Eigenbedarf produzieren.

Nachdem Deutschlands größter Importeuer russischen Gases Uniper erneut um Milliardenhilfen vom deutschen Staat gebeten hat, meldet sich nun der Geschäftsführer Klaus-Dieter Mauchbach damit zu Wort, dass er es für eine Möglichkeit hält, dass Europas Wirtschaftsmotor Deutschland möglicherweise im nächsten Winter Gas rationieren muss, ein Weg den Industrie und Politik soweit es geht vermeiden wollen. Nachdem Gazprom nun den Gasfluss über die Nordstream-1-Pipeline auf unbestimmte Zeit gestoppt hat, wird davon ausgegangen, dass es unwahrscheinlich ist, dass Deutschland sein Ziel der Füllung der Gasspeicher zu 95 Prozent zum ersten November dieses Jahres erreichen kann. Laut Aussagen von Unipers Geschäftsführers handelt es sich bei der Einstellung der Lieferungen um eine politische Entscheidung Russlands und keine technische Entscheidung seitens Gazprom.

In der D-A-CH-Region entwickeln sich die Heizölpreise im Vortagesvergleich vorerst sehr unterschiedlich. Während sie in Österreich den zweiten Tag in Folge mit durchschnittlich 0,75 Cent pro Liter verhältnismäßig stark stiegen, stagnieren sie in der Schweiz auf dem Niveau des Vortages. In Deutschland mussten die Preise sogar einen Teil ihrer gestrigen Steigerung wieder abgeben und der Liter Heizöl kostet im Schnitt 1,1 Cent weniger.

Das Bestellvolumen lag gestern ca. 15 Prozent unter dem des Montags der Vorwoche, was sehr wahrscheinlich auf die erneut massiv gestiegenen Preise zurückzuführen ist. Im Umkehrschluss macht sich bemerkbar, dass trotz des massiven Anstiegs die Nachfrage weiterhin sehr hoch ist. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer nicht auf fallende Preise spekulieren kann und tanken muss, kann über eine Finanzierung nachdenken. Der doch nicht ganz unerhebliche Betrag, den eine Tankfüllung kostet, kann in bequemen Raten bezahlt werden. So bleiben Sie finanziell flexibel. HeizOel24 06.09.2022

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