Robuste Nachfrage beendet vorerst Abwärtskorrektur der Ölpreise

22.07.21 • 12:49 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Von der scharfen Abwärtskorrektur am Dienstag haben sich die Ölpreise zu Teilen wieder erholt und sind aufgrund der weiterhin hohen Ölnachfrage auf einem knappen Angebotsmarkt bullish unterfüttert. Gewinne an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten sorgten für zusätzlichen Schub an den Ölbörsen. Entsprechend teurer werden auch die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwartet. Je nach Region klettern diese um bis zu einem Cent bzw. Rappen pro Liter nach oben.

Die offiziellen US-Bestandsdaten des Department of Energy (DOE) von gestern Nachmittag zeigten, dass die Rohöllagerbestände in den Vereinigten Staaten, dem weltweit größten Ölverbraucher, in der letzten Woche um 2,1 Millionen Barrel gestiegen sind und bestätigten damit die Daten des American Petroleum Institute (API) vom Dienstag. Seit Mai ist das der erste Anstieg, den das US-Energieministerium meldete. Laut DOE ist dieser jedoch den höheren Importen und geringeren Exporten geschuldet. Dagegen gab es bei den Raffinerieprodukten einen leichten Rückgang um 0,1 Millionen Barrel beim Benzin und 1,3 Millionen Barrel bei den Destillaten, was für eine weiterhin erhöhte Nachfrage nach flüssigen Brennstoffen in der Urlaubssaison spricht. Diese ist auf über 20 Millionen Barrel pro Tag angestiegen und deutet auf eine Konjunktur-Erholung. Insgesamt fällt der Bericht des DOE daher eher bullish aus, da die Benzinnachfrage im Sommer im Fokus der Anleger steht. Die Monatsreports von der OPEC+ und der IEA gehen von einem weiteren Nachfragewachstum, vor allem im vierten Quartal 2021 aus. JPMorgan-Analysten erwarten bereits im August eine durchschnittliche globale Nachfrage von 99,6 Millionen Barrel pro Tag. Das entspräche einem Plus von 5,4 Millionen Barrel pro Tag gegenüber April. Gibt die OPEC+-Gruppe nicht genügend Mengen frei, würde sich das Angebotsdefizit weiter ausbauen, was die Ölpreise weiter in die Höhe treiben würde. Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Organisation nach ihrem Credo handelt, nämlich die Sicherstellung der Marktstabilität und die Herstellung der Marktbalance zwischen Angebot und Nachfrage.

Die Heizölpreise gehen heute mit durchschnittlich acht Cent bzw. Rappen pro Liter ein ganzes Stück nach oben. Verbraucher, die am Dienstag noch abwarteten, ob es weiter herunter geht, haben mit dem gestrigen Preisanstieg zugeschlagen und Öl bestellt, was sich deutlich an dem Nachfrageschub zeigt. Fakt ist, dass der physische Markt weiterhin unterversorgt ist, was für steigende Preise spricht. Andererseits greifen an dieser Stelle noch zwei wichtige Stellschrauben. Zum einen das Angebotspotenzial der OPEC+, die ohne Weiteres mehr Öl zur Verfügung stellen könnte und natürlich auch die schnelle Ausbreitung der Corona-Mutante Delta. Letzteres bleibt größtes Risiko für die Marktfundamentaldaten, denn neue Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus würden auch eine Verschlechterung der Nachfrage mit sich ziehen. -jw

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