Heizölpreise uneinheitlich – CO2-Aufschlag in Deutschland

14.11.23 • 12:59 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Im Schlepptau steigender Börsenkurse haben die Heizölpreise in Deutschland am Dienstagvormittag einen Satz nach oben gemacht. Die Inlandspreise klettern um gut zwei Cent je Liter. Maßgeblich verstärkt wird die Aufwärtsbewegung dabei durch die extrem hohe Nachfrage der letzten Tage und die bevorstehenden CO2-Preiserhöung zum Jahreswechsel. Das nach dem Kursrutsch in der Vorwoche markierte Preistief ist damit passé, wobei noch nicht absehbar ist, ob sich ein nachhaltiger Aufwärtstrend bildet. In der Schweiz fällt die Preiserhöhung mit 0,1 Rappen je Liter deutlich verhaltener aus und in Österreich sinken die Notierungen sogar, was an einer verzögerten Weitergabe der Börsenverluste aus der Vorwoche liegt.

Die Aufwärtsbewegung der Ölpreise bleibt vorerst begrenzt und der Ölmarkt wartet auf neue Richtungsimpulse. Dennoch konnten sich die Rohölsorten Brent und WTI im Vergleich zu gestern Vormittag auf 82 bzw. 78 Dollar pro Fass hochkämpfen, während der Euro mit 1,069 Dollar nur minimal über dem Vortagswert gehandelt wird. ICE Gasoil konnte sich dagegen weit über die psychologisch wichtige 800 Dollar pro Tonne Marke bewegen und notiert derzeit bei 815 Dollar. Untertägig folgt Gasöl allerdings momentan einer leichten Abwärtstendenz.

Ein Grund für die wieder anziehenden Ölpreise ist die Ankündigung der USA 1,2 Mio. Fass Rohöl für die strategischen Reserven für durchschnittlich 77,57 Dollar pro Fass zu kaufen. Nachdem die USA ankündigten, drei Mio. Fass jeweils im Dezember 2023 und Januar 2024 zu kaufen, kam es nun zu verbindlichen Verträgen für die o. g. Anzahl im Dezember. Im letzten Jahr verkauften die USA rund 180 Mio. Fass aus den strategischen Rohölreserven des Landes zu durchschnittlich 95 Dollar. Die Rückkäufe sollten für maximal 72 Dollar pro Barrel WTI getätigt werden, aufgrund der dauerhaft angespannten Lage auf dem Weltmarkt, wurde dieser Wert kürzlich auf 79 Dollar angehoben. Das es jetzt nicht nur Ausschreibungen, sondern auch konkrete Rückkäufe gibt, wertet der Ölmarkt als preistreibend.

Zusätzlich preistreibend wirkt, basierend auf anonymen Quellen, dass die USA den Preisdeckel von 60 Dollar pro Fass auf russisches Öl stärker durchsetzen wollen. Angeblich wurden Informationen über rund 100 Tanker in 30 Ländern von den USA zur Überprüfung der Einhaltung des Preisdeckels eingefordert. Die USA gestehen ein, dass russisches Öl seit Einführung des Preisdeckels auch vielfach über der Grenze gehandelt wurde, gehen allerdings von hohen Kosten für Russland aus und werten ihn weiterhin als Erfolg. Für den Weltmarkt bedeutete dies, dass russisches Öl weiterhin nahezu unbeeinträchtigt zur Verfügung stand, auch wenn sich die globalen Verkaufsrouten geändert haben. Da letzten Monat bereits Sanktionen gegen zwei Firmen, die den Preisdeckel umgangen haben sollen, eingeführt wurden und die USA die Aktion nicht dementieren, hält der Ölmarkt dies für glaubwürdig und preist es entsprechend ein. Sollte der Preisdeckel rigoros durchgesetzt werden, bleibt abzuwarten wie negativ sich dies auf die russischen Ölexporte auswirkt.

In der DACH-Region reagieren die drei Länder sehr unterschiedlich auf die Schwankungen an der Börse. Während die Heizölpreise in Österreich um durchschnittlich 0,75 Cent pro Liter nachgaben, stagnieren sie in der Schweiz und steigen in Deutschland um rund zwei Cent je Liter. Durch die hohe Nachfrage der letzten Tage werden Liefertermine im alten Jahr zunehmend knapp und der Handel beginnt den um 3,2 Cent je Liter höheren CO2-Aufschlag, der ab 1. Januar 2024 erhoben wird, einzupreisen. Damit liegt der Preis pro Liter in jedem Bundesland wieder über 1,05 Euro pro Liter, wobei es regional auch Abwärtsbewegungen gibt. -fr-

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