Ölpreise im Wartemodus – OPEC-Entscheidung steht an

03.03.21 • 13:23 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die Ölpreise konnten sich am Mittwoch etwas aufrappeln und ließen ihr Vortagestief unweit hinter sich. Im Fokus der Anleger ist das heutige und morgige Treffen der OPEC und ihren Verbündeten, die über eine sukzessive Anhebung ihrer Produktionszahlen beraten. Der festere Euro/Dollar-Kurs bremst diese Aufwärtsbewegung bei den Inlandspreisen allerdings aus. Vielmehr zeigen sich auch heute moderate Abschläge für Heizöl.

Die Rohöl-Futures der Rohölsorten West Texas Intermediate (WTI) und der Nordseesorte Brent konnten im frühen Mittwochshandel zulegen. Der Preis für ein Barrel WTI stieg um 37 Cent auf 60,12 US-Dollar an. Der Fass-Preis von Brent kletterte um 46 Cent auf 63,16 US-Dollar. Marktteilnehmer erwarten den Ausgang der inzwischen 14. OPEC- und Nicht-OPEC-Ministertagung (OPEC+), die heute und morgen ansteht. OPEC+ Quellen sagten letzte Woche, dass eine Produktionssteigerung von 500.000 Barrel pro Tag möglich sei. Auch die freiwillige Kürzung Saudi-Arabiens um eine Million Barrel/Tag soll im April enden. Mohammad Sanusi Barkindo, Generalsekretär der OPEC, merkte das zunehmende Wirtschaftswachstum und die verbesserten Aussichten auf dem globalen Ölmarkt an und sprach von einem Kurs zur Wiederherstellung der Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Dennoch ist die Pandemie noch nicht überwunden, weshalb anhaltende Unsicherheiten auf den physischen Märkten nur für vorsichtigen Optimismus reichen. Die große Frage, die über dem OPEC+-Meeting schwebt, ist, ob die derzeitige Nachfrage für eine Produktionssteigerung ausreicht, um Stabilität zu erreichen.

Die Industriegruppe des American Petroleum Institute (API) veröffentlichte gestern ihren Bericht für die US-Lagerbestandsdaten der letzten Woche. Laut Bericht verzeichnete das API sehr hohe Anstiege bei den Rohölvorräten (+ 7,4 Millionen Barrel) und deutliche Abbauten bei den Raffinerieprodukten (Destillate -9,1 Millionen Barrel, Benzin -9,9 Millionen Barrel). Die Daten wichen damit stark von den Erwartungen der Analysten ab, die mit Aufbauten beim Rohöl und wesentlich moderateren Abgängen bei den Produkten rechneten. Die API-Daten bekräftigten die Besorgnis über ein mögliches Überangebot am Ölmarkt, doch sind diese Folge der Raffinerieausfälle in Texas und weiteren Standorten. Aufgrund des Kälteeinbruchs in den USA vereisten Wasserleitungen, sodass es zu Produktionsausfällen in den Raffinerien kam. Viele Anlagen laufen bis dato noch nicht auf 100%. Am Nachmittag werden die Bestandsdaten des Department of Energy (DOE) veröffentlicht, die die eingeschränkte Raffinerieauslastung aufgrund der Kältewelle vermutlich ebenfalls widerspiegeln. Berücksichtig werden darüber hinaus aber auch Zahlen zur Rohölproduktion, Nachfrageentwicklung, Raffinerieauslastung und den Importen/Exporten, die eine genauere Einschätzung ermöglichen.

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