Heizölpreise erneut im Rückwärtsgang

16.01.20 • 13:04 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den internationalen Börsen zeigten sich am Mittwoch besonders am Nachmittag erneut unter Abgabedruck. Heizölkunden profitieren am Donnerstag von der Börsenbewegung und können mit Heizölpreisen rechnen, die um durchschnittlich 0,3 Cent bzw. Rappen je Liter tiefer liegen. Die kurze Aufwärtskorrektur vom Mittwoch ist damit ausgemerzt und der Abwärtstrend der Heizölpreise bis auf Weiteres intakt. Die Nachfrage nach Heizöl bleibt entsprechend hoch und könnte in den nächsten Tagen weiter steigen. Wenn sich ein neues Preistief abzeichnet.

Der wesentliche Abwärtsimpuls für die Ölbörsen bestand gestern in den wöchentlichen DOE-Lagerbestandsdaten aus den USA. Hier gab es erneut unerwartet hohe Lagerbestandszuwächse. Die Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen China und den USA, das den jahrelangen Zollstreit beileigen soll, beeinflusste die Börsenkurse dagegen Kaum. Wie bereits erwartet war das Ergebnis sowohl am Öl- als auch am Aktienmarkt bereits eingepreist. Nach den teils heftigen Kursturbulenzen die sich 2018 und 2019 während der Verhandlungen gezeigt hatten, scheint das Thema nun, zumindest vorläufig, einen versöhnlichen Abschluss gefunden zu haben. Interessant wird zu beobachten sein, wie sich die Weltkonjunktur nun, da das Damoklesschwert weg ist, entwickelt. Wird die Handbremse mittelfristig gelöst und die Wachstumstraten steigen, oder geht alles weiter wie gehabt? Während aktuell bereits Warnungen vor einer neuen Finanzkrise laut werden, die sich an einer Überhitzung des Immobilienmarkts entzünden könnte und der Klimawandel auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos als größte Gefahr für die Weltwirtschaft diskutiert wird, zeigen sich EIA, IEA und OPEC im ihren Monatsberichten zum Ölmarkt gelassen. Die globale Ölnachfrage soll auch 2020 wie gewohnt steigen. Der aktuelle Bedarf von rund 100 Mio. Barrel soll im Jahresverlauf um ein gutes Prozent auf über 101 Mio. Barrel pro Tag steigen. Da die Förderung, bzw. die Förderkapazitäten gleichzeitig schneller wachsen und über zwei Mio. Barrel Öl am Tag mehr bereitstellen können ist kaum mit steigenden Preisen zu rechnen. Ein Großteil der Angebotssteigerung stamm zudem aus Nicht-OPEC-Staaten und ist daher gegen di Quotenpolitik der OPEC resistent.

Auf dem heimischen Heizölmarkt ist Gelassenheit ebenfalls das Stichwort. Die Nachfrage nach Heizöl hoch, denn aufgrund der günstigen Preisentwicklung schreiten viele Verbraucher zur Tat und füllen ihre Tanks. Gleichzeitig ist der Markt trotz der guten Auftragslage bei den Lieferanten weit entfernt von einer Überhitzung. Lieferkapazitäten und Warenbestände sind ausreichend vorhanden. - ok

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