Heizölpreise außer Kontrolle – wann ist Schluss?

04.03.26 • 10:14 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Im gestrigen Handel konnten Brent und Gasöl nochmal deutlich zulegen, bis Gewinnmitnahmen etwas Luft abließen. Am Mittwochmorgen geht es mit neuer Dynamik weiter aufwärts. Um die Lage zu entschärfen, hat US-Präsident Trump angekündigt, Öltanker durch die Straße von Hormus eskortieren zu lassen. Der Markt glaubt ihm nur halb. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen weiter. Am Vormittag geht es nochmal rund zwei Cent bzw. Rappen je Liter nach oben.

Trumps Ankündigung klingt entschlossen genug. Die US-Marine soll Handelsschiffe durch die Meerenge begleiten, die USA wollen zudem Versicherungsschutz für den Tankerverkehr organisieren. An den Börsen sorgte das gestern Abend für eine kurze Verschnaufpause, wirklich überzeugt zeigte sich der Markt dabei nicht. Trader fragen sich, wie diese Eskorten konkret aussehen sollen, wann sie einsatzbereit wären und ob Reedereien das als ausreichende Sicherheit akzeptieren. Solange diese Fragen offen bleiben, bleibt der Risikoaufschlag im Preis.

Der Iran hat seine Warnung gestern prompt wiederholt. Die Straße von Hormus befinde sich im Kriegszustand, jedes Schiff müsse mit Angriffen durch Raketen oder Drohnen rechnen. Über zehn Tanker wurden nach eigenen Angaben bereits attackiert. Gleichzeitig meldeten die israelischen Streitkräfte eine neue Angriffswelle gegen Ziele im Iran, Saudi-Arabien wehrte Drohnen und Marschflugkörper ab. Es ist der fünfte Kriegstag, und die Lage zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.

Währenddessen weiten sich die Produktionsausfälle in der Region aus. Katar hat die Flüssiggasproduktion eingestellt, der Irak drosselt die Förderung an wichtigen Ölfeldern, und Saudi Aramco prüft, Ölexporte über das Rote Meer umzuleiten. Der gestern Abend veröffentlichte API-Bericht zeigte einen starken Aufbau der US-Rohölbestände, der in normalen Zeiten den Markt nach unten gezogen hätte. Heute ist er kaum der Rede wert. Am Nachmittag folgen die offiziellen DOE-Bestandsdaten. Ob sie Beachtung finden, hängt davon ab, was bis dahin aus dem Persischen Golf gemeldet wird.

Heizöl kostet in Deutschland heute im Bundesschnitt 1,30 Euro pro Liter. Damit klettert der Preis seit Wochenbeginn um gut 12 Cent. Wer den Chart der letzten fünf Tage sieht, traut seinen Augen kaum. Die Kurve geht fast senkrecht nach oben. Und Heizöl ist dabei nicht allein. Der europäische Gaspreis hat sich seit Ende Februar nahezu verdoppelt und markiert einen historischen Wochensatz. Dahinter steckt vor allem der Produktionsstopp in Katar, das rund ein Fünftel des weltweiten Flüssiggases liefert. Der Konflikt am Golf treibt beide Energieträger gleichzeitig nach oben. Für viele Haushalte ist das eine echte Belastung, zumal der Preisanstieg so abrupt kam, dass nicht jeder rechtzeitig reagieren konnte. Wer keinen dringenden Bedarf hat, fährt gut damit, abzuwarten.

In Österreich liegt der Liter heute bei knapp 1,49 Euro, in der Schweiz bei 1,25 Franken. Die Nachfrage ist nach den aufeinanderfolgenden täglichen Preissprüngen wieder deutlich abgeflaut. Zu teuer ist der flüssige Brennstoff aktuell. Es kauft nur der, der es wirklich dringend benötigt.

HeizOel24-Tipp: Wer keinen dringenden Bedarf hat, muss jetzt nicht bestellen. Setzen Sie sich einen Preisalarm auf HeizOel24 und warten Sie ab, bis sich die Lage entspannt. HeizOel24

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