Ölpreise warten auf Richtungsimpulse

16.04.24 • 10:48 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise stiegen im Vortagesvergleich um bis zu 0,35 Cent bzw. Rappen an. Hintergrund ist zum einen das stärker als erwartet gestiegene BIP Chinas und zum anderen die Ankündigung Israels auf den Angriff des Irans reagieren zu wollen. Beide Neuigkeiten sind aufgrund vielfältiger Faktoren aktuell nur bedingt preistreibend.

Der Euro fiel auf 1,061 Dollar und wartet auf neue Richtungsimpulse, während die Rohölpreise im Vergleich zum gestrigen Vormittag Gewinne machen konnten und auf der anderen Seite aktuell einer leichten Abwärtstendenz folgen. Ein Fass der Nordseerohölsorte Brent wird aktuell mit 90 und ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI mit 85 Dollar gehandelt. ICE Gasoil notiert bei 820 Dollar pro Tonne. Die leichten Abwärtsbewegungen von Gasöl und Euro gleichen sich aktuell aus, so dass signifikante Heizölpreisanpassungen aktuell unwahrscheinlich sind.

Chinas gestern veröffentlichte Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des ersten Quartals 2024 sorgten für Aufwärtsdruck am Ölmarkt. Mit einem Wachstum von 5,3 Prozent übertraf es die Markterwartung von 4,6 Prozent stark. Allerdings gibt es auch Probleme wie die hohe Verschuldung der Kommunalverwaltungen und der schwachen Binnennachfrage. Größtes Sorgenkind Chinas ist weiterhin der Immobiliensektor, welcher auch ein wichtiger Wirtschaftstreiber der zweitgrößten Wirtschaftsnation der Welt ist.

Weiterer Aufwärtsdruck für die Ölpreise kommt aus Israel. Nachdem der Iran Israel für den tödlichen Angriff auf seine syrische Botschaft verantwortlich machte und am Wochenende mit einem Vergeltungsschlag auf Israel reagierte, gab Israel an auf diesen Angriff reagieren zu wollen. Noch ist unklar, wie die Gegenaktion Israels aussehen wird. Israels und Irans Verbündete versuchen derweil beschwichtigend auf die beiden Nationen einzuwirken. Ein Mittel sind weitere oder verschärfte Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor durch die G7 und USA, welche laut Expertenmeinung allerdings nur symbolischer Natur wären, um die Ölpreise und internationale Beziehungen nicht zu strapazieren und es gleichzeitig allen Beteiligten ermöglichen würde das Gesicht zu wahren.

In Österreich und der Schweiz starten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau in den Handel, während sie in Deutschland im Schnitt um 0,35 Cent pro Liter anstiegen. Die Nachfrage ist auch weiterhin, aufgrund der unsicheren Lage im Nahen Osten, hoch und auf der anderen Seite entspannt sich die Situation leicht, da Israel noch nicht auf den iranischen Angriff reagiert hat. Regional gibt es dank dessen vereinzelt sogar Preise von rund einem Euro pro Liter Heizöl. -fr-

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