US-Signale halten Ölpreise nicht auf

06.03.26 • 10:48 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise konnten sich im gestrigen Handel etwas beruhigen, nachdem eine Meldung aus Washington überraschte. Die Trump-Regierung könnte bald direkt in den Terminmarkt für Öl eingreifen, um die Preise zu dämpfen. Nichtsdestotrotz halten sich die Öl- und Heizölpreise an ihr gewohntes Wochenmuster und starten fester in den Freitag. In Deutschland und Österreich ist die Aufwärtsbewegung im Vergleich zu den Vortagen aber deutlich gedrosselt. Heizöl legt um durchschnittlich 0,4 Cent je Liter zu. In der Schweiz geben die Heizölpreise sogar deutlich nach. Etwa zwei Rappen weniger zahlen Verbraucher heute für den Liter des flüssigen Brennstoffs.

Wie genau die US-Regierung in den Ölmarkt eingreifen will, weiß bislang niemand. Ein Beamter des Weißen Hauses ließ gestern durchblicken, dass das Finanzministerium eine Mitteilung vorbereite, ohne Details zu nennen. Konkret wäre ein solcher Schritt historisch: Staatliche Eingriffe in Rohstoff-Terminmärkte sind in den USA äußerst selten. Finanzminister Scott Bessent, der vor seinem Amtsantritt selbst jahrelang als Hedgefonds-Manager Rohstoffe handelte, wäre der Mann am Steuer. So lange noch kein konkreter Plan vorliegt, wartet der Markt ab.

Parallel dazu hat Washington Indien, den drittgrößte Ölimporteur der Welt, genehmigt, bis Anfang April mehr russisches Rohöl zu kaufen. Indische Raffinerien hatten nach dem Wegfall der Golflieferungen über die gesperrte Straße von Hormus teilweise Force Majeure für ihre Produkte erklären müssen. Die Ausnahmegenehmigung gilt nur für Öl, das bereits vor dem 5. März verladen wurde und direkt nach Indien geliefert wird. Eine dauerhafte Lösung ist das nicht, aber für die indische Industrie ein wichtiges Sicherheitsnetz für den laufenden Monat.

An den grundlegenden Problemen ändert das alles wenig. Die Straße von Hormus bleibt blockiert, über 300 Öltanker warten im Persischen Golf. Die Lager der Ölproduzenten in der Region füllen sich, weil das Öl nicht abfließen kann. Der Irak hat seine Förderung deshalb drastisch reduziert, Katar produziert weiterhin kein Flüssiggas.

Gestern weitete Israel den Konflikt auf den Libanon aus, nachdem die Hisbollah Angriffe auf israelisches Gebiet geflogen hatte. Der Iran griff einen US-Tanker im Persischen Golf an. Goldman Sachs hält Brent über 100 US-Dollar pro Barrel für realistisch, sollte die Meerenge noch fünf Wochen gesperrt bleiben. Ob strategische Ölreserven freigegeben werden, wie es die USA im Frühjahr 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine taten, steht noch nicht fest.

Für deutsche Verbraucher ist die Teuerung von etwa 0,4 Cent je Liter am Vormittag vergleichsweise milde. Die Heizölpreise legten auf Wochensicht um 11 Prozent zu und gehen mit einem letzten Aufwärtsschlenker in das Wochenende. Der bundesweite Durchschnittspreis beläuft sich aktuell auf gut 1,31 Euro pro Liter, dem höchsten Stand seit über drei Jahren. Wessen Tankreserven Richtung Null gehen, braucht starke Nerven. Warten, kaufen? Zwar spielen zumindest die Temperaturen mit und die Heizung hat ihren Volllastmodus verlassen, dennoch ist haben besser als brauchen. Eine kleine Menge zur Überbrückung verschafft die nötige Sicherheit. Auffällig ist, dass sich die regionale Preisschere im Laufe der Woche weiter geöffnet hat. Während Verbraucher oberhalb der deutschen Mittellinie durchschnittlich 1,35 Euro für den Liter Heizöl zahlen, sind Ölheizer südlich davon mit etwa 1,28 Euro etwas günstiger dran.

In Österreich starten die Heizölpreise mit mehr Rückenwind. Durchschnittlich 0,9 Cent je Liter geht es nochmal nach oben. Damit kostet der Liter Heizöl heute 1,54 Euro. Seit Montag hat der flüssige Brennstoff um knapp 14 Prozent zugelegt. Die Heizölpreise in der Schweiz spielen heute in einer anderen Liga. Dort geht es runter und zwar nicht zu knapp. Rund zwei Rappen je Liter sind es aktuell. Für alle drei Märkte gilt: Verbraucher mit Kaufwunsch sollten wachsam bleiben und die Nachrichtenlage genau beobachten.

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