Sinkflug der Heizölpreise stoppt

17.08.23 • 12:21 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die seit Wochenbeginn vorherrschende Abwärtsbewegung der Heizölpreise hat ein vorläufiges Ende gefunden und es deutet sich eine Aufwärtsbewegung an. Kurzfristig werden die Preise unteranderem durch ein Aufflammen des libyschen Bürgerkrieges angetrieben, während sich mittelfristig andere preistreibende Faktoren, wie die Ausweitung der freiwilligen saudischen Ölförderkürzungen bemerkbar machen könnten. Die Inlandsnachfrage nach Heizöl bleibt dagegen schwach und ist derzeit kein preistreibender Faktor.

Die Ölpreisentwicklung am Weltmarkt zeigt am Donnerstag nach oben, was auch die inländischen Heizölpreise zu positiven Vorzeichen zwingt. Der Euro fiel auf 1,08 Dollar und ICE Gasoil konnte sich auf ca. 888 Dollar pro Tonne kämpfen. Die Rohölsorten Brent und WTI fielen mit ca. 83,50 bzw. 79,50 Dollar pro Fass unter die gestrigen Vormittagswerte. Auf der anderen Seite stagniert der Euro und sowohl die Rohöl- als auch Produktpreise befinden sich auf einem deutlichen Aufwärtstrend.

Kurzfristig preistreibend wirken sich kämpfe in der libyschen Hauptstadt Tripolis aus. Mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt oder getötet. Zwar gibt es einen Waffenstillstand, die jüngsten Gefechte zeigen allerdings die angespannte Lage im Land. In der Vergangenheit beeinflusste der Machtkampf bereits mehrfach die Ölexporte des Landes.

Mittelfristig zeichnen sich Ölpreistreibende Faktoren ab. Aus OPEC+-Quellen heißt es, dass Saudi-Arabien seine freiwilligen Produktionskürzungen auf den Oktober 2023 ausweiten und ggf. verschärfen könnte. In den USA steigt die Inflation derweil weiterhin stärker als es der US-amerikanischen Notenbank (Fed) lieb ist. Die Fed hatte sich offengelassen in solch einem Fall ggf. die Zinsen weiter zu erhöhen. Dies würde die Ölpreise ebenfalls antreiben.

Die Heizölpreise in Österreich befinden sich auf dem Vortagesniveau, während sie in Deutschland und der Schweiz um durchschnittlich 0,5 Cent bzw. 0,7 Rappen pro Liter stiegen. Verbraucher mit kurzfristigen Kaufabsichten sollten nun genau beobachten, ob die Preisentwicklung ähnlich wie in der Vorwoche dynamisch nach oben dreht, oder ob ein rascher Rückfall in die Abwärtsbewegung der letzten Tage einsetzt. Die aktuelle Teuerung, kommt ausschließlich aus dem Weltmarkt und bildet die Ölpreissteigerung an der Börse ab. Inländische Preisfaktoren spielen bis auf weiteres eine untergeordnete Rolle. Logizistischer Störfaktoren oder regionale Nachfragespitzen sind in diesem Sommer kein Thema und das Preisgefüge zeigt sich landesweit sehr homogen. -fr-

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