Gasölanstieg zieht Heizölpreise mit

26.06.26 • 11:27 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise starten nach einem unruhigeren Donnerstag schwächer in den Freitag. Ein Containerschiff wurde gestern in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen, was zunächst stützte. Zudem legte Gasoil deutlich zu und erreichte den höchsten Stand in dieser Woche. Am Freitagmorgen gaben die Notierungen wieder nach, hinterlassen aber bei den Heizölpreisen im Inland noch bleibenden Eindruck. Der Brennstoff kostet durchschnittlich 1,5 Cent je Liter mehr als gestern.

Die Ölpreise können am Freitagmorgen die Aufwärtsbewegung vom Donnerstagabend nicht halten und geben wieder nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell 72,66 US-Dollar, die amerikanische Ölsorte WTI steht bei 69,40 US-Dollar. Gasoi notiert bei 894,25 US-Dollar je Tonne, nachdem er am Donnerstag zeitweise über 915 US-Dollar geklettert war.

Am gestrigen Vormittag setzten Brent und WTI zunächst ihren Abwärtstrend fort. Saudi-Arabien kündigte an, seine Ölexporte aus dem Hafen Ras Tanura wieder aufzunehmen, was die Ölpreise unter Druck setzte. Als am Nachmittag dann überraschend starke US-Wachstumszahlen für das erste Quartal veröffentlicht wurden, drehte die Stimmung. Gasoil zog besonders kräftig an, getrieben von der aktuellen Hitzewelle in Europa und einem angekündigten Streik an der ExxonMobil-Raffinerie im belgischen Antwerpen, der das Angebot an Mitteldestillaten kommende Woche verknappen dürfte.

Am Abend stütze eine weitere Meldung. Das Containerschiff Ever Lovely, betrieben von der taiwanesischen Reederei Evergreen Marine, geriet beim Durchfahren der Straße von Hormus unter Beschuss. Die Besatzung blieb unverletzt und das Schiff konnte seine Fahrt fortsetzen. Washington hielt sich mit einer Schuldzuweisung zurück und will zunächst klären, ob der Schuss eigenmächtig oder auf Befehl der Revolutionsgarden abgefeuert wurde. Trump erklärte am späten Abend, die Meerenge sei offen.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sieht das anders und setzte ihren Evakuierungsplan für den Persischen Golf vorerst aus. Die iranische Behörde für die Meerenge ließ verlauten, dass sie nur für Schiffe auf ihren offiziell vorgesehenen Routen Verantwortung übernehme. Wer andere Wege wähle, tue das auf eigenes Risiko.

Auf Wochensicht steuern Brent und WTI auf den dritten Verlust in Folge zu. Der Trend nach unten ist klar, auch wenn Einzelereignisse wie der Beschuss am Donnerstag immer wieder für kurzfristige Ausschläge sorgen.

Die Heizölpreise in Deutschland bleiben am Freitagvormittag etwas fester. Im bundesweiten Durchschnitt liegt der Literpreis bei knapp 1,13 Euro und damit knapp zwei Cent höher als noch am Vortag. Durch den kräftigen Anstieg der Gasölpreise ging es auch mit Heizöl bereits gestern nach oben und markierte den Tag mit dem größten Plus in dieser Woche. In Österreich liegt der Literpreis heute bei 1,29 Euro, in der Schweiz bei 1,11 Schweizer Franken. Der Blick auf den Jahreschart relativiert den heutigen Aufschlag schnell. In allen drei Ländern lagen die Preise im März und April teilweise 30 bis 40 Prozent über dem aktuellen Niveau. Seit Mitte Juni hat sich der Markt dennoch stark beruhigt und pendelt sich ein.

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