Heizölpreise steigen wieder

03.08.22 • 12:49 Uhr • HeizOel24 News • Fabian Radant

In der Schweiz, Deutschland und Österreich steigen die Heizölpreise wieder an. Mit durchschnittlich 2,6 Rappen pro Liter in der Schweiz am meisten, abgeschlagen gefolgt von Deutschland mit durchschnittlich 0,3 Cent Aufschlag. Der Bericht des API bringt keine klaren Richtungsimpulse für den Markt, könnte allerdings tendenziell als preissteigernd interpretiert werden. Der für heute Nachmittag anstehende Bericht des DOE wird hier Klarheit schaffen. Aus den Reihen der OPEC+ meldet sich Kasachstan zu Wort und wirbt für eine Erhöhung der Förderung des Bündnisses, allerdings bestehen starke Zweifel, ob es sich um mehr als ein Lippenbekenntnis handelt.

Positiv für die Heizölpreise ist der Fakt, dass die Rohölpreise auch heute unterhalb der psychologisch wichtigen 100 Dollar pro Fass Marke in den Tag starten. Negativ wirkt sich dagegen aus, dass der Euro unter die psychologisch wichtige 1,02 Dollar Marke gefallen ist. Ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI wird aktuell mit 93,51 Dollar, einem Minus von 0,33 Prozent, gehandelt. Ein Fass der Nordseesorte Brent wird aktuell mit 99,50 Dollar gehandelt, einem Minus von 0,42 Prozent. Der Euro startet mit einem Plus zum Vortag von 0,23 Prozent in den Tag und wird aktuell mit 1,0188 Dollar gehandelt. Der ICE Gasoil Terminkontrakt beendete den gestrigen Handel mit einem Minus von 1,36 Prozent und wird aktuell mit 1014,50 Dollar gehandelt.

Tendenziell positiv für die Heizölpreise ist der gestern Nacht veröffentlichte Bericht des US American Petroleum Institute (API) einzuordnen. Zwar sanken die Benzin- und Dieselbestände der USA, es gab allerdings deutliche Aufbauten der Rohölbestände. Der Markt hatte hier einen Rückgang von 0,7 Mio. Barrel erwartet, laut API sind die Rohölbestände allerdings um 2,2 Mio. Barrel gestiegen. Ob dies an den letzte Woche zusätzlich für den Markt bereitgestellten 20 Mio. Barrel aus den strategischen Reserven der USA liegt oder einem Rückgang der Raffinerieauslastung ist dabei offen. Genauere Daten erhält der Markt heute Nachmittag vom US-amerikanischen Department of Energy (DOE). Die Rückgänge bei Benzin und den Destillaten, wenn gleich gering, könnten einen jedoch auf einen höheren Bedarf rückschließen lassen. Letztendlich werden möglicherweise größere Preisänderungen erst durch den Bericht des DOE ausgelöst werden.

Aus den Reihen der heute tagenden Mitglieder der OPEC+ meldet sich Kasachstan mit für den Markt Hoffnung bringenden Aussagen. Das Land ist der Meinung, dass die OPEC+ ihre Ölförderung deutlich ankurbeln sollte. Kasachstan empfindet Preise von 60 bis 80 Dollar pro Barrel als gesund für den Markt und befürchtet einen möglichen Kollaps, sollten die Preise weiterhin um die 100 Dollar pro Barrel verharren. Allerdings gaben mehrere Quellen innerhalb der OPEC+ seit längerem an, dass das Bündnis an seinen Grenzen für die Förderung angekommen ist. Selbst den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien wird nachgesagt kaum bis keine weiteren Kapazitäten zur Steigerung der Förderung mehr zu besitzen. Im Juni 2022 hinkten die OPEC+ laut verschiedenen Analysen ca. drei Millionen Barrel hinter den eigenen Förderquoten hinterher. Eine Entspannung der Versorgungslage ist damit noch lange nicht in Sicht.

Nachdem die D-A-CH-Region die letzten Tage von sinkenden Preisen profitiert hat, kehrt sich der Trend heute teils signifikant um. In Österreich bleiben die Heizölpreise im Vortagesvergleich stabil. In Deutschland müssen Interessenten durchschnittlich 0,3 Cent mehr pro Liter Heizöl einplanen und in der Schweiz sind es sogar 2,6 Rappen mehr pro Liter.

Da sich die Preisanstiege bereits gestern abzeichneten, stieg das Bestellvolumen entsprechen an. Im Vergleich zum Vortag wurden ca. 40 Prozent mehr Bestellungen getätigt. Zwar drücken die globalen Rezessionsängste und die null Covid Strategie in China weiterhin die Heizölpreise, allerdings macht ist der physische Mangel bei Öl direkt greifbar. Beispielsweise im Osten Österreichs ist die Versorgung mit Heizöl fast zum Erliegen gekommen und die Tiefstände entlang des Rheins in Deutschland machen die Versorgung in einigen Teilen des Landes ebenfalls zur Herausforderung. In der Folge sind die Lieferzeiten entsprechend angestiegen und liegen in einigen Gebieten bereits im Oktober dieses Jahres. -fr-

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