Heizölpreise warten auf Richtungsimpuls

09.08.22 • 10:49 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

Es wird davon ausgegangen, dass zum Winterbeginn dieses Jahres die Rohölpreise ruckartig auf den Durchschnittswert von 120 Dollar pro Barrel springen. Es wurde ein überraschender, von der EU als final bezeichneter, neuer Entwurf für die Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 zwischen den USA und dem Iran vorgelegt.

Die Rohölpreise für die Sorten Brent und WTI haben sich im Vergleich zu gestern Vormittag erholt. Verglichen mit den gestrigen Schlusswerten, steigen sie allerdings mit Verlusten in den neuen Handelstag. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI notiert nur noch knapp unterhalb der psychologisch wichtigen 90 Dollar pro Fass Marke und wird aktuell mit 89,88 Dollar, einem Minus von 0,71 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 95,80 Dollar pro Fass gehandelt, einem Minus von 0,75 Prozent. Der Euro konnte sich derweil im Vergleich zum Dollar auch erholen und begrenzt damit hierzulande die Preisanstiege der Rohölsorten, welche in Dollar gehandelt werden, etwas. Der Euro wird aktuell wieder, knapp oberhalb der psychologisch wichtigen 1,02 Dollar Marke, mit 1,208 Dollar, einem Plus von 0,13 Prozent, gehandelt. Zusätzlich positiv für die Heizölpreise ist, dass der ICE Gasoil Terminkontrakt zum gestrigen Vortagesschluss mit einem Minus von 3,66 Prozent bzw. 953,75 Dollar den Handel beendete.

Amrita Sen, Analystin bei Energy Aspects rechnet damit, dass sich die aktuell entspannenden Rohölpreise zu Beginn des diesjährigen Winters sprungartig wieder auf durchschnittlich 120 Dollar pro Fass katapultieren werden. Begründet wird dies unter anderem damit, dass die USA ab dem ersten November 2022 sämtliche freigegebenen Teile der strategischen Reserven auf den Markt gebracht haben und dann aktuell keine weitere Ausschüttung geplant ist. Durch das Inkrafttreten der EU-Sanktionen gegen russische Ölprodukte am ersten Dezember 2022 verknappt sich das Angebot dann erneut. China wird im Dezember einen großen Parteitag abhalten und die Analystin vermutet eine mögliche Lockerung der aktuellen 0 Covid Strategie der Regierung, um die Wirtschaft des Landes zu entlasten. Dies würde bei einem sich verknappendem Angebot zu einer steigenden Nachfrage führen. Bereits jetzt, wo die o. g. Faktoren noch nicht in Kraft getreten sind, ist das Angebot an physischen Ölproduktion knapp.

Interessante und potentiell preissenkende Neuigkeiten für Heizöl kommen aus dem Iran. Die seit Monaten immer wieder abgebrochenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für eine Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 sind unerwartet in die letzte Runde gegangen. Es wurde ein Text vorgelegt, der als final bezeichnet wurde. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrel sagt dazu, dass alle Punkte die verhandelbar waren, verhandelt wurden und es für diesen Entwurf kein Verhandlungspotential mehr gibt. Einzig die politische Auslegung der einzelnen Punkte ist noch relevant und muss jeweils in den USA und dem Iran entschieden werden. Während sich Russland positiv zu dem Entwurf der EU äußert, kommen aus dem Iran kritische Stimmen, welche der EU das Recht absprechen von einem finalen Text zu reden. Eine Rückkehr zum Atomabkommen wird vom Markt schon seit Monaten nicht mehr erwartet und wurde deshalb auch jetzt nicht mehr eingepreist. Sollte es dann jedoch zu einer unerwarteten Einigung kommen, gehen Analysten davon aus, dass der Iran kurzfristig 1,0 bis 1,5 Mio. B/T zusätzlichen Rohöls auf den Markt bringen könnte und sich die Preise damit drastisch reduzieren.

In der D-A-CH-Region steigen die Heizölpreise im Vortagesvergleich in den Euro-Ländern, während die Schweizer nochmals von einem spürbaren Preisrückgang profitieren. In der Schweiz sanken die Heizölpreise im Vortagesvergleich um durchschnittlich 0,75 Rappen. In Deutschland stiegen die Preise im Schnitt um 0,3 Cent pro Liter Heizöl und in Österreich sogar um 1,15 Cent pro Liter.

Im Angesicht der gestern gefallenen Preise stieg das Bestellvolumen wieder stark an. Im Vergleich zum Wochenende wurden mehr als das doppelte an Bestellungen getätigt, während im Vorwochenvergleich ca. zehn Prozent weniger Bestellungen getätigt wurden. Heute Vormittag startet das Bestellvolumen etwa auf dem Niveau des Vortages und entspricht im Saisonalen Vergleich ca. dem doppelten des üblichen Wertes. Die Tanks in der D-A-CH-Region füllen sich auch langsam wieder und sind im Durchschnitt zu 48,15 Prozent gefüllt. Viele Heizölinteressenten warten demnach noch auf einen günstigen Kaufzeitpunkt. -fr-

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