Ölbullen halten Zepter in der Hand

12.08.22 • 13:02 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Öl- und Heizölpreise ziehen sich einig in das Wochenende zurück. Versorgungs- und Nachfrageängste dominieren an den Ölbörsen und brachten die Ölpreise in dieser Woche zurück in ihre Aufwärtsspur. Auch bei den Heizölpreisen geht es heute wieder nach oben. Durchschnittlich 0,7 Cent bzw. Rappen bezahlen Ölheizer heute mehr.

Die Ölpreise haben am Freitag leicht zugelegt und knüpfen an ihre Vortagesgewinne an. Im frühen Handel kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 99,12 US-Dollar, ein Fass der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September kostete 93,79 US-Dollar. Drückten Rezessionsängste und die schwächelnde US-Benzinnachfrage die Rohölnotierungen an den Ölbörsen ICE und NYMEX in der vergangenen Woche noch auf Sechsmonats-Tiefstände, päppelten neue bullishe Impulse die angeschlagenen Ölpreise in der aktuellen Handelswoche wieder auf. Am Dienstag stützte die Meldung über eine Unterbrechung der russischen Öllieferungen über einen Teil der Druschba-Pipeline, die bei Marktteilnehmern Befürchtungen über einen länger anhaltenden Lieferstopp auslösten. Bereits am Mittwoch floss das Öl von Russland nach Ungarn und in die Slowakei über den ukrainischen Abschnitt der Druschba-Ölpipeline, wie das ukrainische Öl- und Gasunternehmen Naftogaz mitteilte. Der Betreiber der Pipeline JSC Ukrtransnafta von Naftogaz betätige die Wiederaufnahme des Betriebs, nachdem am Mittwochabend die Zahlung der ungarischen Ölgesellschaft MOL eingegangen sei. Betroffen vom Lieferstopp waren Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik. Die drei Binnenländer sind Ende Mai vom EU-Ölembargo gegen Russland teilweise ausgenommen worden und dürfen auch weiterhin Öl über die Druschba-Pipeline nutzen.

Insgesamt bleibt der Markt weiterhin angespannt und reagiert auf kleinste Impulse. Wobei sich die Ölbullen gegenüber den Ölbären besser durchsetzen können. Auch im Inland steigen die Heizölpreise zwischen 0,4 und einem Cent pro Liter an. Aufgrund des niedrigen Wasserstands des Rheins, Deutschlands größter Wasserstraße, klafft ein deutliches Nord-Süd-Gefälle hinsichtlich der Heizölpreise. Schon seit Wochen können Schiffe wegen des Niedrigpegels weniger Heizöl laden, was zu geringeren Füllständen in den Tanklagern führt. Teilweise sind Flüsse nicht mehr beschiffbar, weshalb auf Straße und Schiene ausgewichen werden muss und den Transport nicht nur teurer macht, sondern auch mehr Zeit in Anspruch nimmt. Vor allem im südlichen Raum brauchen Verbraucher Geduld und sollten sich auf längere Lieferzeiten einstellen. Sich jetzt für den Winter zu bevorraten, ist nicht die schlechteste Idee, bevor die Temperaturen allmählich zurückgehen.

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