Heizölpreise zeigen leichte Entspannung zum Wochenende

13.03.26 • 10:59 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Nach tagelangem Preisanstieg kommen die Ölnotierungen am Freitagmorgen erstmals etwas zurück. Washington hat mit einer befristeten Lockerung der Russland-Sanktionen ein weiteres Entlastungssignal gesetzt. Ob das reicht, um die Ölbullen zu beruhigen, ist fraglich. Verbraucher können am Vormittag auf eine kleine Entspannung im Preischart schauen. Die Heizölpreise geben vielerorts bis zu drei Cent bzw. Rappen je Liter nach. Die Nachfrage im Allgemeinen bleibt jedoch gering.

Was diese Woche an den Ölmärkten passiert ist, sucht in der jüngeren Geschichte seinesgleichen. Die amerikanische Referenzsorte WTI pendelte in den vergangenen fünf Handelstagen in einer Preisspanne von rund 43 US-Dollar – ein Ausschlag, den der Markt zuletzt im Frühjahr 2020 erlebt hatte, als die Pandemie die Nachfrage wegbrechen ließ und die Preise kurzzeitig sogar unter Null fielen. Brent bewegte sich in einer Bandbreite von rund 38 US-Dollar. Am Freitagmorgen notierte Brent bei 100,83 US-Dollar je Barrel, WTI bei 95,54 US-Dollar, jeweils leicht unter dem gestrigen Niveau.

Den Ausschlag dafür gab eine neue Entscheidung aus Washington. Die US-Regierung hat eine befristete Ausnahmegenehmigung erteilt, die es Abnehmern weltweit erlaubt, bereits auf See befindliches russisches Öl zu kaufen, ungeachtet der sonst geltenden Sanktionen. Betroffen sind Ladungen, die bis zum 12. März verladen wurden. Die Regelung gilt bis zum 11. April und schließt den Iran explizit aus. US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die Maßnahme als gezielt begrenzt und zeitlich eng getaktet. Russland werde daraus keinen nennenswerten Vorteil ziehen.

Es ist nicht die erste Notfallmaßnahme dieser Woche. Die Internationale Energieagentur IEA hatte bereits am Mittwoch eine koordinierte Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den strategischen Ölreserven ihrer 32 Mitgliedsländer auf den Weg gebracht, den größten Eingriff dieser Art in der Geschichte der Organisation. Der Markt hat das alles bisher mit Skepsis quittiert. Denn was die Preise wirklich treibt, lässt sich weder aus einem Reservelager holen noch per Erlass abschalten.

Die Straße von Hormus bleibt gesperrt. Der Iran hat seine Angriffe auf Tankschiffe im Persischen Golf in den vergangenen Tagen ausgeweitet, und das neue Führungsduo in Teheran hat unmissverständlich klargemacht, dass eine Öffnung der Passage kurzfristig nicht zur Debatte steht. Laut IEA sind derzeit rund zehn Millionen Barrel Tagesproduktion ausgefallen, der schwerste Versorgungseinbruch seit den 1970er Jahren.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Oman seinen Hauptölhafen Mina Al Fahal seit Donnerstag evakuiert hat. Der Terminal galt noch als eine der wenigen funktionierenden Verladeoptionen in der Region, weil er außerhalb der Hormus-Enge liegt und direkten Zugang zum Arabischen Meer hat. Dass nun auch dort der Betrieb ruht, zeigt wie weitreichend der Konflikt inzwischen greift.

Solange die Ölströme aus dem Nahen Osten nicht wieder fließen, bleiben Reservefreigaben und Sanktionsausnahmen das, was sie sind: Zeitgewinn, keine Lösung.

Knapp 1,33 Euro je Liter kostet Heizöl aktuell im deutschen Durchschnitt, in Österreich rund 1,60 Euro, in der Schweiz knapp 1,29 Franken. Die Preisdynamik der letzten Tage ist damit deutlich zurückgegangen. Vielmehr zeigt sich in den meisten Regionen eine leichte Entspannung. Der Blick auf die Monatsdurchschnitte malt dennoch ein eher düsteres Bild. In Deutschland liegt das März-Mittel bei knapp 1,29 Euro je Liter, gegenüber Februar ein Anstieg von ca. 36 Prozent. In Österreich liegt der aktuelle Monatsdurchschnitt bei ca. 1,52 Euro pro Liter. Das sind etwa 39 Prozent mehr als noch im Vormonat. Heizöl kostet in der Schweiz im März-Durchschnitt knapp 1,23 Franken je Liter. Hier zeigte der flüssige Brennstoff preislich mehr Schwankungsanfälligkeit. Im Vergleich zum Februar ist dieser um gut 29 Prozent gestiegen.

Wer Öl braucht sollte am Wochenende die Nachrichtenlage genau verfolgen. Eine Ausweitung der Eskalation schlägt am Montag unmittelbar auf die Öl- und Heizölpreise über.

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