Irans Bedingungen befeuern Ölpreise

07.08.26 • 09:33 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise sind am Donnerstag kräftig gestiegen und behaupten sich am Freitagmorgen auf dem höheren Niveau. Ausgelöst hat den Sprung der neu entflammte Streit um die Straße von Hormus, denn der Iran knüpft eine Öffnung der Meerenge inzwischen an harte Bedingungen. Eine rasche Einigung mit Washington rückt damit in weite Ferne. Mit den Heizölpreisen geht es damit erstmal wieder nach oben. Im Durchschnitt sind es knapp drei Cent bzw. Rappen je Liter.

An den Börsen zeigt sich der Ölmarkt am Freitagmorgen gefestigt. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 83,38 US-Dollar je Barrel und tritt nach dem Anstieg auf der Stelle. Die US-Sorte WTI gibt leicht auf 77,93 US-Dollar nach. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, liegt bei 1.195,50 US-Dollar je Tonne und tendiert ebenfalls etwas schwächer.

Der Auslöser sitzt wieder in der Straße von Hormus, jener Meerenge am Persischen Golf, durch die einst ein großer Teil des weltweiten Öls verschifft wurde. Zuletzt hatte sich der Iran mit dem Oman auf eine sichere Route durch die Passage verständigt, die als Schlüssel für eine Wiederöffnung galt. Nun teilte Teheran mit, wie sich das Land die weitere Nutzung vorstelle. Schiffe aus den USA und Israel sollen ganz draußen bleiben, für als feindlich eingestufte Länder werden Durchfahrtsgebühren fällig. Iranische Staatsmedien nennen Sätze von fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts. Der Oman hatte drei Prozent vorgeschlagen, während Washington jede Gebühr ablehnt.

US-Präsident Donald Trump gab sich am Donnerstag noch betont zuversichtlich. Der Krieg werde ziemlich bald enden und die Meerenge sei im Moment sozusagen offen, sagte er vor Reportern. Auffällig war, dass er diesmal keinen konkreten Tag für ein Abkommen mehr in Aussicht stellte, anders als an den Vortagen. Die USA bestehen weiter auf freier Durchfahrt und einer Rückkehr zum Vorkriegszustand, der Iran beharrt auf seinem Gebührensystem.

Von Entspannung ist in der Region wenig zu spüren. In der Nacht zum Freitag feuerte der Iran nach eigenen Angaben erneut auf feindliche Ziele nahe der Insel Qeschm am Eingang der Meerenge. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen setzen zudem ihre Angriffe fort und hatten Anfang der Woche einen saudischen Öltanker im Golf von Aden getroffen. Saudi-Arabien rechnet Berichten zufolge mit koordinierten Angriffen irakischer Milizen, die von den iranischen Revolutionsgarden gelenkt werden. Solange solche Meldungen den Markt erreichen, bleibt der Risikoaufschlag im Ölpreis erhalten. Zumal eine Rückkehr zu einer freien Straße von Hormus, wie es sie vor dem Krieg gab, unwahrscheinlich wird. Mit den Gebühren würden die Kosten für den Transport steigen und somit die Fracht für den Markt teurer machen.

In Deutschland kehrt sich der freundliche Monatstrend vorerst um. Der bundesweite Liter kostet heute Morgen rund 1,27 Euro, knapp drei Cent mehr als gestern. Ein Teil der Entlastung vom Monatsanfang ist damit schon wieder aufgezehrt. Seit dem ersten August hatte der Preis zuvor knapp neun Cent nachgegeben, was die Nachfrage wieder etwas belebt hatte.

In Österreich fällt der Aufschlag heute geringer aus. Der Liter liegt im Schnitt bei 1,57 Euro und damit weiter sieben Cent unter dem Juli-Hoch. Die Heizölpreise in der Schweiz kosten 1,35 Franken je Liter, nach der jüngsten Beruhigung dreht die Kurve dort wieder nach oben. Knapp zwei Rappen wird es am Morgen teurer.

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