Teurer Wochenauftakt: Öl- und Heizölpreise drehen nach oben

13.07.26 • 11:57 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise ziehen am Montag deutlich an. Über das Wochenende hat sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran am Persischen Golf weiter zugespitzt. Amerikanische Kampfjets flogen erneut Angriffe auf iranische Ziele. Teheran schlug zurück und traf dabei eine Ölförderanlage. Durch die Straße von Hormus fährt kaum noch ein Schiff. Die Heizölpreise werden im Zuge der Aufwärtsbewegung mit nach oben gezogen. Verbraucher zahlen im Vergleich zu Freitag durchschnittlich vier Cent bzw. Rappen mehr je Liter.

Am Ölmarkt schlägt die neuerliche Eskalation voll durch. Brent, die Nordseesorte, notiert am Mittag bei 77,53 US-Dollar pro Barrel, und bleibt weiterhin unterhalb der 80 US-Dollar-Marke. Das sind knapp drei Prozent mehr als zum Freitagsschluss. Die US-Sorte WTI klettert um knapp zwei Prozent auf 72,79 US-Dollar. Der an der Londoner Warenterminbörse ICE gehandelte Gasölkontrakt springt um gut vier Prozent auf 1.045,75 US-Dollar pro Tonne, was sich im Inland bemerkbar macht.

Auslöser des Preisschubs ist eine weitere Runde amerikanischer Militärschläge. Das US-Zentralkommando CENTCOM meldete am Montagmorgen, man habe am Sonntag Dutzende Ziele getroffen. Darunter waren Luftabwehrstellungen, Küstenradare und Drohnenanlagen. Nach eigenen Angaben setzten die USA erstmals unbemannte Angriffsboote ein. Vorausgegangen war der iranische Beschuss eines zyprischen Containerfrachters, der am Samstag die Meerenge passieren wollte.

Teheran ließ das nicht unbeantwortet. Die Revolutionsgarden IRGC meldeten Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien sowie auf Radaranlagen im Oman. Jordanien fing nach eigenen Angaben vier Raketen ab. Kuwait und Bahrain lösten Luftalarm aus. Nach Wochen ohne Angriffe auf Förderinfrastruktur traf der Iran nun offenbar wieder eine Offshore-Anlage. Betroffen war die staatliche Kuwait Oil Company, bei der ein Arbeiter verletzt wurde. Ein direkter Treffer auf die Produktion befeuert nun wieder die Sorge vor einem knappen Angebot.

Die Straße von Hormus bleibt also so gut wie dicht. Nach Zähldaten des Analysehauses Kpler passierten am Sonntag nur sechs Schiffe die Straße von Hormus. So wenige waren es seit fünf Wochen nicht mehr. US-Präsident Donald Trump beteuerte am Wochenende, die Passage sei weiter offen, was allerdings vom Iran dementiert wurde.

Stützend wirkt zudem, dass ukrainische Drohnen zuletzt erneut russische Raffinerien getroffen haben. Das verknappt das Angebot an Diesel und Heizöl und hat die Verarbeitungsmargen auf den höchsten Stand seit vier Jahren gehoben. Moskau reagierte mit einem Exportverbot für Diesel. Das trifft vor allem den Gasölkontrakt und damit direkt den Heizölpreis.

In Deutschland kostet Heizöl heute im Bundesschnitt knapp 1,24 Euro pro Liter. Das sind rund drei bis vier Cent mehr als am Freitag und der höchste Stand seit sieben Wochen. Seit den Tiefständen Mitte Juni bei rund 1,08 Euro hat die Aufwärtsbewegung den Preis um rund sechzehn Cent verteuert.

In Österreich hält sich der Preis bei 1,44 Euro pro Liter und bewegt sich im Vergleich zu Freitag kaum. Die jüngste Rally hat die Talsohle der letzten Wochen erstmal hinter sich gelassen. In der Schweiz kostet Heizöl aktuell 1,25 Franken pro Liter. Das sind rund drei Rappen je Liter mehr als noch zum Wochenschluss.

HeizOel24-Tipp: Ein Blick in den Intraday-Chart zeigt, wie sich die Heizölpreise im Tagesverlauf entwickeln und welche Bewegungen sich tatsächlich durchsetzen. Durch die Aktualisierung alle fünf Minuten werden Veränderungen früh sichtbar und lassen sich besser für Kaufentscheidungen einordnen. HeizOel24

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