
Heizölpreise gehen optimistisch ins Wochenende
17.04.26 • 10:07 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel
Eine Waffenruhe im Libanon, neue Gesprächssignale zwischen Washington und Teheran und erste konkrete Vorschläge auf dem Tisch – der Ölmarkt kommt zum Wochenausklang etwas zur Ruhe. Mit dem neuen Input zeigen sich die Ölpreise vorerst vorsichtig und knüpfen an das gestrige Niveau an. Dennoch schwingt die Hoffnung auf mögliche Lösungen im Raum, die die festere Tendenz im Tagesverlauf aufweichen könnte. Das kommt auch im Inland bei den Heizölpreisen an.
Die Ölpreise zeigen sich am Freitagmorgen zunächst unbewegt, nachdem die versöhnlichen Töne zwischen den USA, Israel und dem Iran lauter werden. Im frühen Handel notieren die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI bei 98,65 US-Dollar bzw. 93,68 US-Dollar und damit nahe ihrer Vortagesniveaus.
In der Nacht ist die angekündigte Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. Die USA haben zehn Tage Pause vermittelt und dabei einen Sechs-Punkte-Plan durchgesetzt, der die libanesische Regierung verpflichtet, Angriffe der Hisbollah zu unterbinden, während Israel seinerseits auf Offensivschläge verzichtet. Das Recht auf Gegenwehr bleibt dabei auf beiden Seiten bestehen, und genau darin liegt die Unsicherheit: Schon wenige Stunden nach Beginn meldet die libanesische Armee Beschuss im Süden des Landes, die Hisbollah spricht von Gegenangriffen.
Trotzdem verändert sie die Lage. Der Libanon war zuletzt einer der zentralen Hebel im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, und dass dieser Schauplatz zumindest vorübergehend befriedet wird, schafft Raum für das, worauf der Markt inzwischen stärker achtet als auf Militärmeldungen: direkte Gespräche.
Trump rechnet offen damit, dass sich beide Seiten noch am Wochenende wieder treffen, und erstmals werden auch inhaltliche Details greifbar. Nach US-Angaben hat Teheran angeboten, für mehr als 20 Jahre auf Atomwaffen zu verzichten und bereits angereichertes Uran zu übergeben. Teheran selbst widerspricht aber. Berichten zufolge sprach der Iran lediglich von wenigen Jahren. Die Forderung nach Abgabe des hochangereicherten Urans lehnte er ab. Auch hält dieser grundsätzlich an seinem Recht auf Urananreicherung fest. Was tatsächlich vereinbart werden könnte, ist damit weiter offen.
Hinzu kommt, dass die USA ihre ÖL-Exporte zwar auf hohem Niveau fahren, aber zunehmend an Kapazitätsgrenzen stoßen. Europa und Asien greifen verstärkt auf amerikanisches Öl zurück, weil Alternativen fehlen, und das lässt sich nicht unbegrenzt ausweiten. Die Preise fallen also nicht, weil sich die Lage entspannt hat, sondern weil sie sich berechenbarer anfühlt. Das ist ein Unterschied, den der Markt gerade einpreist.
Leichte Entspannung zeigt sich auch bei den Inlandspreisen. Der bundesweite durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt bei rund 1,32 Euro je Liter. Das ist etwa ein Cent weniger als gestern. Der genaue Blick zeigt dennoch regionale Uneinheitlichkeit. In vielen Regionen sind die Preise leicht gefallen, etwa in Berlin, Brandenburg oder Nordrhein Westfalen. Gleichzeitig gibt es auch Bundesländer, in denen die Preise noch leicht gestiegen sind, zum Beispiel im Saarland oder in Baden Württemberg. Die einheitlichen Bewegungen, wie sie während der starken Preisbewegungen zu sehen waren, sind verschwunden. Stattdessen reagieren die Preise bei nachlassender Dynamik regional unterschiedlich.
Auch das Kaufverhalten passt sich an. Nach einer längeren Phase des Abwartens reagieren viele Verbraucher wieder schneller auf Preisrückgänge. Sobald die Preise nachgeben, steigt die Nachfrage an. Gleichzeitig bleibt eine gewisse Zurückhaltung bestehen, weil die Lage weiter unsicher ist und sich jederzeit ändern kann.
In Österreich liegt der Heizölpreis aktuell bei rund 1,73 Euro je Liter. Mit Abschlägen von rund fünf Cent je Liter zeigt sich dort die größte Korrektur im DACH-Raum. In der Schweiz notiert Heizöl aktuell bei rund 1,32 Franken je Liter und ist etwa zwei Rappen günstiger als gestern. Der Markt zeigt sich insgesamt stabilisiert. Die großen Preissprünge sind seltener geworden, dafür reagieren die Preise vorsichtiger auf neue Entwicklungen am Weltmarkt.
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| Börsendaten | Freitag 17.04.2026 10:07 Uhr | Schluss Vortag 16.04.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Rohöl Brent Crude | 98,41
$
pro Barrel | 98,29
$
pro Barrel | +0,12% |
Gasöl | 1.181,00
$
pro Tonne | 1.175,50
$
pro Tonne | +0,47% |
Euro/Dollar | 1,1782
$
| 1,178
$
| +0,02% (konstant) |
USD/CHF | 0,7832
CHF
| 0,7828
CHF
| +0,05% (konstant) |
| Heizölpreis | Freitag 17.04.2026 10:07 Uhr | Schluss Vortag 16.04.2026 | Veränderung zum Vortag |
|---|---|---|---|
Deutschland | 133,16 € | 132,09 € | +0,81% |
Österreich | 172,77 € | 177,39 € | -2,60% |
Schweiz | 132,18 CHF | 132,32 CHF | -0,10% |
| Ø 100l Preis bei 3.000l | |||
| 4-Wochen Prognose | |||
|---|---|---|---|
| Rohöl | fallend | ||
| Heizöl | fallend | ||
| alle Angaben ohne Gewähr | |||
