Ölpreise warten auf Richtungsimpulse

29.11.23 • 10:47 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Nach ihrem Preisfall letzte Woche erholen sich die Ölpreise leicht, wobei sich preissteigernde und -drückende Faktoren am Ölmarkt derzeit die Waage halten. Ein Sturm sorgt für massive Ölexporteinschränkungen in Russland und Kasachstan, während die Uneinigkeit in den Reihen der OPEC+ für Abwärtsdruck sorgt. Auch notiert der Dollar in der Nähe eines Dreimonatstiefs und steigert damit die Nachfrage.

Die Ölpreise erhalten heute vom weiterhin schwächelnden Dollar leichten Auftrieb. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird und der Euro auf 1,1 Dollar stieg, macht dies Importe in anderen Währungsräumen günstiger und steigert die Nachfrage. Die Rohölsorten Brent und WTI werden derzeit mit 81 bzw. 76 Dollar pro Fass gehandelt und ICE Gasoil klettert auf 827 Dollar pro Tonne. Damit sind auch heute leichte Heizölpreisanstiege wahrscheinlich.

Preisdrückend wirkt sich das für morgen anstehende Meeting des Ölförderkartells OPEC+ aus. Dieses wurde letzte Woche verschoben, da einige Mitgliedsstaaten höhere Förderquoten fordern, Saudi-Arabien allerdings weitere Begrenzungen vorsieht. Laut Marktbeobachtern strebt die OPEC einen Preis von 80 bis 100 Dollar pro Fass Rohöl an, dieser Preis wurde trotz der bestehenden Kürzungen dieses Jahr bereits mehrfach unterschritten. Aktuell zeichnet sich als Kompromiss die Weiterführung der bestehenden Einschnitte ab, allerdings kann eine weitere Verschiebung des Meetings nicht ausgeschlossen werden und könnte für weitere Ölpreisabwärtsbewegungen sorgen.

Derweil sorgt ein schwerer Sturm im Schwarzen Meer für Ölpreisaufwärtsdruck. Seit letzter Woche werden die Exporte Russlands und Kasachstans massiv eingeschränkt, was dazu führte, dass rund zwei Millionen Fass Öl pro Tag nicht exportiert werden konnten. Während Russland auf andere Exportrouten ausweicht, ist dies für Kasachstan kaum möglich und offizielle Stellen gehen von weiteren Exportrückgängen bis in die nächste Woche hinein aus.

Zum Tagesauftakt stagnieren die Heizölpreise in der DACH-Region größtenteils. Einzig in Deutschland stiegen sie im Schnitt um 0,15 Cent pro Liter an. Allerdings ziehen hier einige wenige Bundesländer den Schnitt etwas hoch, während es in anderen auch minimal abwärts ging. Besonders im Südwesten und Norden gibt es regional spürbare Abwärtsbewegungen. Die Spekulation über eine möglicherweise anhaltende Uneinigkeit in den Reihen der OPEC+ drückt auch heute deutlich auf den Ölpreis, bisher hat das Bündnis allerdings immer eine einheitliche Front zeigen können. Damit ist zumindest eine Weiterführung der bestehenden Kürzungen wahrscheinlich und dürfte spätestens ab Freitag den Weg für Ölpreisanstiege freigeben. -fr-

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