Bio-Quote steigt - Benzin und Diesel 2020 bis zu vier Cent teurer erwartet

12.12.19 • 13:00 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise verzeichneten am Mittwochnachmittag eine Kursrutsch, der am Donnerstag den Heizölpreisen zu Gute kommt. Die Inlandsnotierungen geben um durchschnittlich 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter nach. Die Nachfrage nach Heizöl bleibt auf einem für die Jahreszeit üblichem Niveau fernab jeglicher Über- oder Untertreibungen.

Die wöchentlichen Öllagerbestandsdaten aus den USA versetzten dem Ölmarkt gestern mit unerwartet hohen Aufbauten einen Rückschlag. Gesteigert wurden insbesondere die Heizöl- und Benzinvorräte. Der Rohöl-Bestand legte vergleichsweise wenig zu, landete aber ebenfalls im Plus, obwohl im Vorfeld ein Minus erwartet wurde. Insgesamt legten Die bestände laut DOE im Wochenvergleich um gut zehn Million Barrel zu. Erwartet wurde ein Plus von nur knapp einer Million Barrel. Die Ölbörsen schalteten unmittelbar nach der Bekanntgabe in den Rückwärtsgang. Bereits am Donnerstag folgt jedoch unmittelbar die Euphoriebremse in Form des IEA Monatsreports und hält die Ölpreise im Seitwärtstrend. Die Internationale Energieagentur schätzt das Nachfragewachstum für 2020 konstant, das Angebotswachstum aber nach den jüngsten OPEC-Beschlüssen etwas schwächer ein als zuletzt. Die Ölpreise ziehen in der Folge leicht an und begrenzen hierdurch das weitre Abwärtspotential der Heizölpreise im Tagesverlauf.

Mit Blick auf den Inlandsmarkt sollten Autofahrer in Deutschland möglichst mit einem vollen Tank ins neue Jahr starten. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit zeichnet sich für Anfang 2020 eine deutliche Preiserhöhung an den Tankstellen ab. Benzin und Diesel werden Schätzungen von Marktbeobachtern zufolge bis zu vier Cent je Liter teurer. Grund ist die steigende Bio-Quote im Kraftstoff. Heizöl ist nicht betroffen.

Während das Klimapaket der Bundesregierung breites Medieninteresse auf sich zog und deutschlandweit kontrovers über die CO2-Bepreisung ab 2021 diskutiert wurde, steht 2020 bereits eine versteckte Preiserhöhung an. Versteckt insofern, als dass es 2020 noch nicht den besagten CO2-Preis geben wird, der Produktpreis aber dennoch steigt und kaum einer darüber redet. Die „Quote für die Minderung von Treibhausgasemissionen“ (THG-Quote), steigt zum 1. Januar 2020 von vier auf sechs Prozent. Derzeit sind Mineralölkonzerne verpflichtet, im Vergleich zu 2010 vier Prozent Treibhausgase einzusparen. Dies geschieht entweder über Biokomponenten im Kraftstoff (Verbraucher kennen die Bezeichnungen B7 Diesel, E5 und E10 Benzin) oder andere geeignete Maßnahmen. Das Problem: Biodiesel und Bioethanol zur Beimischung sind in der Herstellung teurer als fossiler Kraftstoff. E10 ist zudem unbeliebt beim Verbraucher und wird selten gekauft. Nur knapp 15% der Kunden tanken E10. 85% greifen zu E5. Unternehmen die die THG-Quote verfehlen, bleibt eine Strafzahlung von 460 Euro pro Tonne CO2. Die Größenordnung der zu erwartenden Preiserhöhung durch die steigende THG-Quote ist nahezu identisch mit der des Einstiegs in die CO2-Bepreisung ab 2021. Fazit: Autofahrer sollten sich bereits Anfang 2020 auf steigende Kraftstoffpreise einstellen. 2021 wird es in Deutschland abermals teurer. Die Preise für Benzin, Diesel und dann auch Heizöl und Erdgas steigen schrittweise um zunächst ca. drei Cent je Liter bzw. 2,5 Cent je m3 Erdgas. - ok

HeizOel24-Tipp: Markt und Preise im Blick! Verfolgen Sie täglich die Entwicklung des Ölmarkts hier bei HeizOel24. 12.12.2019

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