Rohölpreise sinken und Ölproduktpreise steigen

21.03.23 • 10:29 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz starten sehr unterschiedlich in den Tag. Europa importiert Rekordmengen US-amerikanischen Rohöls. Die Streiks in Frankreich führen aktuell zu einem Ausfall von vier der sechs dortigen Raffinerien.

Die Rohölsorten WTI und Brent, der Euro und ICE Gasoil starten alle über den Werten von gestern Vormittag in den Handel, verzeichnen allerdings bereits alle wieder Verluste. Die drei Länder der D-A-CH-Region starten mit unterschiedlichen Preisen in den Handel, was z. B. in Deutschland wahrscheinlich zu steigenden und in der Schweiz zu fallenden Preisen im Tagesverlauf führen wird. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 67,39 Dollar, einem Minus von 0,43 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit73,35 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,57 Prozent. Der Euro wird aktuell mit 1,0710 Dollar, einem Minus von 0,12 Prozent, gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt wird aktuell mit 762,50 Dollar gehandelt, einem Minus von 1,17 Prozent.

Europa versucht seit Beginn des Ukraine-Krieges unabhängig von russischen Ölimporten zu werden und verzeichnet zwar Rückschläge, schafft dies jedoch tendenziell. Die US-amerikanischen Raffinerien leiden dagegen Wetter- und Wartungsbedingt an einer geringen Auslastung und dies seit Monaten. Dies führt dazu, dass die US-amerikanischen Rohölsorten wie Brent mit deutlichen Abschlägen zu den europäischen Varianten gehandelt werden und die europäischen Raffinerien importieren die US-amerikanischen Sorten dankbar. Im aktuellen Monat sollen sich die europäischen Rohölimporte aus den USA auf 2,1 Mio. B/T belaufen. Das gute Preisleistungsverhältnis wird laut Experten voraussichtlich noch monatelang so verbleiben und damit potentiell ein neues Abhängigkeitsverhältnis schaffen. Kurz und mittelfristig wirkt dies jedoch preissenkend auf Ölprodukte.

Preissenkend für Rohöl, weil weniger verarbeitet werden kann und preistreibend für Heizöl wirken sich die Streiks in Frankreich aus. Die dortige Bevölkerung kämpft mit den Streiks seit Wochen gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters von 62 auf 64 Jahre, welche der französische Präsident per Rechtskniff undemokratisch am Parlament vorbei durchgesetzt. Inzwischen wirken sich die Streiks auf vier der sechs französischen Raffinerien aus. Dort streiken teils die Arbeitnehmer und teils bekommen die Raffinerien kein Rohöl mehr, da dieses aufgrund der Arbeitsniederlegung an den Häfen nicht mehr zu den Raffinerien gelangt. Damit verliert Frankreich erneut temporär die Möglichkeit 883.000 B/T Rohöl in z. B. Benzin, Diesel und Heizöl zu verarbeiten. Die Auswirkungen werden langsam am Ölmarkt spürbar. In den vergangenen Wochen wurden die Streiks durch die gut gefüllten Läger abgefedert. Im Zuge des Ölproduktembargos auf russische Ölproduktlieferung per Schiff, wurden die Lager mit günstigen russischen Produkten befüllt. Diese Möglichkeit besteht nun nicht mehr, die Lager leeren sich und die Heizölpreise bekommen Aufwärtsdruck.

In der D-A-CH-Region starten die Heizölpreise stark unterschiedlich in den Tag. In Deutschland können sich Heizölinteressenten über einen durchschnittlichen Rückgang von 0,8 Cent pro Liter freuen. In Österreich starten die Heizölpreise auf dem Vortagesniveau in den Handel und in der Schweiz stiegen sie im Schnitt um 0,2 Rappen pro Liter. Die Anzahl der Bestellungen am gestrigen Montag stiegen im Vorwochenvergleich um rund zehn Prozent. -fr-

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