
Ölpreise drehen nach US-Angriffen wieder hoch
03.11.26 • 11:11 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Die Ölpreise erholen sich am Dienstagmorgen von ihrem kräftigen Rückgang zum Wochenstart. Berichte über US-Angriffe auf die iranische Insel Keschm, die Washington wochenlang unter Verschluss hielt, lassen die Notierungen wieder steigen. Auch Gasöl legt seit dem frühen Morgen zu. Die Heizölpreise in Deutschland und Österreich liegen am Morgen noch knapp unter dem Montagsstand, in der Schweiz ziehen sie bereits um durchschnittlich zwei Rappen nach oben.
Die Nordseesorte Brent kostet heute Morgen 106,92 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Ölsorte WTI 98,13 US-Dollar. Am Montag hatten die Rohölpreise noch deutlich nachgegeben, Brent schloss knapp zehn US-Dollar unter dem Freitagsstand, WTI fast acht. Den Anstoß gaben zwei Nachrichten aus Washington und Teheran. US-Präsident Trump antwortete vor Reportern mit einem klaren Nein auf die Frage, ob er nach den Zwischenwahlen einen Angriff auf den Iran erwäge. Fast zeitgleich hieß es, Irans Oberster Führer Mojtaba Khamenei habe seinen Unterhändlern mehr Spielraum für die Gespräche mit den USA gegeben. Trump kommentierte den Preisrückgang auf seiner Plattform Truth Social, Öl falle „wie ein Stein“. Der Gasölpreis gab am Montag ebenfalls deutlich nach, zusätzlich belastet von der Ankündigung aus Moskau, die Dieselausfuhren im November erhöhen zu können. Seit dem frühen Dienstagmorgen ziehen die Notierungen allerdings wieder an, Gasöl ebenso wie Rohöl.
Die USA haben am Montag Ziele auf der Insel Keschm angegriffen, die am Eingang der Straße von Hormus liegt. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern war der Schlag bereits der jüngste von mehreren kleineren Angriffen auf den Iran in den vergangenen Wochen, die Washington bislang nicht öffentlich gemacht hatte, um keine neue große Militäroperation anzukündigen. Laut dem US-Portal Axios zerstörte ein Kampfjet am Montagabend eine Raketenstellung der Revolutionsgarden, nachdem diese zuvor ein US-Flugzeug beschossen hatten. Die iranische Staatsagentur IRNA meldete fünf Explosionen auf der Insel, die Revolutionsgarden sprechen von drei abgeschossenen US-Drohnen. Aus Washington kommen damit weiterhin zwei Botschaften. Zum einen sieht US-Vizepräsident Vance Fortschritte auf dem Weg zu einer Verhandlungslösung, zum anderen droht Trump mit einem möglichen Angriff auf die unterirdische Atomanlage am Pickaxe-Berg, sollte es keine Einigung geben.
Teheran zeigt sich davon wenig beeindruckt. Ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter sagte laut Reuters, ein Abkommen sei noch weit entfernt, die überzogenen Forderungen Washingtons werde man ablehnen. Irans Armeechef Ali Abdollahi verlangte zusätzlich Reparationen, das Ende aller Sanktionen und die Anerkennung iranischer Hoheit über die Straße von Hormus. Katar schickt derweil die dritte Vermittlerdelegation innerhalb einer Woche nach Teheran. Heute richtet sich der Blick außerdem auf die Zwischenwahlen in den USA. Der Markt wartet ab, wie Washington danach mit dem Iran umgeht und ob ein starkes Abschneiden der Demokraten die Mehrheiten im Kongress verschiebt.
Der deutsche Bundesschnitt für Heizöl liegt am Morgen bei knapp 1,71 Euro je Liter. Am Montag war der Liter um knapp drei Cent gerutscht, nachdem er über das Wochenende noch bei rund 1,73 Euro gelegen hatte. Heute Morgen hält sich der Preis auf diesem tieferen Niveau. Regional fällt das Bild weiter gemischt aus. In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen gibt der Liter rund einen Cent nach, im Saarland und in Berlin zieht er bereits leicht an. Die Spanne zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland bleibt groß, in Rheinland-Pfalz kostet der Liter rund 1,75 Euro, in Hamburg etwa 1,64 Euro. Der November startet trotz des Rückgangs damit klar über dem Oktoberschnitt. Aktuell liegt der Liter gut drei Cent über dem Mittel des Vormonats. Entsprechend lebhaft war die Nachfrage am Montag.
In Österreich kostet der Liter am Morgen 1,84 Euro, gut einen halben Cent weniger als am Montag. Vom Hoch von rund 1,86 Euro zum Monatswechsel haben sich die Preise damit etwas entfernt, der Novemberschnitt liegt aber ebenfalls über dem Oktoberwert. In der Schweiz kostet der Liter im landesweiten Durchschnitt rund 1,72 Franken, knapp zwei Rappen mehr als gestern. Mit den festen Börsenvorgaben bildet sich auch für die Heizölpreise neues Aufwärtspotenzial.
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| Börsendaten | Dienstag 03.11.2026 11:11 Uhr | Schluss Vortag 02.11.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 105,53
$
pro Barrel | 104,27
$
pro Barrel | +1,21% |
Gasöl | 1.424,50
$
pro Tonne | 1.393,50
$
pro Tonne | +2,22% |
Euro/Dollar | 1,1184
$
| 1,1187
$
| -0,03% (konstant) |
USD/CHF | 0,8186
CHF
| 0,8184
CHF
| +0,02% (konstant) |
| Heizölpreis | Dienstag 03.11.2026 11:11 Uhr | Schluss Vortag 02.11.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 170,83 € | 168,69 € | +1,27% |
Österreich | 184,23 € | 183,99 € | +0,13% |
Schweiz | 172,42 CHF | 170,04 CHF | +1,40% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | konstant | ||
| Heizöl | konstant | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
