Öl- und Heizölpreise verschnaufen

16.07.26 • 10:45 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

In der Nacht hat das US-Militär seine Angriffswellen gegen den Iran fortgesetzt. Teheran meldet Gegenschläge auf die verbündeten Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Der Ölmarkt zeigt sich davon bemerkenswert unbeeindruckt und gibt sogar leicht nach. Davon angesteckt, können auch die Heizölpreise im Inland ein Stück weit von ihren Höhenflügen zurückkommen. Durchschnittlich einen Cent bzw. Rappen je Liter kostet Heizöl am Morgen weniger als gestern.

An den Ölbörsen ist nach einem dreitägigen kräftigen Anstieg zunächst die Luft raus. Brent aus der Nordsee notiert am Donnerstagmorgen bei 84,71 US-Dollar pro Barrel und damit etwas schwächer. Die US-Sorte WTI gibt mit 79,55 US-Dollar deutlicher nach. Gasöl, die für Heizöl maßgebliche Referenz an der Londoner Terminbörse ICE, hält sich bei 1.144,50 US-Dollar pro Tonne und bewegt sich kaum, weil der Markt die Eskalation der vergangenen Tage bereits eingepreist hat.

Dabei liefern die Nachrichten aus der Region eigentlich reichlich Zündstoff. Gleich dreimal binnen 24 Stunden flog das US-Militär Angriffswellen gegen den Iran. Die jüngste erreichte in der Nacht erstmals den Norden des Landes. Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen rund um Teheran sowie Treffer in der Provinz Semnan, in der ballistische Raketen und das Raumfahrtprogramm angesiedelt sind. Das Regionalkommando Centcom, zuständig für den Nahen Osten, nennt als Ziele Kommandozentralen, Luftabwehr und Anlagen zur Überwachung der Schifffahrt. Zuvor hatten die USA einen unbeladenen Tanker auf dem Weg zur iranischen Verladeinsel Charg beschossen und ihre Seeblockade gegen iranische Häfen erneuert.

Aus US-Regierungskreisen heißt es, die Angriffe sollten die iranische Luftabwehr so weit schwächen, dass Washington sich die Option für umfassendere Operationen offenhält. Es wären vorbereitende Maßnahmen für den Fall, dass der Befehl zu intensiveren Einsätzen fällt. Trotz dieser Kulisse verzichten die Ölpreise auf einen weiteren Sprung nach oben. Am Morgen überwiegt die Neigung, die jüngsten Zuwächse erst einmal zu sichern, denn den Ausfall an Transportkapazität hat der Markt längst verbucht. Durch die Straße von Hormus passierten in den vergangenen sieben Tagen rund 300 Schiffe, etwa die Hälfte davon unter US-Geleitschutz. Vor Beginn der Angriffe waren es täglich mehr

Im Hintergrund köcheln weitere Risiken für das Angebot. Weil sich die EU-Staaten bislang nicht auf neue Russland-Sanktionen verständigen konnten, läuft das bestehende Paket samt Preisdeckel für russisches Rohöl vorerst bis zum 23. Juli weiter. Parallel setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russische Raffinerien fort, eine große Anlage könnte für Monate ausfallen. So bleibt der Markt an mehreren Fronten unter Spannung und hält die Notierungen auf Trab.

Die Heizölpreise im Inland legen am Vormittag eine kleine Verschnaufpause von ihrer Aufwärtsbewegung der letzten Tage ein. Rund einen Cent bzw. Rappen je Liter geht es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nach unten. Im deutschen Bundesschnitt kostet Heizöl aktuell 1,31 Euro pro Liter, und liegt damit etwa sechs Prozent höher als am Montag. Seit Ende Juni drehen die Heizölpreise wieder nach oben und folgen den bullishen Vorgaben an den Börsen. In Österreich bezahlen Verbraucher rund 1,51 Euro im landesweiten Mittel und damit etwa fünf Prozent mehr als noch zum Wochenauftakt. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Schweiz, wo der Wochenzuwachs ebenfalls bei fünf Prozent liegt und die Heizölpreise auf einen schweizweiten Durchschnitt von 1,35 Franken je Liter hebt. Entsprechend verhalten zeigt sich die Nachfrage im DACH-Raum.

HeizOel24-Tipp: Ein Blick in den Intraday-Chart zeigt, wie sich die Heizölpreise im Tagesverlauf entwickeln und welche Bewegungen sich tatsächlich durchsetzen. Durch die Aktualisierung alle fünf Minuten werden Veränderungen früh sichtbar und lassen sich besser für Kaufentscheidungen einordnen. HeizOel24

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