Angebotssorgen trumpfen Nachfragerückgang

11.04.24 • 10:08 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Trotz des weiteren Ölpreisverfalls am gestrigen Nachmittag, durch die unerwartet angestiegenen US-amerikanischen Ölbestände, stiegen die Heizölpreise heute Vormittag um bis zu 1,35 Rappen bzw. Cent pro Liter an. Hintergrund ist der Verdacht der USA über einen in wenigen Tagen erfolgenden Vergeltungsakt des Irans gegen Israel. Begrenzt wird das Aufwärtspotential der Ölpreise jedoch durch die sich hartnäckig haltende hohe Inflation und die daraus potentiell resultierende Verschiebung der Zinssenkungen in den USA und Europa.

Der Euro fiel deutlich auf 1,073 Dollar. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, verteuert dies die hiesigen Importe und damit auch Heizölpreise. Zusätzlich konnte sich die Rohölsorte Brent wieder auf die psychologisch wichtige 90 Dollar Marke kämpfen und auch die US-amerikanische Rohölsorte WTI stieg auf 86 Dollar pro Fass an. ICE Gasoil legte ebenfalls kräftig zu und eine Tonne wird derzeit mit 844 Dollar gehandelt. Damit besteht begrenztes Heizölpreisaufwärtspotential im Tagesverlauf.

Gestern Nachmittag sorgte der Bericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) für temporären Abwärtsdruck am Ölmarkt. Hintergrund waren ein sieben Mal so stark wie vom Ölmarkt erwarteter Anstieg der Rohölbestände des Landes sowie unerwartete Anstiege bei den Destillatbeständen, zu denen auch Heizöl gehört und Benzinvorräten der USA.

Für Aufwärtsdruck sorgte wiederum, dass die USA davon ausgehen, dass der Iran kurz davorsteht, selbst oder über Stellvertreter Vergeltungsmaßnahmen für den vermutlich durch Israel verübten Angriff auf seine syrische Botschaft durchzuführen. Israel gab dazu an, für direkte Angriffe durch den Iran entsprechende Gegenangriffspläne zu besitzen. Erfolgen die vermuten Angriffe in den nächsten Tagen tatsächlich, werden die Risikoaufschläge auf die Ölpreise weiter zulegen.

Das Aufwärtspotential der Ölpreise wird wiederum durch die neusten Nachrichten zu der Zinspolitik der US-amerikanischen (Fed) sowie europäischen Zentralbanken (EZB) begrenzt. Nach Ölmarktprognosen wird die Fed erst im September und nicht wie bisher erwartet im Juni 2024 erstmalig die Zinsen senken. Hintergrund ist die sich hartnäckig haltende Inflation in den USA sowie die trotz der hohen Zinsen wachsende Wirtschaft. Die EZB stellt dies vor Probleme, da die europäische Wirtschaft deutlich unter den hohen Zinsen leidet und die Inflation in der EU verhältnismäßig nah am zwei Prozent Ziel liegt. Da der Unterschied des EU-Leitzinses im Vergleich zu den US-amerikanischen Leitzins bereits relativ hoch ist, will die EZB aktuell keine Zinssenkungen riskieren. Im Vergleich zu den USA niedrige Zinsen schwächen potentiell den Euro gegenüber dem Dollar und verteuert damit unter anderem Ölimporte.

In der DACH-Region ziehen die Heizölpreise zum heutigen Handelsstart größtenteils stark an. Einzig in Österreich stagnieren sie noch auf den Vortageswerten. In der Schweiz stiegen sie bereits um im Schnitt 1,05 Rappen und in Deutschland um 1,35 Cent pro Liter. Regional gibt es im Süden und Westen der Bundesrepublik allerdings auch Abwärtsbewegungen. -fr-

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