Rückschlag für die Börsen - Corona-Angst ist zurück

13.02.20 • 11:49 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den internationalen Börsen fallen am Donnerstag zurück. Neue Corona-Sorgen prägen das Handelsgeschehen und lassen die Kurse sinken. Heizöl in der DACH-Region wir zunächst um durchschnittlich um 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter teurer, denn Kursgewinne vom Mittwoch wirken nach. Im Tagesverlauf könnte sich die Preisentwicklung allerdings umkehren, wenn die Heizölpreise der aktuellen Börsenbewegung folgen und ebenfalls in den Rückwärtsgang schalten. Heizölkunden reagieren gewohnt rasch auf die neue Entwicklung und stellen Heizölkäufe kurzfristig zurück. Die Zahl der Auftragseingänge sinkt.

Die Corona-Angst ist zurück an den Börsen und hinterlässt weltweit Spuren im Wirtschaftsgefüge. Mit der virusbedingten Absage der weltgrößten Mobilfunkmesse MWC in Barcelona und dem für den 19. April geplanten Formel 1 Grand Prix in Shanghai trifft es heute gleich zwei prominente Veranstaltungen. Zugleich wird aus China von einer sprunghaften Steigerung der Neuinfektionen und Todesfälle berichtet. Der gestern vermeldete kontinuierliche Rückgang seit 4. Februar und die damit verbundene Freude über das mögliche Überschreiten des Höhepunkts der Epidemie war offenbar verfrüht. 15.000 gemeldete Neuinfektion am gestrigen Tag lassen die Gesamtzahl der Infizierten sprunghaft um 34% auf nun über 60.000 ansteigen und wecken gleichzeitig Zweifel an der Statistik. Die Zahl der Todesfälle in China stieg offiziellen Angaben zufolge innerhalb eines Tages um 23% auf nun 1.369. Die Lage scheint sehr ernst. Insbesondere für den Fall, dass das Virus Afrika erreicht, wo China mit viele Staaten enge wirtschaftliche Verbindungen unterhält, warnen Experten vor einer unkontrollierten Verbreitung. Ölpreise wie Aktienkurse gehen in der Folge der erneuten Zuspitzung der Lage auf Tauchstation.

Ausgeglichene Signale kommen derweil vom OPEC-Monatsreport und en wöchentlichen DOE-Lagerbestandsdaten aus Amerika. In den USA sind die Rohöllager unerwartet besser gefüllt als in der Vorwoche. Die zuletzt stark hochgelaufenen Diesel-, Heizöl- und Benzinbestände zeigten sich dagegen leicht rückläufig, was den Markt zu einer weitgehend neutralen Reaktion veranlasste. Der OPEC-Bericht offenbarte keine großen Überraschungen. Der bürgerkriegsbedingte Einbruch der libyschen Ölförderung war bereits bekannt und fällt angesichts der aktuellen Nachfrageschwäche nicht weiter ins Gewicht. Generell sorgt sich OPEC weiter vor einem Überangebot. Die strategische Allianz mit Russland zur Stützung der Ölpreise im Rahmen der OPEC+ dürfte auch weiter von großem Interesse sein.

Für Heizölkunden kommt es nun darauf an, die Börsenentwicklung zu beobachten und neu einzuschätzen. Insbesondere bei einer weiteren Zuspitzung der Corona-Lage winken durchaus noch tiefere Ölpreise. Eine Erholung der Kurse sollte eher schrittweise von statten gehen, da viele Unwägbarkeiten lauern und die Nachfrageseite nachhaltig geschwächt sein dürfte. - ok

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