Ölpreise hängen im politischen Hin und Her fest

04.06.26 • 10:45 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Nach dem Preissprung zur Wochenmitte starten die Ölpreise am Donnerstag ohne neue Dynamik, bleiben aber gestützt. Brent hält sich bei der Marke von 97 US-Dollar, nachdem die Notierungen am Vortag im Zuge neuer Spannungen im Persischen Golf deutlich angezogen hatten. Auch die Heizölpreise im Inland legen erstmal eine Verschnaufpause ein und halten sich auf Vortagesniveau.

Hinter der Bewegung steckt inzwischen mehr als die Frage, ob die USA und der Iran wieder miteinander reden oder nicht. Die Gespräche werden zunehmend von den Ereignissen im Libanon überschattet. Aus iranischer Sicht gehören beide Themen zusammen. Solange Israel seine Angriffe fortsetzt, sieht die Führung in Teheran keinen Spielraum für Fortschritte.

Entsprechend deutlich fallen die Aussagen aus. Außenminister Abbas Araghtschi machte erneut klar, dass eine Waffenruhe aus iranischer Sicht nur dann Bestand hat, wenn sie für alle Fronten gilt. Ähnlich äußerte sich auch Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der den USA vorwirft, ihre Zusagen nicht einzuhalten. Der Libanon ist damit längst vom Nebenschauplatz zur Bedingung geworden.

Daher folgt nun ein neuer Anlauf, die Lage vor Ort zu stabilisieren. Nach Gesprächen in Washington haben sich Israel und der Libanon laut US-Regierung darauf verständigt, eine Waffenruhe umzusetzen. Voraussetzung ist, dass die Hisbollah ihre Angriffe vollständig einstellt und sich aus dem Gebiet südlich des Litani zurückzieht.

Das ist bereits der zweite Versuch. Eine ähnliche Vereinbarung gab es bereits, sie hielt jedoch nicht lange. Die Hisbollah hatte sie ohnehin nicht akzeptiert, während Israel seine Angriffe zuletzt sogar noch ausgeweitet hatte. Erst nachdem Teheran damit drohte, die Gespräche mit den USA ganz auszusetzen, wurde der Druck aus Washington erhöht und die Offensive wieder zurückgenommen.

Die Gespräche sollen nun im Laufe des Monats fortgesetzt werden. Zudem hat sich das US-Repräsentantenhaus mehrheitlich gegen eine Fortsetzung des Krieges mit dem Iran ausgesprochen. Die Resolution ist rechtlich zunächst nicht bindend, erhöht aber den Druck auf Präsident Trump, den militärischen Kurs zu überdenken. Für eine tatsächliche Umsetzung müsste auch der Senat zustimmen, zudem könnte Trump sein Veto einlegen.

Die offiziellen US-Bestandsdaten des Department of Energy (DOE) wurden gestern auch noch veröffentlich. Laut DOE sind die Bestände für die vergangene Berichtswoche deutlich gefallen und liegen weit über den Erwartungen. Gleichzeitig stiegen die Exporte, um die fehlenden Mengen aus dem Nahen Osten zumindest teilweise auszugleichen. Das sorgt dafür, dass Rücksetzer aktuell kaum Bestand haben.

Die Heizölpreise in Deutschland haben sich nach dem Anstieg zu Wochenbeginn wieder auf einem höheren Niveau eingependelt. Am Donnerstagvormittag liegt der bundesweite Durchschnitt bei gut 1,23 Euro je Liter. Nach der jüngsten Bewegung zeigen sich die Heizölpreise aktuell eher träge, ein klarer Richtungsimpuls von außen bleibt vorerst aus.

In Österreich halten die Preise inne und bleiben vorerst bei 1,45 Euro je Liter stehen. In der Schweiz sehen Verbraucher eine deutlich freundlichere Bewegung. Heizöl kann am Vormittag rund drei Rappen zu gestern abwerfen und erreicht heute einen kantonweiten Durchschnittspreis von rund 1,22 Franken pro Liter. Die Nachfrage ist in allen drei Ländern dennoch im Stand-by-Modus und wartet auf entscheidende Impulse.

HeizOel24-Tipp: Sie warten auf einen bestimmten Preis? Kein Problem! Legen Sie ihn fest und wir informieren Sie per E-Mail bzw. Push-Nachricht, wenn dieser erreicht ist. Nutzen Sie einfach die Preisalarm-Funktion in der Angebotsliste oder in der App. HeizOel24.

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