Ölpreise stagnieren wegen US-amerikanischem Feiertag

04.07.25 • 09:47 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Der US-amerikanische Feiertag reduziert den Ölhandel auf ein Minimum und sorgt auch für stagnierende Heizölpreise. Die Nachrichtenlage ist ebenfalls gemischt, so dass klare Richtungsimpulse fehlen. Die USA und der Iran wollen die Atomabkommensverhandlungen wieder aufnehmen, Indien will seine strategischen Rohölreservekapazitäten erhöhen und die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten sprechen für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus.

Der Euro fiel wieder auf 1,17 Dollar und startet heute früh einen moderaten Erholungsversuch. Die Ölpreise folgen derweil einer leichten Abwärtsbewegung, wobei sich die Rohölsorten Brent und WTI auf den gestrigen Vormittagswerten von 68 bzw. 66 Dollar pro Fass halten. ICE Gasoil fiel derweil auf 713 Dollar pro Fass.

Gestern sorgte die Ankündigung des Irans, den Zugang der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEA) zu seinen Anlagen zu erschweren, für Ölpreisaufwärtsdruck. Inzwischen äußerte sich der iranische Außenminister Abbas Araqchi allerdings und stellte klar, dass die Zusammenarbeit mit der IAEA nicht eingestellt wird.
Die USA verhängten wiederum neue Sanktionen gegen Schiffe und Firmen, die dabei halfen, iranisches Rohöl in den Westen zu verkaufen. Da der Großteil der iranischen Rohölexporte an China verkauft wird, erwartet der Ölmarkt keine relevanten Auswirkungen auf den globalen Ölpreis. Durch sogenannte Schiff-zu-Schiff-Transporte wird die Herkunft des Öls verschleiert. Es wird davon ausgegangen, dass China täglich neunzig Prozent bzw. rund 1,4 Mio. B/T an iranischem Rohöl importiert.
Ölpreissenkend wirkt sich nun aus, dass sowohl der Iran als auch die USA eine Wiederaufnahme der Atomabkommensverhandlungen ankündigten.

Indien verkündete drei neue Lager für die Ausweitung der strategischen Reserven des Landes bauen zu wollen. Diese sollen zusammen rund 39 Mio. Fass Rohöl aufnehmen, womit rund acht Tage der Energiebedarf des Landes gedeckt werden könnte. Damit hätte das Land genug Reserven, um rund 75 Tage seines Energiebedarfs notfalls decken zu können. Indien ist als Mitglied der Internationalen Energieagentur verpflichtet Reserven für mindestens 90 Tage vorzuhalten.

Die US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten sorgen derweil für Abwärtsdruck. Es gab weniger neue Erstanträge auf Arbeitslosengeld und die Zahl der Neueinstellungen stieg im Juni 2025 gegenüber dem Mai. Bei beidem wurde die umgekehrte Entwicklung erwartet. Zusätzlich stiegen Löhne weniger stark als im Vormonat und von den Märkten befürchtet. Der Ölmarkt vermutet deshalb allerdings, dass sich die US-amerikanische Zentralbank weiterhin Zeit mit weiteren Zinssenkungen lassen könnte. Länger bleibend hohe Zinsen drücken tendenziell auf die Ölnachfrage.

Aufgrund des heutigen US-amerikanischen Feiertages bleibt die Handelsaktivität am Ölmarkt gering und die Preise stagnieren. Bei den Heizölkäufen verhält es sich ähnlich, während das Interesse weiterhin ungebrochen hoch und bei weiterhin ca. dem Viereinhalbfachen des jahreszeitüblichen Durchschnitts liegt.
In Deutschland und Österreich stagnieren die Heizölpreise derzeit auf dem Vortagesniveau. Derweil können sich Heizölinteressenten in der Schweiz über einen kleinen Rückgang von im Schnitt 0,1 Rappen pro Liter freuen.
Heizölinteressenten mit akutem Bedarf sollten das Ergebnis des OPEC+-Treffens am Wochenende im Auge behalten. Mit großen Überraschungen wird derzeit nicht gerechnet, eine Erhöhung von weniger als 411.000 B/T könnte allerdings für starken Ölpreisaufwärtsdruck sorgen. Aufgrund des US-amerikanischen Feiertagswochenende ist voraussichtlich erst am Montag wieder mit relevanten Heizölpreisanpassungen zu rechnen. -fr-

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