Heizöl: Bestellwelle rollt - Ölpreis zieht an

16.09.20 • 11:52 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Öl- und Heizölpreise können am Mittwoch zulegen. Brent Rohöl (Nordseeöl) macht einen Satz über die 40-Dollar-Marke und klettert im Vormittagshandel auf bis zu 41,60 Dollar je Barrel. Die hiesigen Heizölpreise ziehen mit Verzögerung nach und klettern gegenüber dem Vortag um durchschnittlich 0,4 Cent bzw. Rappen je Liter. Die Nachfrage ist der Jahreszeit und den extrem günstigen Preisen entsprechend robust.

Am Weltmarkt ziehen die Ölpreise zur Wochenmitte überraschend deutlich an. Die wöchentlichen API-Lagerbestandsdaten aus den USA kündeten von unerwartet hohen Rohölabbauten in den Lagern und bedingt durch die nächste Hurrikanwarnung am Golf von Mexiko fallen auch in dieser Woche erneut 20 Prozent der Rohölförderung aus. Preislich interessant wird es am heutigen Nachmittag und Abend, wenn neben den Lagerbestandsdaten in der DOE-Version die quartalsmäßige Pressekonferenz der US-Notenbank Fed ansteht. Neben Aussagen zum Leitzins, die vorrangig das Wechselkursverhältnis von Euro und Franken zum Dollar tangieren dürften, werden auch Aussagen über neue Stützungsmaßnahmen zur volkswirtschaftlichen Abmilderung der Corona-Krise erwartet. Wechselwirkungen auf die Aktien- und Rohstoffmärkte sind also ebenfalls vorprogrammiert. Ölmarktseitig wird es außerdem am Donnertag noch einmal spannend. Hier tagt das Joint Ministerial Monitoring Committee (JMMC) der OPEC+, was Aufschlüsse über die weitere Förderpolitik geben sollte.

Am heimischen Heizölmarkt rollt die Bevorratungswelle weiter – ohne Schaumkronen zu bilden, aber mit ordentlichem Schub. Preislich macht sich die erhöhte Nachfrage besonders im bayerischen Raum bemerkbar, wo die Heizölnotierungen für die 3.000-Liter-Standard-Partie verbreitet wieder leicht oberhalb der 40-Cent-Marke liegen. Im Rest Deutschlands kostet Heizöl zumeist 36 bis 39 Cent je Liter. Die bundesweit niedrigsten Preise werden aktuell aus Berlin mit knapp 35 Cent gemeldet. Günstiger war Heizöl in den letzten 16 Jahren nicht.

Im Onlinehandel wurde in der ersten Septemberhälfte bereits so viel Heizöl nachgefragt, wie im gesamten August. Auch das Volumen aus dem Vorjahresmonat, von dem bereits zwei Drittel erreicht sind, dürfte übertroffen werden. Damit nimmt der Heizölhandel nach einem außergewöhnlich umsatzstarken Frühjahr und drei eher mauen Sommermonaten erneut Fahrt auf. Im Zeitraum Januar bis Juli wurde in Deutschland laut BAFA 18 Prozent mehr Heizöl ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum. In den verbleibenden fünf Monaten fehlen noch 43 Prozent, um das Vorjahresergebnis von 15,5 tausend Tonnen einzustellen. Der Onlinehandel erlebte in Corona-Zeiten auch beim Heizöl einen wahren Boom. Hier wurde die Zahl der Bestellungen aus dem Gesamtjahr 2019 bereits Ende Juli 2020 erreicht. ok

HeizOel24. 16.09.2020

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