Weltweiter Einbruch der Ölnachfrage im zweiten Quartal erwartet

26.03.20 • 12:29 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den internationalen Börsen verbleiben nach dem großen Kursrutsch in einem volatilen Seitwärtstrend. Die Zwischenerholung vom Wochenbeginn verlief deutlich weniger dynamisch als am Aktienmarkt. Die Heizölpreise im Inland tendieren ebenfalls weiter seitwärts. Am Donnerstag sind zumeist leichte Abschläge zu beobachten.

Die wöchentlichen Öllagerbestandsdaten aus den USA brachten wenig neue Erkenntnisse in Bezug auf die Absatz- und Preisentwicklung. Sie zeigten für die Berichtswoche vom 16. Bis 22. März eine leichte Zunahme der Rohöl- und eine leichte Annahme der Heizöl-, Diesel- und Benzinbestände. Die Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche und auch im Vergleich zur Vorjahreswoche erscheinen angesichts der weltweiten Ausnahmesituation sehr gering. Klarer äußerst sich in einer aktuellen Studie Goldman Sachs. Da sich inzwischen rund ein Drittel der Weltbevölkerung im Shutdown befindet und Ölnachfrage besonders aus wachstumsstarken Schwellenländern wir z.B. Indien fehlt, rechnet die US-Bank für das zweite Quartal mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage von 14 Mio. Barrel täglich. Ein Ausfall von knapp 14%. Ein Verbleib der Ölpreise unter 30 Dollar je Barrel und ein weiteres Abrutschen scheint vorprogrammiert und sei laut Goldmann Sachs nicht einmal durch Angebotskürzungen der OPEC zu verhindern. Zur Situation am Ölmarkt soll es heute eine Telefonkonferenz zwischen den USA und Saudi-Arabien geben. Ziel der USA ist es, Saudi-Arabien, nach dem zuletzt erbitterten Streit um Marktanteile mit Russland, zu einer defensiveren Strategie zu bewegen.

Mit Blick auf den heimischen Heizölmarkt sollten sich Kunden, die bereits jetzt ihren Heizölbedarf für den kommenden Winter abdecken wollen, weiterhin überlegen, ob es nicht Sinn macht, geplante Käufe bis zum Sommer zurückzustellen. Günstige Preise am Weltmarkt sind entsprechen der obigen Einschätzung bis auf weiteres zu erwarten und höhere Abschläge bei den Inlandspreisen werden aktuell weiterhin vom immensen Auftragsstau bei den Heizölhändlern ausgebremst. Auch von einem deutlich erhöhten Krankenstand im Fahrerlager wird berichtet. Im Vergleich zu anderen Branchen ist der Heizölhandel aber weiterhin hervorragend aufgestellt und weit weniger von der Corona-Krise getroffen. - ok

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