Heizölpreise auf 6-Monats-Tief – Jahresprognose 2024

11.01.24 • 11:58 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Heizölpreise in Deutschland geben am Donnerstag weiter nach. Ein Tages-Minus von 0,4 Cent reicht aus, um den bundesweiten Durchschnittspreis auf den tiefsten Stand seit Ende Juli 2023 zu drücken. In Österreich und der Schweiz bewegen sich die Notierungen auf Tagesbasis zunächst nur wenig, insgesamt besteht auch hier ein klarer Abwärtstrend. Die Ölnotierungen am Weltmarkt können sich unterdessen festigen, was stabile Preise im Tagesverlauf erwarten lässt. Die mittelfristigen Aussichten auf fallende Heizölpreise sind dagegen weiter intakt. Die Nachfrage steigt wetter- und preisbedingt weiter an.

Der Euro konnte sich auf 1,098 Dollar hochkämpfen, was die Importe in andere Währungsräume leicht vergünstigt. Dem gegenüber steht leider eine moderate Aufwärtsbewegung der Ölpreise. Die Rohölsorten Brent und WTI werden derzeit mit 77 bzw. 72 Dollar pro Fass und ICE Gasoil mit 775 Dollar pro Tonne gehandelt. Damit sind leichte Heizölpreissteigerungen im Verlaufe der Nachmittagszeit wahrscheinlich.

Nachdem die im Jemen ansässigen Houthi-Rebellen am Dienstag ihren bisher größten Angriff auf die Schifffahrtsroute durch das Rote Meer durchgeführt hatten, sorgen heute die intensivierten israelischen Angriffe auf den Gazastreifen für kurzfristigen Aufwärtsdruck an den Ölbörsen, da der Markt eine Ausweitung des Konfliktes auf angrenzende Öl-produzierende Länder wie den Iran oder Saudi-Arabien befürchtet.

Eingegrenzt wird der Anstieg allerdings aufgrund des Berichtes des US-amerikanisches Department of Energy (DOE). Neben weit über den Markterwartungen liegenden Aufbauten von 1,3 Mio. Fass Rohöl und plus 8,0 Mio. Fass Benzin, stiegen die Destillatbestände, zu denen auch Heizöl gehört, um 6,5 Mio. Fass und damit auf den höchsten Stand seit September 2021. Die erneuten massiven Aufbauten suggerieren eine schwächelnde US-amerikanische Wirtschaft.

Abseits des Tagesgeschehens fällt der Blick – wie immer zu Jahresbeginn auf die weiteren Aussichten für die Öl und Heizölpreise. Was können Heizölkunden 2024 erwarten?

Auf Sicht von drei Monaten sind die Heizölpreise überall um rund 10 Prozent gefallen und in Deutschland kommt die Ein-Euro-Marke in Sicht, die zuletzt am 27. Juli 2023 unterschritten wurde. Im landesweiten Durchschnitt fehlen noch 1,3 Cent je Liter. In Berlin, Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Sachsen wird der Schwellenwert bereits heute unterschritten. Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind dagegen noch relativ teuer und ziehen den Bundes-Durchschnitt nach oben. Insgesamt zeigt sich allerdings ein störungsfreies Marktgefüge mit geringen regionalen Preisunterschieden, was zuversichtlich stimmt, dass die Heizölpreise in den nächsten Tagen weiter abrutschen. Ein klassisches Januar-Tief, das durch das nachfrageschwache erste Quartal am globalen Ölmarkt und viele volle Tanks im Inland entsteht, zeichnet sich nun unmittelbar ab. Kunden, die auf dem Höhepunkt des Winters antizyklisch handeln, haben auch 2024 wieder die Chance auf einen der günstigsten Einkaufmomente des Jahres. Wie tief die Heizölprise rutschen und ob gar die Tiefs aus dem Sommer 2023, die für Deutschland bei rund 90 Cent je Liter Heizöl liegen, noch einmal in Reichweite kommen, gilt es nun engmaschig zu beobachten.

Grundvoraussetzung ist, dass die Ölpreise am Weltmarkt weiter fallen. Hier zeigte sich zuletzt eine Seitwärtsbewegung. Unter 75 Dollar je Barrel Brent wird die wirtschaftliche Lage für viele Produzenten ungemütlich und besonders die OPEC ist immer wieder bemüht, das Preisgefüge durch Angebotsverknappungen entsprechend zu stützen. Auf der andere Seite wächst der Gegenpol der US-amerikanischen Förderung, der stark auf kleineren privatwirtschaftlichen Unternehmen fußt und nach der Corona-Pandemie zu alter Stärke zurückgefunden hat. Nachfrageseitig hängt viel an der Konjunktur in Asien, da hier mit Indien und China die Hauptwachstumstreiber der Globalen Ölnachfrage sitzen. In den Westlichen Industrienationen geht die Ölnachfrage dagegen aufgrund wirtschaftlicher Veränderungen und der Klimapolitik zurück. Drittwichtigster Faktor sind die geopolitischen Rahmenbedingungen, die stark von der Sicherheitslage im Nahen Osten und auch von Russland geprägt werden. Hier ist der Status Quo eingepreist und Aufwärtsrisiken für den Ölpreis ergeben sich in erster Linie durch eine weitere Eskalation der bestehenden Konflikte. Hier ist insbesondere ein Übergreifen des Kriegs im Gazastreifen auf ölreiche Nachbarstaaten und das Problem unsicherer Transportrouten durch Rebellenangriffe aus dem Jemen zu nennen.

Bis auf weiteres lässt sich daraus als Ölpreisprognose ein breit angelegter Seitwärtstrend zwischen 70 und 90 Dollar je Barrel Nordseeöl (Brent) ableiten, wie er auch 2023 zu beobachten war. Auch die US-Energiebehörde EIA rechnet in ihrem neusten Monatsreport mit Rohölpreisen zwischen durchschnittlich 78 und 87 Dollar. Der niedrigste Wert soll im zweiten Quartal erreicht werde, der höchste im Dritten, ehe die Ölpreise in Richtung Jahresende wieder sinken. Von den zusätzlichen Kosten durch die abermals gestiegene Staatsquote im Heizölpreis abgesehen, sind im Jahresverlauf 2024 also ähnliche Heizölpreise wie 2023 zu erwarten. Die Mehrbelastung für deutsche Verbraucher durch LKW-Maut und CO2-Preis beläuft sich auf rund fünf Cent je Liter Heizöl. Kurzum: Von unvorhersehbaren Ereignissen abgesehen sind in Bezug auf Deutschland auch 2024 Heizölpreise zwischen ca. 85 Cent und 1,20 Euro je Liter im Jahresverlauf wahrscheinlich -ok-

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