Der April entpuppt sich als Heizölpreis-Star

20.04.23 • 13:49 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise setzen in Anbetracht der nächsten Zinsentscheid-Sitzung der US-Notenbank ihren Abwärtsmarsch fort und winken den bullish ausgefallenen DOE-Bestandsbericht reaktionslos an den Börsen durch. In Deutschland, Österreich und der Schweiz geht es mit den Heizölpreisen ebenfalls abwärts. Auch wenn sich der April wettertechnisch als sehr launisch zeigt, entpuppt er sich mit Blick auf das junge Jahr als sehr attraktiv, was die angehende Heizölbestellung betrifft. Die Nachfrage zieht weiter an.

Die Ölpreise starteten zum Auftakt des neuen Handeltages deutlich weicher und setzen auch am Donnerstagmorgen ihre Abwärtsroute fort. Der stärkere US-Dollar, der aus den Erwartungen an höheren Zinsen von den nahenden Notenbanksitzungen von Fed und EZB resultiert und die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den USA und China, die eine steigende Nachfrage nur unzureichend stützten, belasteten zuletzt die Ölpreise. Der Report des Department of Energy am gestrigen Nachmittag wurde an den Ölbörsen verhalten aufgenommen. Laut Bericht für die vergangene Woche nahmen die Rohölbestände mit -4,6 Millionen Barrel stärker ab als von Analysten vermutet und toppten zudem die vom API gemeldeten Abbauten vom Dienstag. Enttäuscht nahmen Marktteilnehmer die Aufbauten bei den Benzinvorräten auf, die sich auf + 1,3 Millionen Barrel beliefen. Da mit dem Memorial Day am 29. Mai die offizielle Driving Season in den USA beginnt, liegt der Fokus auf der Benzinnachfrage, die mit 8,5 Millionen Barrel/Tag deutlich unter den Niveaus der Vorjahre liegt. Die Futures für Brent-Rohöl verzeichneten einen Verlust von 95 Cent und notierten bei 82,17 US-Dollar pro Barrel. Die Futures für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fielen um 87 Cent auf 78,29 US-Dollar. Beide Ölsorten sanken damit seit Wochenbeginn um gut 5 Prozent und erreichen damit den niedrigsten Stand seit der Ankündigung der überraschenden Produktionskürzung durch die OPEC+ am 2. April.

Im Inland deutete sich bereits gestern weiteres Abwärtspotenzial, das sich auch am Morgen durchsetzte. Je nach Region geben die Heizölpreise im Tagesverlauf zwischen 0,2 und 0,9 Cent bzw. Rappen pro Liter nach. Seit Jahresbeginn sind die Preise für Heizöl in Deutschland um gut 23 Prozent gefallen und fanden sich Anfang April nach über einem Jahr endlich unter der 1 €-Marke ein. Das neue Ziel sind 90 Cent pro Liter Heizöl, das viele Verbraucher nun ins Visier nehmen. Bezahlten Verbraucher im Vorjahresmonat noch durchschnittlich 1,30 Euro pro Liter, sind es heute „nur“ noch 95 Cent im bundesdeutschen Durchschnitt und damit knapp 1.000 Euro weniger für eine 3.000 Liter Bestellung als letztes Jahr im April. In Österreich knickt der Heizölpreis im bundesösterreichischen Durchschnitt seit Jahresbeginn knapp 15 Prozent ein. Mit Blick auf den Chart zeigt sich in Österreich seit dem Januar eine Abwärtsbewegung, die zwar sanft, jedoch kontinuierlich ist. Im Vergleich zum Vorjahres-April zahlen Ölkunden etwa 600 Euro weniger für die 3.000 Liter Order. Wilder zeigt sich dagegen der Preis-Chart für die Schweiz. Bis März wiesen die Heizölpreise eine hohe Volatilität auf, an die sich Mitte März ein Seitwärtskanal anknüpfte und sich aktuell rückläufig entwickeln. Mit Blick auf Jahresbeginn konnten die Heizölpreise trotz der Auf und Abs bis heute insgesamt gut 19 Prozent abwerfen. In Anbetracht des Preisrückgangs, ist die Nachfrage tüchtig angezogen. Wer nicht tanken muss, wartet auf das, was noch geht. Impulsgeber für eine Bestellung sind oft die Wendepunkte, wenn die Preiskurve dreht. Jetzt sind vor allem Geduld und der Tankfüllstand gefragt.

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