Ölpreise brechen ein – Feuerpause lässt Risikoprämie bröckeln

08.04.26 • 11:01 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Der Ölmarkt dreht in der Nacht abrupt. Nur Stunden zuvor drohte eine massive Ausweitung des Konflikts: US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran ein Ultimatum gestellt und im Falle eines Scheiterns Angriffe auf zentrale Infrastruktur angekündigt – bis hin zur vollständigen Zerstörung. Kurz nach Ablauf dieser Frist folgt die Kehrtwende. Washington und Teheran verständigen sich auf eine zweiwöchige Feuerpause. Die Preise reagierten sofort und fielen unter 100 US-Dollar. Die Entlastung drückt auch die Heizölpreise weit nach unten. In Deutschland zahlen Verbraucher durchschnittlich 13 Cent, in der Schweiz knapp 20 Rappen je Liter weniger.

Die Wende kam in letzter Minute. US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran eine klare Frist gesetzt: Sollte die Straße von Hormus nicht bis Fristablauf für den Schiffsverkehr geöffnet werden, drohten Angriffe auf zentrale Infrastruktur. In seinen öffentlichen Aussagen nannte er dabei ausdrücklich Kraftwerke, Brücken und Energieanlagen. Die Kette aus Drohungen hatte sich immer mehr in die Ölpreise gehakt.

Der Iran ordnete die Angriffe der USA und Israels klar als Verstoß gegen das Völkerrecht ein und begründete damit seine militärischen Gegenschläge. Außenminister Araqchi machte zugleich deutlich, dass ein Aussetzen dieser Operationen nur dann in Frage kommt, wenn die Angriffe vollständig eingestellt werden. Zudem knüpfte er den vorübergehenden Waffenstillstand an konkrete Bedingungen.

Diese Bedingungen sind im iranischen 10-Punkte-Plan gebündelt, der in den vergangenen Tagen über Vermittler eingebracht wurde. Gefordert werden ein vollständiges Ende aller Angriffe, verbindliche Sicherheitsgarantien, die Aufhebung der Sanktionen und der Abzug ausländischer Truppen aus der Region. Hinzu kommen wirtschaftliche Punkte wie Entschädigungen und die Freigabe eingefrorener Gelder. Zentral ist zudem die Rolle der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht Einfluss auf die Absicherung und Nutzung der Route und stellt damit die Kontrolle über einen der wichtigsten globalen Öltransitwege zur Diskussion.

Und dann kam es doch noch zu einer Einigung. Die USA setzen die angekündigten Angriffe vorerst aus, während Teheran im Gegenzug signalisiert, die Straße von Hormus für zwei Wochen wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen und eine sichere Passage zu ermöglichen. In Europa wurde die Vereinbarung als Schritt zur Deeskalation begrüßt. Gleichzeitig formiert sich international Unterstützung für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Frankreich möchte gemeinsam mit rund 15 weiteren Staaten an einer defensiven Mission arbeiten, um die Passage durch die Meerenge abzusichern und den Öltransport wieder in Gang zu bringen.

Die Reaktion an den Börsen fällt entsprechend deutlich aus. Brent und WTI geben kräftig nach und rutschen wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Ein großer Teil der zuvor eingepreisten Risiken wird auf einen Schlag ausgepreist. Diese Bewegung setzt sich auch am Produktmarkt fort. Die Gasölpreise, die zuvor bis in die Nähe der Hochs aus dem Jahr 2022 gestiegen waren, drehen spürbar nach unten und nehmen damit einen Teil des Drucks aus dem europäischen Heizölmarkt.

Die Entspannung am Weltmarkt schlägt nun deutlich auf die Heizölpreise durch. Nach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen Tage drehen die Preise wieder nach unten und geben einen Teil ihres Gewichtes ab. Der durchschnittliche Heizölpreis in Deutschland liegt aktuell bei rund 1,42 Euro je Liter. Eine Bestellung von 3.000 Litern kostet im Vergleich zu gestern damit rund 450 Euro weniger. Mit der Entspannung wird ein spürbarer Teil der jüngsten Preisspitze wieder korrigiert, auch wenn das Niveau insgesamt weiterhin erhöht bleibt. Innerhalb Deutschlands bleibt die bekannte Struktur bestehen. Regionen im Norden liegen weiterhin über dem Durchschnitt, während südliche Regionen spürbar darunter notieren. Die Differenz bleibt damit erhalten, auch wenn sich das gesamte Preisniveau nach unten verschiebt.

Im Vergleich mit den Nachbarländern zeigt sich ein uneinheitliches Bild. In Österreich bleibt die Korrektur in engem Rahmen und drückt die Heizölpreise nur mäßig nach unten. Dort kostet ein Liter des flüssigen Brennstoffs aktuell noch 1,90 Euro im landesweiten Durchschnitt. Dagegen fällt das Preisniveau in der Schweiz in die Tiefe. Lag der kantonweite durchschnittliche Heizölpreis gestern noch bei rund 1,58 Franken je Liter, sind es am heutigen Vormittag nur noch etwa 1,42 Franken.

HeizOel24-Tipp: Die Abwärtsbewegung bei den Heizölpreisen lässt nun wieder mehr Spekulationsraum zu. Hier lohnt sich, ein Preisalarm zu setzen. Sie legen den Preis fest, zu dem Sie kaufen möchten, und werden automatisch informiert, sobald Ihr Wunschwert erreicht wird. HeizOel24

Jetzt auf dem Laufenden bleiben
Infoservices
138,95 €
Veränderung
-11,50 %
zum Vortag
138,95 €
/100l
Prognose
0,00 %
zu morgen
Ø DE €/100l bei 3.000l | 08.04.2026, 13:10
$/Barrel -8,97%
Gasöl 1.230,00
$/Tonne -14,88%
Euro/Dollar 1,1687
$ +0,78%
US-Rohöl 95,02
$/Barrel -13,88%
Börsendaten
Mittwoch
08.04.2026
11:01 Uhr
Schluss Vortag
07.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
94,18 $
pro Barrel
103,40 $
pro Barrel
-8,92%
Gasöl
1.254,25 $
pro Tonne
1.445,00 $
pro Tonne
-13,20%
Euro/Dollar
1,1681 $
1,1597 $
+0,72%
(etwas fester)
USD/CHF
0,7886 CHF
0,7967 CHF
-1,02%
(schwächer)
Heizölpreis
Mittwoch
08.04.2026
11:01 Uhr
Schluss Vortag
07.04.2026
Veränderung
zum Vortag
Deutschland
141,42 €
0,00 €
0,00%
Österreich
190,09 €
0,00 €
0,00%
Schweiz
142,75 CHF
0,00 CHF
0,00%
Ø 100l Preis bei 3.000l
4-Wochen Prognose
Rohöl fallend
Heizöl fallend
alle Angaben ohne Gewähr

HeizOel24 Logo
Marktbarometer

Tagesaktuelle Auswertung des Handelsgeschehens auf HeizOel24 im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 12 Monate.
Ölpreise steigen vor Ultimatum-Ablauf
07.04.26 • 09:39 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise legen in der neuen Handelswoche weiter zu und knüpfen damit an die festen Vorgaben nach dem verlängerten Osterwochenende an. Hintergrund ist die festgefahrene Lage rund um die Straße von Hormus sowie die heute auslaufende Frist der US-Regierung gegenüber dem Iran. Für Heizölkunden bedeutet das: Die Aufwärtsbewegung setzt sich fort und sorgt erneut für steigende Inlandspreise.Die Nordseesorte Weiterlesen
Trump-Rede katapultiert Ölpreise nach oben
02.04.26 • 10:02 Uhr • Janin Wordel
Die Ölpreise ziehen heute kräftig an und drehen damit die Bewegung vom Vortag deutlich nach oben. Nach einem richtungslosen Mittwoch sorgt die neue Eskalationsrhetorik aus Washington für einen Stimmungswechsel. Für Verbraucher bedeutet das: Heizöl verteuert sich spürbar und legt aktuell um durchschnittlich zehn Cent pro Liter zu.Am Mittwoch fehlte dem Markt zunächst die klare Linie. Die Nordseesorte Weiterlesen

Pressekontakt

Oliver Klapschus
Geschäftsführer
030 7017120
Newsarchiv