Kaufen oder warten?

Heizölpreise: Richtungswechsel nach Gewinnmitnahmen

Die Heizölpreise drehen und ziehen sich in ihre Komfortzone zurück. Aufgrund von Gewinnmitnahmen wurde die Aufwärtsbewegung der Rohöl-Futures an ICE und NYMEX vorerst gestoppt. Bereits gestern Nachmittag deuteten sich für heute starke Preisnachlässe an, die sich zum Handelsauftakt auch durchsetzten. Der Preis für einen Liter Heizöl geht entsprechend rund 0,8 Cent bzw. Rappen nach unten.

Der Silberstreifen am Börsenhorizont ist inzwischen verblasst. Zum Wochenbeginn sorgte die Meldung über den Impfstoff von Biontech und Pfizer für regelrechte Euphorie an den Kapitalmärkten, was den Kursen ordentlich Auftrieb verlieh. Inzwischen sind die positiven Auswirkungen der Nachricht bereits eingepreist. Nach dem bullish zu interpretierenden API-Bericht der US-Bestandsdaten konnten die Rohöl-Notierungen nochmal Fahrt aufnehmen und bauten ihre Vortagsgewinne weiter aus. Trotz der Bekanntgabe über weitere Produktionssteigerungen in Libyen und dem OPEC-Monatsbericht hielten sich die Rohöl-Futures im Bereich ihrer Widerstände. Am Abend zogen dann Gewinnmitnahmen die Stoppkelle, sodass die Notierungen ihre Tagesgewinne wieder abgeben mussten und mit nahe neuer Tagestiefs aus dem Handel gingen. Am Donnerstagmorgen knüpfen die Ölpreise an ihren Vortagsverlusten an und zeigen sich deutlich antriebsloser als noch zum Wochenstart. Zum Handelsauftakt kostete ein Barrel der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 41,34 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel auf 43,72 US-Dollar.

Zum Monatswechsel treffen sich die OPEC-Mitgliedsstaaten erneut, um die weitere Vorgehensweise ihres Drosselungsprogramms zu besprechen. Vorab kommt nächsten Dienstag das Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC-Meeting) zusammen, das als Kontrollorgan für die OPEC fungiert und Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten und Verbündete ausspricht. Das JMMC bekräftigte bereits in der letzten Sitzung, dass die Einhaltung vollständiger Konformität wichtig sei und überproduzierte Mengen so schnell wie möglich ausgeglichen werden müssen. Bereits in den letzten Tagen deutete sich um den saudischen Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman an, dass eine weitere Verschärfung der Produktionskürzungen denkbar ist. In Anbetracht der gestiegenen libyschen Förderung, wird dieser Schritt am 30 November/1. Dezember auf der großen Versammlung geprüft. Geplant war, ab dem neuen Jahr Lockerungen bei den Förderquoten anzusetzen.

Die Impfstoff-Hoffnung und der daraus resultierende Preisanstieg für Heizöl haben viele Verbraucher veranlasst, zu tanken. Weitere Meldungen über ein baldiges Einsatzszenario könnten erneut Auftrieb geben. Auch in Hinblick, dass Zusatzkosten durch die CO2-Abgabe ab dem Jahreswechsel anstehen, sollten vor allem deutsche Kunden zur Prüfung ihres Tankinhaltes bewegen. Der Schlüssel ist hierbei der Tag der Lieferung. Nur, wenn diese noch in 2020 erfolgt, bleiben CO2-Aufschlag und drei Prozent mehr Mehrwertsteuer erspart. -jw

HeizOel24-Tipp: Ist Heizöl gerade günstig oder teuer? Die Lösung liegt in der Preistanne. Das Tool zeigt Ihnen, wie sich der Heizölpreis im Vergleich zum Vortag oder zum Vormonat verhält. HeizOel24 12.11.2020

Börsendaten:
  Donnerstag 12.11.2020 - 11:59 Uhr Schluss Vortag 11.11.2020 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
43,71 $
pro Barrel
43,93 $
pro Barrel
-0,50%
Gasöl 352,25 $
pro Tonne
353,25 $
pro Tonne
-0,28%
Euro/Dollar 1,1786 $ 1,1779 $ +0,06%
(konstant)
USD/CHF 0,9156 CHF 0,9169 CHF -0,14%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 12.11.2020 - 11:59 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 41,35 € 42,06 € -1,68%
Österreich 55,02 € 55,13 € -0,21%
Schweiz 65,64 CHF 66,39 CHF -1,13%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
leicht steigend leicht steigend
alle Angaben ohne Gewähr
Sprunghafter Heizöl Kursanstieg

Corona-Impfstoff in den Startlöchern? Ölpreise ziehen an

weiterlesen

Heizölpreise: Bestell-Endspurt für Super-Spar-Jahr 2020

weiterlesen
Bullish Börse

Impfstoff-Update weckt Ölbullen – Ölpreise kurz im Höhenflug

weiterlesen

Pressekontakt

+49 (0)30 701 712 0
Oliver Klapschus
Geschäftsführer