Heizölpreis – Abwärtstest abrupt beendet

28.09.22 • 11:53 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In Österreich starten die Heizölpreise neutral in den Tag, während sie in Deutschland um durchschnittlich 0,65 Cent pro Liter gestiegen sind. Schweizer Käufer trifft es mit einem Aufpreis von im Schnitt 2,5 Rappen pro Liter aktuell am härtesten. Im Zuge der kommenden OPEC+ Sitzung am 05.10.2022 verdichten sich die Anzeichen für eine Kürzung der Förderquoten des Bündnisses. Bei den nahezu zeitgleich aufgetretenen Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 & 2 wird aktuell von einem Sabotageakt ausgegangen. Beweise dafür liegen aktuell nicht vor.

Die Rohölpreise für WTI und Brent sind im Vortagesvergleich stark gefallen. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 76,85 Dollar, einem Minus von 1,45 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 84,58 Dollar, einem Minus von 1,3 Prozent, gehandelt und ist damit wieder unter die psychologisch wichtige 85 Dollar pro Fass Marke gerutscht. Der Euro startet im Vortagesvergleich zum Dollar leider ebenfalls mit deutlichem Minus in den Tag. Ein Euro wird aktuell mit 0,9552 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,47 Prozent. Der ICE Gasoil Terminkontrakt konnte derweil seine Verluste vom Vortag zum gestrigen Handelsschluss wieder ausgleichen, womit hierzulande Heizöl weiter im Preis steigen dürfte. ICE Gasoil wurde zum gestrigen Handelsschluss mit 967,25 Dollar, einem Plus von 3,53 Prozent, gehandelt.

In den letzten Tagen hat die erneute starke Zinsanhebung der US-amerikanischen Notenbank (FED) die Rohölpreise nach unten gedrückt und trotz der aktuellen Entkoppelung von den Produktpreisen auch dort teilweise temporäre Preissenkungen ausgelöst. Nun wurde dies vom Markt größtenteils eingepreist und der Fokus richtet sich auf das kommende Meeting der OPEC+. Hier wird seit einigen Tagen spekuliert, dass das Bündnis die aktuellen Förderquoten den zweiten Monat in Folge senken könnte, um die Rohölpreise wieder in die Höhe zu treiben. Der Markt geht davon aus, dass das Ziel des Bündnisses sei, den Rohölpreis bei 90 bis 100 Dollar pro Fass zu stabilisieren. Eine Förderquotenkürzung müsste allerdings massiv sein, um Auswirkungen zu haben, da die OPEC+ den eigenen Zielen im August 2022 um mehr als 3,5 Mio. B/T hinterherhinkte. Die Schweizer Großbank UBS geht davon aus, dass die OPEC+ die Förderquoten um mindestens 0,5 Mio. B/T wird senken müssen, während Russland, neben Saudi-Arabien der größte Rohölproduzent in der OPEC+, Kürzungen von 1,0 Mio. B/T ins Spiel gebracht hat. Prekär ist sind hier die Übersetzungen der russischen Meldungen, da von einer Reduktion der Produktion um 1 Mio. B/T gesprochen wird und nicht von einer Kürzung der Förderquoten. Während z. B. die Kürzung der Förderquoten, welche um 3,58 Mio. B/T im August verfehlt wurden, um 1,0 Mio. einen reinen Symbolwert hätte und die Drohung an den Markt wäre, dass ggf. auch reale Kürzungen folgen könnten, so wäre eine tatsächliche Kürzung der Produktion potentiell fatal. Der Markt ist trotz der sich anbahnenden globalen Rezession weiterhin unterversorgt mit physisch verfügbarem Rohöl und Produkten wie Heizöl. Eine Kürzung der realen Produktion würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit massive Preissteigerungen verursachen.

Preissteigernde Neuigkeiten kommen von den Pipelines Nord Stream 1 & 2. Es wurde ein Leck an der Nord Stream 2 Pipeline am Montag dieser Woche entdeckt, einen Tag später gefolgt von der Meldung, dass auch an der Nord Stream 1 Pipeline zwei Lecks entdeckt wurden, welche jeweils den Druck in den Pipelines stark haben fallen lassen. Die Nord Stream AG, der Betreiber der Pipelines, teilte mit, dass bereits ein Leck verursachender Bruch dieser Art sehr ungewöhnlich wäre und drei nahezu zeitgleich auftretende Brüche dieser Art mehr als ungewöhnlich sind. Es wird angenommen, dass nur Sabotage durch einen staatlichen Akteur in Frage kommt. Bisher konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden, dass es sich wirklich um Sabotage handelt. Verdächtigungen werden dennoch bereits getätigt. Marci Przydacz, Polens Vize-Außenminister, verdächtigt Russland als den Schuldigen. Ein Mehrwert für Russland, welcher dies bestätigen würde, ist allerdings aktuell nicht erkennbar, da die Möglichkeit Wiederaufnahme der Lieferungen über die Pipelines einen großen Einfluss auf die Politik in Europa hatte. Diese Möglichkeit aus der Gleichung zu streichen, spielt dagegen potentiell auch anderen Akteuren, wie den neuen LNG-Lieferanten der EU oder Betreibern der verbliebenen nach Europa führenden Pipelines, in die Hände. Trotz dessen, dass über beide Pipelines noch nie bzw. seit Wochen nichts mehr geliefert wurde, reagiert der Markt mit Sorge vor weiteren Einschränkungen der physischen Verfügbarkeit und möglichen Problemen bei anderen Pipelines und erhöht die Risikoaufschläge für Öl- und Gasprodukte wie Heizöl.

In der D-A-CH-Region sorgt die aktuelle Nachrichtenlage für ein abruptes Ende des gerade erblühenden Abwärtstrends. Während die Preise in Österreich sich noch auf dem sehr hohen Niveau des Vortages halten, stiegen sie in Deutschland um durchschnittlich 0,65 Cent pro Liter Heizöl. In der Schweiz müssen Heizölkunden sogar einen Aufpreis von im Schnitt 2,5 Rappen pro Liter einkalkulieren.

Im Zuge der wieder steigenden Preise, stieg die Anzahl der Heizölbestellungen gestern im Vergleich zum Vortag um ca. 30 Prozent an. Noch bleibt abzuwarten, ob die Preise nun kontinuierlich steigen oder ob wir uns wieder in einem volatilen Seitwärtstrend wie im Juli diesen Jahres befinden. -fr-

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