Heizölpreis – leichte Erholung nach starkem Anstieg

26.09.22 • 11:41 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Im Vortagesvergleich sind die Heizölpreise in der Schweiz und Deutschland im Schnitt gefallen, während sie in Österreich minimal gestiegen sind. Schweizer Heizölinteressenten sparen im Durchschnitt 1,4 Rappen pro Liter, während in Deutschland aktuell im Schnitt ein Cent eingespart wird. Die stark gesunkenen Rohölpreise könnten die OPEC+ dazu bewegen im nächsten Meeting die Förderquoten deutlich zu reduzieren, um den Preis wieder in die Höhe zu treiben. Mehrere Firmen aus Deutschland haben mit Firmen in den VAE Verträge über die Lieferung von z. B. LNG und Diesel geschlossen.

Die Rohölpreise für die Sorten Brent und WTI sind im Vergleich zum Freitag sehr stark im Wert gefallen. Die US-amerikanische Sorte WTI hat dabei die psychologisch wichtige 80 Dollar pro Fass Marke deutlich unterschritten, während die Nordseesorte Brent ebenfalls deutlich unter die psychologisch wichtige 90 Dollar pro Fass Marke gefallen ist und sogar leicht unterhalb der 85 Dollar pro Fass Marke in die neue Woche startet. Ein Fass WTI wird aktuell mit 77,60 Dollar gehandelt, einem Minus von 2,29 Prozent. Ein Fass Brent wird aktuell mit 84,87 Dollar, einem Minus von 2,05 Prozent, gehandelt. Leider verlor der Euro gegenüber dem Dollar ebenfalls deutlich an Wert, womit wir hierzulande weniger von den starken Rohölpreisrückgängen profitieren. Ein Euro wird aktuell mit 0,9644 Dollar, einem Minus von 0,32 Prozent, gehandelt. Ebenfalls negativ für die Heizölpreise ist, dass der ICE Gasoil Terminkontrakt den Handel am Freitag mit 963,00 Dollar ebenfalls mit einem Plus von 4,7 Prozent beendet hat. Somit sinken zwar die Rohstoffpreise, da Rohöl allerdings in Dollar gehandelt wird profitieren wir aufgrund des schwächelnden Euros nicht allzu sehr davon. Zusätzlich bleiben die Rohstoff- und die Produktpreise entkoppelt, so dass ICE Gasoil im Wert gestiegen ist und somit Aufwärtspotential für die Heizölpreise am heutigen Vormittag besteht.

Die sinkenden Rohölpreise bedeuten allerdings kurz bis mittelfristig schlechte Nachrichten in Bezug auf die OPEC+. Das Bündnis wird am 05.10.2022 offiziell erneut Tagen, gab allerdings bekannt, dass bei Bedarf auch vorher getagt und Maßnahmen ergriffen werden können. Aus Insiderkreisen der OPEC+ hieße es, dass bereits der Durchschnittspreis von 97,70 Dollar pro Fass Brent im August für zu niedrig angesehen wurde. Es folgte bereits die symbolische Kürzung der Fördermengen um 0,1 Mio. B/T Anfang September, welche erst im Vormonat um dieselbe Menge angehoben wurde. Im September 2022 lag der durchschnittliche Preis für ein Fass Brent bisher bei 91,23 Dollar und mit dem aktuell niedrigen Stand, könnte der Durchschnitt in den nächsten Tagen noch unter die 90 Dollar Marke fallen. Damit wird es wahrscheinlich, dass das Förderbündnis als Antwort auf diese Entwicklung spätestens im kommenden Meeting deutlich höhere Förderkürzungen bekannt geben wird. Auf der anderen Seite hinkte das Bündnis im August dieses Jahres bereits mehr als 3,5 Mio. B/T den eigenen Förderzielen hinterher. Somit würden selbst massive Kürzungen der Quoten die reale Förderung wahrscheinlich kaum berühren und vorerst nur für einen Gesichtswahrenden Angleich der Quoten an die Realität sorgen. Dennoch würde solch ein Schritt für Spannung sorgen, einerseits wenn die Quote um mehr gekürzt wird, als das Bündnis den eigenen Zielen hinterherläuft und anderseits, wenn klar wird, dass die OPEC+ bereit ist massive Schritte zur Preisbeeinflussung zu gehen.

Positive direkte und indirekte Nachrichten für die Heizölpreise kommen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Deutschlands RWE AG und das dortige Staatsunternehmen Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) haben einen Vertrag über die Lieferung von Flüssiggas (LNG) geschlossen. Eine erste Lieferung von 137.000 Kubikmetern soll bereits Ende Dezember 2022 über das schwimmende LNG-Terminal in Brunsbüttel geliefert werden. ADNOC hat ebenfalls einen Vertrag über die Lieferung von 250.000 Tonnen Diesel pro Monat mit dem deutschen Energiehändler der Wilhelm Hoyer GmbH geschlossen. Mit diesen Verträgen wird einerseits der Gasmarkt entspannt, was Öl als Ersatzprodukt dort uninteressanter macht und andererseits wird die Menge an Öl-Produkten auf dem europäischen Markt erhöht.

In der D-A-CH Region starten die Heizölpreise in der Regel niedriger in die neue Woche. Einzige Ausnahme bildet Österreich. Hier sind die Preise pro Liter Heizöl im Durchschnitt um 0,05 Cent gestiegen. In der Schweiz fielen sie dagegen um durchschnittlich 1,4 Rappen pro Liter gefolgt von Deutschland mit einem Rückgang pro Liter Heizöl von im Schnitt einem Cent.

Nachdem die Heizölpreise zum Ende der vergangenen Woche wieder stark angezogen sind, ist die Nachfrage deutlich eingebrochen. Im Vergleich zum vorangegangenen Wochenende sank die Zahl der Bestellungen an diesem Wochenende um rund 80 Prozent. Allerdings stellte das Vorwochenende auch eine atypische Ausnahme dar. Dort brachen die Preise massiv ein, während sie nun einen guten Teil der Verluste wieder ausgeglichen haben. Trotz der hohen Preise sollten Heizölinteressenten auch die Lieferfristen im Blick behalten. Diese liegen in der Regel bei Anfang bis Mitte November dieses Jahres und teilweise bereits im Dezember. So kann es neben eventuell steigenden Preisen zu zusätzlichen Kosten in Form von Expresszuschlägen kommen, wenn der Tank bereits gefährlich leergelaufen ist. -fr-

HeizOel24-Tipp: Wer nicht auf fallende Preise spekulieren kann und tanken muss, kann über eine Finanzierung nachdenken. Der doch nicht ganz unerhebliche Betrag, den eine Tankfüllung kostet, kann in bequemen Raten bezahlt werden. So bleiben Sie finanziell flexibel. HeizOel24 26.09.2022

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