Heizölpreise bleiben auf Abwärtskurs

29.05.26 • 10:16 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise haben im gestrigen Handel zunächst aufgrund der angespannten Ausgangslage zugelegt, konnten die frühen Aufschläge aber nicht halten und sind im weiteren Verlauf deutlich zurückgekommen. Auslöser waren zunächst neue US-Angriffe auf iranische Ziele sowie überraschend klare Lagerabbauten in den USA. Beides stützte die Notierungen am Vormittag. Im gestrigen Tagesverlauf ist auch Heizöl schnell seinen Preis-Schluckauf losgeworden und orientierte sich wieder nach unten. Am Morgen gibt es weitere Vergünstigungen von durchschnittlich zwei Cent bzw. Rappen je Liter.

Im gestrigen Handel klatschten Bären die Bullen ab, als das US-Nachrichtenportal Axios über einen ausgehandelten Deal zwischen den USA und Iran berichtete. Schnell drehten die Notierungen nach unten und gingen letztlich mit deutlichen Abschlägen aus dem Handel. Auch die Gasölpreise gaben spürbar nach und nahmen die Heizölpreise mit ins Gepäck.

Am Freitagmorgen setzt sich diese Bewegung fort. Die Nordseesorte Brent notiert bei rund 92,60 US-Dollar je Barrel, das amerikanische Rohöl WTI bei etwa 87,50 Dollar. Gasöl liegt bei gut 1.015 Dollar je Tonne und damit klar unter dem Vortagesniveau.

Die Meldungen über ein Friedensabkommen kamen etwas vorschnell, denn bestätigt ist nichts. Nach Informationen aus US-Kreisen liegt ein Entwurf für eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran auf dem Tisch. Vorgesehen ist demnach eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage sowie Gespräche über das iranische Atomprogramm. Gleichzeitig soll die Straße von Hormus wieder vollständig für den Schiffsverkehr geöffnet werden.

Solange jedoch die Unterschriften fehlen, gehen Unsicherheit und Hoffnung Hand in Hand. Selbst innerhalb der US-Regierung wird betont, dass die Entscheidung noch aussteht. Iranische Stellen kommentierten, dass weder ein fertiger Text vorliegt noch eine Einigung erzielt wurde. Dennoch stimmt die Richtung. Der Wille beider Seiten, den Krieg beenden zu wollen, hat zuletzt die Ölpreise von ihren Hochständen zurückgeholt.

Die Datenlage passt eigentlich nicht dazu. Die US-Bestandsdaten des Department of Energy (DOE) bestätigten die bereits vom API gemeldeten Rückgänge. Die Rohölvorräte sanken um 3,3 Mio. Barrel, auch in Cushing wurden weitere Abbauten gemeldet. Besonders auffällig bleibt die Entwicklung bei den Produkten. Die Benzinbestände sind bereits zum 15. Mal in Folge gefallen.

Die hohe Raffinerieauslastung und steigende Nachfrage treffen damit auf ein knappes Angebot. Gleichzeitig deuten die Handelsdaten darauf hin, dass die USA verstärkt exportieren, um Engpässe im internationalen Markt abzufedern. Das unterstreicht, dass die globale Versorgung trotz fallender Preise weiterhin unter Druck steht. Dennoch gewichten Marktteilnehmer die DOE-Daten weniger als die Aussicht auf ein Friendensabkommen.

Im Inland zeigt sich der Rückgang inzwischen deutlich. Heizöl liegt im deutschen Schnitt bei rund 1,16 Euro je Liter und damit klar unter der Marke von 1,20 Euro. Ein Großteil des Preisanstiegs aus den vergangenen Wochen ist damit wieder verschwunden.

Mit den niedrigeren Preisen zieht auch die Nachfrage an. Die Bestellmengen steigen, gleichzeitig werden wieder mehr Aufträge ausgelöst. Wer akuten Bedarf hat, kauft heute 17 Cent je Liter günstiger ein als noch Anfang Mai.

Die Unterschiede zwischen den Regionen bleiben noch bestehen. Im Süden ist Heizöl weiterhin günstiger zu bekommen als im Norden. Die Spanne liegt bei rund neun Prozent und ergibt sich vor allem aus der jeweiligen Versorgung.

Auffällig ruhig bleibt dagegen der Raum Berlin. Trotz des Wegfalls der Druschba-Lieferungen aus Russland gibt es aktuell keine Anzeichen für Engpässe. Die Versorgung hat sich stabilisiert, und auch die Preise haben sich zuletzt deutlich nach unten bewegt.

In Österreich und der Schweiz profitieren Verbraucher ebenfalls von der weiterhin weichen Tendenz. Am Vormittag kostet ein Liter Heizöl dort 1,46 Euro bzw. 1,14 Franken. Damit ist der flüssige Brennstoff in Österreich ca. 12 % und in der Schweiz rund 17 % günstiger als noch zu Beginn des Monats.

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