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Grünes Deutschland: Benzin, Diesel, Erdgas und Heizöl werden teurer

Die Ölpreise konnten am Donnerstag nochmals zulegen und Rohöl (Brent) überspringt kurz vor dem Wochenende auch noch die Marke von 43 Dollar je Barrel, was dem höchsten Stand seit Anfang September entspricht. Die Heizölpreise steigen ebenfalls weiter. Auf Tagesbasis geht es moderate 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter aufwärts. Mit einem Wochenplus von bis zu 2,2 Cent bzw. Rappen ist jedoch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Nichtsdestotrotz bleibt Heizöl langfristig gesehen äußerst günstig. Kunden in Deutschland haben darüber hinaus einen entscheidenden Grund zu handeln!

Am Weltmarkt treiben aktuell vorrangig zwei Themen den Ölpreis. Hurrikan Delta, der im Golf von Mexiko dafür sorgt, dass über 90 Prozent der Produktion an der US-Südküste ausfallen, was ca. 1,7 Mio. Barrel pro Tag entspricht. Und der Ölarbeiterstreik in Norwegen, der Einbußen von bis zu einer Mio. Tonnen Öläquivalent pro Tag nach sich zieht. Hinzu kommt die recht gute Börsenstimmung, die seit Tagen vom Aktienmarkt herüberweht.

Erstmals seit dem 31. August liegt der bundesdeutsche Durchschnittspreis für Heizöl mit 40,17 Cent am Freitagvormittag wieder knapp über 40 Cent je Liter. In Österreich sind es 54,84 Cent und in der Schweiz 64,70 Rappen je Liter. Auch wenn in Analystenkreisen erwartet wird, dass die Ölpreise kurzfristig wieder sinken, wenn die beiden eingangs genannten Sonderfaktoren vom Tisch sind, sollten sich Verbraucher in Deutschland bereit machen, zu handeln. Tanken und Heizen wird im nächsten Jahr deutlich teurer werden!

Während Corona das alles beherrschende Thema ist, hält die Bundesregierung an ihren Plänen fest und hat gestern die CO2-Bepreisung ab 1. Januar 2021 beschlossen. Statt der ursprünglich geplanten 10 Euro je Tonne CO2 werden auf Initiative der Grünen nun 25 Euro fällig. In Zahlen heißt das, dass sich der Liter Benzin um sieben Cent verteuert. Heizöl und Diesel werden aufgrund der höheren Energiedichte um 7,9 Cent je Liter (0,79 Cent je kWh) teurer und der Kubikmeter Erdgas kostet ca. sechs Cent mehr (0,6 Cent je kWh). Je nach Haus, Heizung und Verbrauchsverhalten ist mit jährlichen Mehrkosten von ca. 100 bis 250 Euro zu rechnen.

Auch Kunden, die mit Erdgas heizen, das aufgrund seiner sehr kurzen Kohlenwasserstoffketten gern als klimafreundlich propagiert wird, sind also fast im selben Maße von der neuen Ökosteuer betroffen. Da hilft auch die marketinggerechte Umrechnung der Mehrkosten nichts. Während die Angabe des CO2-Preises im offiziellen Statement des Umweltministeriums für Benzin, Diesel und Heizöl auf den Liter Kraft- bzw. Brennstoff bezogen ist, nimmt man beim Erdgas auf eine Kilowattstunde Bezug, die den Aufpreis um den Faktor 10 kleiner erscheinen lässt. Es gilt: Ein Liter Heizöl liefert ca. zehn Kilowattstunden Energie. Selbiges trifft auf einen Kubikmeter Erdgas zu. Fest steht: Heizen mit fossilen Energieträgern wird in Deutschland deutlich teurer. Der genannte Einstiegspreis von 25 Euro je Tonne CO2 gilt für 2021. Bis 2025 sollen sich die Kosten der Zwangsabgabe, die Autofahrer und Hausbesitzer zum Umstieg auf regenerative Energien bewegen soll, auf 55 Euro mehr als verdoppeln. Für Hausbesitzer mit Ölheizung ist die Situation insofern günstig, als dass sie ihren Ölvorrat im Voraus bunkern können und so noch jeweils ein Jahr zum alten Preis heizen. Für den Steuersatz zählt der Liefertermin! Gaskunden bezahlen ihren Brennstoff i.d.R. verbrauchsabhängig, haben aber Einfluss auf den gebuchten Tarif. Ungelöst ist die Frage, der rund 20 Mio. deutschen Mietwohnungen, wo der Vermieter über das Heizsystem entscheidet und der Mieter die Heizkosten trägt. Auch in der Industrie regt sich Widerstand. International aufgestellte Unternehmen könnten ins Ausland abwandern.

International ist auch das Stichwort, wenn es um die Einordnung der Klimapolitik geht. Weniger als drei Prozent der weiten Treibhausgasemissionen stammen aus Deutschland und der finanzielle Aufwand, um diese zu halbieren, ist gigantisch. Gleichzeitig ließ die OPEC gestern in ihrem Jahresbericht zur langfristigen Entwicklung am Ölmarkt verlauten, dass die globale Ölnachfrage erst 2040 ihren Höhepunkt erreichen soll. Die Ölnachfrage der OECD-Länder soll zwar laut Prognose bis 2045 um 27% sinken, die der Entwicklungsländer aber stark steigen. Hierbei wird bis 2045 von einem Bevölkerungswachstum um rund 1,8 Mrd. Menschen auf dann etwa 9,5 Mrd. Menschen ausgegangen. Gegenüber 2019 soll der globale Ölverbrauch laut OPEC-Prognose bis 2040 um ca. zehn Prozent auf 109,3 Mio. Barrel pro Tag steigen. Der Verbrauch von Erdgas soll entsprechend des Berichts auch über das Jahr 2045 hinaus weiter zulegen. - ok

HeizOel24-Tipp: Klimaneutrales Heizöl. Stellen Sie Ihren Heizölvorrat bei der Bestellung per Mausklick klimaneutral. Klima ist global und durch die gezielte Investition in Schwellenländern lässt sich mit geringem finanziellen Aufwand viel CO2 einsparen, bevor es freigesetzt wird. Umgerechnet auf den Liter Heizöl betragen die Kosten für die CO2-Kompensation mittels Klimazertifikat zumeist nur ca. einen Cent. HeizOel24 09.10.2020

Börsendaten:
  Freitag 09.10.2020 - 12:36 Uhr Schluss Vortag 08.10.2020 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
42,91 $
pro Barrel
43,47 $
pro Barrel
-1,29%
Gasöl 346,25 $
pro Tonne
348,50 $
pro Tonne
-0,65%
Euro/Dollar 1,1799 $ 1,1758 $ +0,35%
(etwas fester)
USD/CHF 0,9130 CHF 0,9174 CHF -0,48%
(etwas schwächer)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 09.10.2020 - 12:36 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 40,36 € 40,06 € +0,74%
Österreich 54,84 € 54,03 € +1,50%
Schweiz 64,70 CHF 64,48 CHF +0,35%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
konstant konstant
alle Angaben ohne Gewähr

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