Heizöl: Zahl der Neubestellungen sinkt

07.04.20 • 13:24 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den Börsen und die Heizölpreise in der DACH-Region bewegen sich am Dienstag leicht nach oben. Verglichen mit der aktuellen Kursrallye am Aktienmarkt halten sich die Aufschläge jedoch in engen Grenzen und die Stimmung kann schnell kippen. Mit Blick auf den heimischen Heizölmarkt ist die Nachfrage seit Wochenbeginn auf ein für die Jahreszeit übliches Maß zurückgegangen. Dies eröffnet mittelfristig Potential für fallende Heizölpreise.

Im Vorfeld des OPEC+-Meetings am Donnerstag herrscht am Ölmarkt Nervosität. Nicht zuletzt durch spekulative Käufe von Finanzinvestoren stiegen die Ölpreise am kurzen Ende zuletzt deutlich an und konnten sich deutlich erholen. Ein Barrel Brent (Nordseeöl) zur Lieferung im Juni kostet aktuell knapp 34 Dollar. Das sind über zehn Dollar mehr als vor einer Woche. Am langen Ende steigen die Preise dagegen kaum. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni 2021 kostet aktuell beispielsweise auch nur 37,50 Dollar. Die sogenannte Forward-Kurve hat sich deutlich abgeflacht. Der Aufschlag für spätere Liefermonate deckt kaum die Lagerkosten und angesichts der weltweit eingebrochenen Nachfrage durch die Corona-Pandemie dürften auch die Lagerkapazitäten zu einem wachsenden Problem werden. Sind diese erschöpft, befänden sich Exporteure, die ihre Förderung nicht schnell genug herunterfahren können in der prekären Situation ihr Öl kurzfristig zu Dumpingpreisen auf den Markt schmeißen zu müssen. Ob und inwieweit es im Kreis der OPEC+, dem neben den OPEC-Staaten auch wichtige weitere Förderländer wie Russland angehören, gelingt, diese Situation abzuwenden, muss sich am Donnerstag zeigen. Das Risiko eines Fehlschlags ist laut Marktbeobachtern groß.

Auch auf dem heimischen Heizölmarkt steckt das Problem in der Logistik. Hier fehlt es allerdings nicht an Lagerkapazitäten. Vielmehr bilden die Fuhrparkkapazitäten der Händler und die Nachversorgung der Großtanklager mit Raffinerieprodukten den Flaschenhals. Während Benzin und Diesel bereits seit Mitte März zum Ladenhüter an den Tankstellen avancierten und nun auch die Osterreisewelle gänzlich ausfällt, verzeichnete Heizöl einen historischen Nachfrageboom.

Ein deutlicher Rückgang der Heizölbestellungen in der laufenden Woche signalisiert nun aber, dass sich die Lage bald entspannen könnte. Preise und Lieferfristen könnten in Richtung Ende April deutlich sinken. Zwar sind die meisten Heizölhändler noch bis Ende Mai oder sogar Anfang Juni mit der Ausfuhr es aktuellen Auftragsbestands beschäftigt, doch auch bei den rund fünf Millionen ölbeheizten Privathaushalten in Deutschland (Österreich und Schweiz jew. ca. 0,5 Mio.) sind die Lagerkapazitäten endlich. Wer bereits getankt hat, fällt als Nachfrager weg. Kunden mit langem Atem könnten im Hochsommer von diesem Marktmechanismus profitieren - ok

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