Ölpreis zieht an: OPEC+ mit erneuter Überraschung

05.06.23 • 13:09 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Ölpreise an den internationalen Börsen in New York und London sind mit deutlichen Aufschlägen in die neue Woche gestartet. Nachdem die OPEC+ am Sonntag neue Förderkürzungen beschlossen hat ziehen auch die Heizölpreis in der DACH-Region um bis zu zwei Cent bzw. Rappen je Liter an und bringen den Seitwärtstrend neuerlich in Gefahr. Die Zahl der Bestellungen steigt deutlich an.

Die Runde der OPEC+, bestehend aus 13-OPEC und zehn Nicht-OPEC-Staaten (u.a. Russland und Mexiko) am Wochenende zu einer Verlängerung ihrer Förderquotenkürzung von 3,6 Mio. Barrel pro Tag bis Ende 2024 durchgerungen. Während diese langfristig wirkende Marktintervention bereits als weitgehend eingepreist gilt, sorgte Saudi-Arabien für eine kurzfristige Überraschung. Das OPEC-Schwergewicht kündigte an, seine Förderung im Juli um eine Mio. auf rund neun Mio. Barrel pro Tag kürzen zu wollen. Die Ölpreise reagierten prompt und die beiden Rohölsorten Brent und WTI stiegen am Montagmorgen um zwei bzw. drei Dollar im Preis. Das für den Heizölpreis ausschlaggebende Gasöl legte in der Spitze um 40 Dollar auf 721 Dollar je Tonne zu und sprang damit auf dem höchsten Stand seit April. Hier sorgte die letzte OPEC+-Sitzung für ebenfalls anziehende Preise, die sich im Mai aber schnell wieder nach unten orientierten. Auch diesmal bleibt abzuwarten, ob die Aufwärtsbewegung nachhaltig ist. Nach dem Preissprung am Morgen dominieren am Montagmittag Gewinnmitnahmen das Börsengeschehen. Gasöl fällt auf 704 Dollar je Tonne zurück. Rohöl verbleibt mit 77 Dollar je Barrel Brent deutlich unter 80 Dollar.

Mit Blick auf die Heizölpreise im Inland zeigt sich dieselbe Bewegung wie an den Börsen. Ein rascher Anstieg hievt die Notierungen kurzfristig auf das Niveau von Ende April. In Deutschland wird in fast allen Bundesländern die 90-Cent-Marke überschritten. Nur Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verbleiben noch darunter. Der landesweite Durchschnittspreis liegt am Montagmittag bei 90,4 Cent je Liter. In Österreich müssen Verbraucher mit durchschnittlich 109,7 Cent und in der Schweiz mit 105,40 Rappen rechnen. Die Nachfrage, die bereits am Freitag im Vorfeld des OPEC+-Meetings erhöht war, zieht nach dem Wochenende deutlich an. Nach den Pessimisten, die einer möglichen Fördermengenkürzung zuvorkommen wollten, sind nun die Ängstlichen am Zug, die mit weiteren Preissteigerungen rechnen. Spekulativ eingestellte Optimisten setzen auf eine ähnliche Bewegung wie im April, als die Heizölpreise schnell wieder zu sinken begannen. Die Ölpreisentwicklung beobachten sollten alle Käufergruppen auf jeden Fall genau. Aktuell stellt der Markt die Weichen für den Sommer. -ok-

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