Notenbankchefaussagen treiben den Heizölpreis nach oben

12.01.22 • 10:09 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In der D-A-CH-Region steigen die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,45 Cent bzw. Rappen pro Liter. Die Aussagen des US-amerikanischen Notenbankchefs sorgen für deutliche Preisanstiege bei den Ölprodukten. Der API-Bericht signalisiert eine möglicherweise deutlich schrumpfende Nachfrage nach Ölprodukten in den USA.

Gestern stiegen die Heizölpreise im Zuge der Äußerungen des US-amerikanischen Notenbankchefs stark an. Unter anderem sagte dieser, dass die US-amerikanische Wirtschaft noch bis in die zweite Jahreshälfte Unterstützung erhalten wird, bevor die Geldpolitik gestrafft werden soll. Da die USA der größte Ölkonsument der Welt sind, sorgte diese Mitteilung für einen starken Preisanstieg.

Sollte der für heute Nachmittag erwartete Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) allerdings die Daten des gestrigen Berichts des US American Petroleum Institute (API) bestätigen, so könnten bereits heute Abend oder morgen Nachmittag die Preise wieder deutlich sinken. Laut dem Bericht des API vielen die Rohölbestandsabbauten der USA wesentlich geringer aus als vom Markt erwartet. Dagegen stehen deutliche Aufbauten bei den Destillaten, zu denen auch Heizöl gehört und Benzin. Bei den Destillaten sind die Aufbauten laut API-Bericht fast zweieinhalb Mal so hoch wie vom Markt erwartet. Bei Benzin sind die Aufbauten sogar fast vier Mal so hoch wie vom Markt prognostiziert. Diese Daten sprechen für eine stark gesunkene Nachfrage aber erst der Bericht des DOE wird über diese genaue Daten liefern.

Preissteigernd wirkte sich auch der Bericht der US-amerikanischen Energy Information Administration (EIA) aus. Diese passt ihre Preisprognosen für die Rohölsorten WTI und Brent um ca. fünf Dollar nach oben an für das Jahr 2022. Erwartet wird nun ein Durchschnittspreis von 74,95 Dollar pro Barrel Brent und 71,32 Dollar pro Barrel WTI. Bis zum Ende des Jahres und für das Jahr 2023 rechnet die EIA allerdings mit fallenden Preisen.

In der D-A-CH-Region stiegen die Heizölpreise im Vortagesvergleich teils deutlich an. In Deutschland müssen Heizölkäufer mit einem durchschnittlichen Aufpreis von 1,15 Cent pro Liter Heizölrechnen. In Österreich fällt der Anstieg mit einem Plus von im Schnitt 0,15 Cent deutlich moderater aus. In der Schweiz können Heizölinteressenten aufatmen, hier liegt der Aufpreis im Vortagesvergleich nur bei durchschnittlich 0,1 Rappen pro Liter Heizöl.

Die Nachfrage nach Heizöl lag in der D-A-CH-Region ca. 10% unter der von Montag. Die am Nachmittag in Deutschland signifikant gestiegenen Preise haben hier eine bremsende Wirkung gehabt. In Erwartung eines US-amerikanischen DOE-Berichts, der die Daten des gestrigen API-Berichtes bestätigt, können wir voraussichtlich in der gesamten D-A-CH-Region wieder mit kurzfristig sinkenden Preisen rechnen. Ob die Kombination der Berichte allein allerdings ausreicht, um die Folgen der Aussagen des amerikanischen Notenbankchefs aufzuheben, bleibt abzuwarten. -fr-

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