Ölpreis und Iran - Was Heizölkunden jetzt tun sollten!

Die Ölpreise an den internationalen Börsen reagierten im Umfeld der Trump-Rede zu den Iran-Sanktionen zunächst äußerst volatil und schließlich mit einem Preissprung. Die nationalen Heizölpreise werden heute gut einen Cent bzw. Rappen je Liter höher erwartet als gestern.

Die Welt ist in Aufruhr und kennt am Mittwochmorgen nur ein Thema: US-Präsident Donald Trump hat das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und strebt neue Sanktionen an. Der Iran wiederum hat den Ball nun nach Europa gespielt und erwartet binnen weniger Wochen einen Vorschlag, wie es weitergeht. Die politische Diskussion über das adäquate Vorgehen zur Eindämmung eines drohenden Flächenbrands im Nahen Osten ist voll im Gange und wird in nahezu allen Medien geführt. An dieser Stelle soll es daher fokussiert um den Ölpreis gehen und um die Frage, wie sich Heizölkunden nun verhalten sollten.

Möglichkeit 1: Schnell noch eindecken! Eine Strategie, die offenbar viele Verbraucher verfolgen, die durch knappe eigenen Vorräte gezwungen sind, zu tanken. Seit gestern Abend ist ein sprunghafter Anstieg der Heizölkäufe im Onlinehandel zu verzeichnen. Der zuvor dahindümpelnde Markt hat sich schlagartig belebt und der heutige Handelstag dürfte einer der umsatzstärksten des laufenden Jahres werden. Sich bei Bedarf schnellstmöglich einzudecken macht durchaus Sinn, denn der Markttrend zeigt weiter nach oben und noch sind die Heizölpreise mit durchschnittlich 1,2 Cent bzw. Rappen je Liter im Vergleich zu gestern nur moderat gestiegen. Wer im Internet kauft, kann auch am morgigen Feiertag bestellen und sich den angezeigten Preis sichern. Die US-Börsen haben geöffnet und so lohnt es auch an Christi Himmelfahrt einen Blick auf die Ölpreisentwicklung zu werfen. Fällt die Entscheidung „heute tank´ ich voll“ wird Vatertag zum Heizöltag.

Möglichkeit 2: Die Preisspitze aussitzen - der Sommer ist noch lang! Mit etwas Glück glätten sich Wogen schnell wieder und die Heizölpreise erschließen ihr durchaus vorhandenes Potential nach unten. Die Risikoprämie, die durch das neu aufgerollte Iran-Abkommen auf dem Ölmarkt lastet, lässt sich mit annähernd 10 Dollar je Barrel beziffern. So groß ist der Anstieg, den die Ölpreischarts seit Anfang März zeigen. Bei den inländischen Heizölpreisen ging es in fast identischer Größenordnung nach oben. Der Ölpreisanstieg wurde durch Wechselkursverluste gehebelt und so zeigt sich bei den Inlandspreisen für Heizöl ein Aufschlag von aktuell neun Cent bzw. Rappen je Liter gegenüber der letzten ruhigen Preisphase Anfang März. Auch längerfristig betrachtet sieht es für die „Aussitzen“-Taktik aus aktueller Sicht nicht allzu gut aus. Die Heizölpreise zeigen seit dem 12-Jahres-Tief vom Januar 2016 einen stabilen Aufwärtstrend. Ausgehend vom absoluten Tiefpunkt am 21.01.2016 haben sich die Heizölpreise nahezu verdoppelt und tendieren erstmals seit Jahren wieder über dem 10-Jahres Durchschnitt. Dieser übergeordnete Gesamttrend zeigt sich sehr beständig und Verbraucher, die auf fallenden Heizölpreise spekulieren sollten ihn kennen und beachten. Rücksetzer von zehn Cent/Rappen und mehr je Liter Heizöl sind jedoch problemlos möglich, ohne den Trend anzutasten.

Fazit: Es spricht einiges dafür, dass sich der Ölmarkt aktuell in einer Übertreibungsphase befindet und sich die Nachrichtenlage bis zum Wochenende in einer finalen Preisspitze erschöpft. Der Atomstreit mit dem Iran als Keimzelle einer unkontrollierbaren Sicherheitslage im gesamten Nahen Osten ist auf der anderen Seite eine reale Bedrohung, die den Ölpreis jederzeit weiter nach oben treiben kann. Neben dem Akut-Thema Iran bleibt der Ölpreis bis auf weiteres von den Fördermengenbeschränkungen der OPEC und der stetig wachsenden globalen Nachfrage bestimmt. Auch die US-Energiebehörde EIA beugt sich offenbar der Realität und hat in ihrem neuesten Monatsreport die Preisschätzungen bis Ende 2018 drastisch angehoben. Um rund zehn Dollar je Barrel sollen die Ölpreise nun höher liegen als bei der letzten Schätzung im April und erst ab Anfang 2019 wieder unter 70 Dollar je Barrel Brent (Nordseeöl) fallen. Für das zweite Halbjahr 2018 werden Ölpreise von durchschnittlich 71,36 Dollar mit leicht fallender Tendenz erwartet. Ausgehend vom heutigen Ölpreis besteht also immerhin ein Abwärtspotential von über fünf Dollar je Barrel.

Lange war es nicht so schwer, eine Empfehlung auszusprechen. Die Kundenmeinungen zum Thema „kaufen oder warten“ zeigen immernoch ein deutliches Übergewicht im „Warten“-Lager. Diese wird seit gestern aber deutlich kleiner und die Zahl derer, die den Sack zu macht und Heizöl bestellt, ist sprunghaft gestiegen. Wer persönlich unentschieden ist, ob der Ölpreis bis zum Herbst wieder fällt, kann sich mit einer Teilmenge eindecken. Wer heute halb voll tankt hat weiter alle Optionen und kann hinterher in jedem Fall behaupten (ein bisschen) Recht gehabt zu haben. - ok

HeizOel24-Tipp: Genießen Sie den Feiertag und denken Sie daran: HeizOel24 hat immer geöffnet bei Bedarf können Sie 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr auf die aktuelle Preisentwicklung am Ölmarkt reagieren. HeizOel24 - 09.05.2018

Börsendaten:
  Mittwoch 09.05.2018 - 12:06 Uhr Schluss Vortag 08.05.2018 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
76,91 $
pro Barrel
76,03 $
pro Barrel
+1,16%
Gasöl 675,25 $
pro Tonne
668,50 $
pro Tonne
+1,01%
Euro/Dollar 1,1853 $ 1,1864 $ -0,09%
(konstant)
USD/CHF 1,0024 CHF 1,0010 CHF +0,14%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 09.05.2018 - 12:06 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 67,98 € 66,39 € +2,40%
Österreich 78,30 € 77,61 € +0,89%
Schweiz 94,71 CHF 93,52 CHF +1,27%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
steigend steigend
alle Angaben ohne Gewähr
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