Ölpreise nach Trumps Wahlschlappe wenig bewegt

04.11.26 • 08:22 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise notieren am Mittwochmorgen kaum verändert zum Dienstagsschluss, nachdem sie gestern einen kurzen Anlauf nach oben wieder abgebrochen hatten. Die Demokraten haben die Zwischenwahlen in den USA gewonnen, und US-Präsident Trump stellt vorerst keine neuen Angriffe auf den Iran in Aussicht. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz starten nahezu unverändert in den Tag.

Die Nordseesorte Brent kostet heute Morgen 104,45 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Sorte WTI 96,20 US-Dollar. Gegenüber dem Dienstagmorgen, als Brent noch knapp bei 107 US-Dollar gehandelt wurde, ist das ein Minus von rund drei US-Dollar. Der Dienstag verlief in zwei Hälften. Am Vormittag hielten Berichte über einen neuen US-Schlag auf eine Stellung der Revolutionsgarden auf der Insel Gheschm die Preise oben. Am Nachmittag drehte der Wind jedoch. Meldungen über Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran machten die Runde, und Trump kündigte zugleich an, die jährliche Militärhilfe von vier Milliarden US-Dollar für Israel zum Jahresende einzustellen. Beides nahm dem Markt die Angst vor einer schnellen Eskalation, Brent und WTI rutschten so tief wie seit zwei Wochen nicht mehr. Bis zum Abend kam zwar ein Teil der Verluste zurück, am Ende stand jedoch ein kleines Minus. Gasöl ging dagegen teurer aus dem Tag, weil ausgedehnte Brände an der Raffinerie Yanos nach einem ukrainischen Drohnenangriff dem Produkt Halt gaben. Heute Morgen bewegt es sich kaum.

Die Nacht gehörte dann der Wahl. Die Demokraten übernehmen laut aktuellen Prognosen die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, und nach Zählung der Nachrichtenagentur AP wechseln mindestens fünf republikanische Senatssitze die Seite, darunter sogar Texas, Kansas und Iowa, wo die Republikaner sonst als gesetzt gelten. Trump schob die Schuld auf seiner Plattform Truth Social unter anderem auf die eigenen Kandidaten, räumte gegenüber der New York Times dann aber ein, das Resultat anzuerkennen. Republikanische Strategen sehen nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim den Iran-Krieg und die teuren Benzin- und Dieselpreise als Hauptgrund für die Pleite, und Trump selbst gestand demnach ein, der Iran habe dazu beigetragen. Für den Ölmarkt zählt jetzt, was das Wahlergebnis mit seiner Iran-Politik macht. Noch während die Amerikaner wählten, erklärte er der Financial Times, ein Angriff stehe derzeit nicht an, die USA bekämen ohnehin gerade alles, was sie wollten. Dem Nachrichtenportal Axios hatte er tags zuvor schon gesagt, mit dieser Entscheidung lasse er sich Zeit. Ob eine demokratische Mehrheit im Kongress ihn zu mehr Zurückhaltung zwingt oder ob er den Krieg doch noch mit einem Militärschlag beenden will, bleibt offen. Der Markt hat solche Signale aus Washington zuletzt mehrfach kommen und wieder verpuffen sehen und wartet entsprechend ab.

Aus Teheran kommen weiter gemischte Töne. Irans Sicherheitsbeauftragter Rezai bewertete auf der Plattform X das, was Washington bislang auf die neuen Vorschläge geantwortet hat, als unzureichend. Ein ranghoher iranischer Vertreter ging laut Reuters noch weiter und sprach von einem großen Abstand zwischen den Positionen der USA und des Iran. Katars Außenamtssprecher al-Ansari zeigte sich dennoch hoffnungsvoll, dass eine Vereinbarung erreichbar sei. In der Straße von Hormus melden die iranischen Revolutionsgarden derweil die Zerstörung von vier Tankern. Nach ihrer Darstellung liefen die Schiffe auf Minen, weil sie Teherans vorgeschriebenen Küstenkorridor verlassen hatten. Unabhängig bestätigt ist das nicht. Das Analysehaus Kpler beziffert die Ölmenge, die derzeit noch durch die Meerenge gelangt, auf rund 45 Prozent des Vorkriegsniveaus. Gleichzeitig will Saudi-Aramco die Produktion im vierten Quartal auf das Maximum fahren, und die Vereinigten Arabischen Emirate melden steigende Exporte. Am Nachmittag richtet sich der Blick dann auf die US-Lagerdaten. Das American Petroleum Institute hatte am Dienstagabend einen Rückgang der Rohölbestände um 5,3 Millionen Barrel geschätzt, erwartet worden war ein minimaler Abbau. Um 16:30 Uhr folgt der offizielle Bericht des US-Energieministeriums.

Der deutsche Bundesschnitt für Heizöl liegt heute Morgen bei knapp 1,73 Euro je Liter und damit minimal über dem Dienstagsschluss. Gestern hat sich bewahrheitet, was die Börsen am Vormittag angedeutet hatten. Vom Morgenstand bei rund 1,71 Euro kletterte der Liter im Tagesverlauf um knapp zwei Cent, womit der Montagsrutsch zu einem großen Teil wieder ausgeglichen wurde. Damit ist der Preis zurück auf dem Niveau, das die Heizölkunden schon von Ende Oktober kennen, und der November bleibt bislang klar über dem Oktoberschnitt.

In Österreich kostet der Liter etwa 1,83 Euro, exakt das Niveau vom Dienstag. Hier war der Preis gestern gegen den deutschen Trend gelaufen und hatte gut einen Cent abgegeben, dieser kleine Vorsprung bleibt heute erhalten. In der Schweiz steht der Liter mit rund 1,74 Franken unverändert auf dem Wert von gestern. Dort hatte der Dienstag allerdings ein Plus von rund drei Rappen gebracht.

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