Heizölpreise: Und täglich grüßt das Jahrestief

09.09.20 • 12:57 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Mit ordentlichen Druck auf den Schultern testeten die Ölpreise gestern mehrfach ihre Unterstützungsbereiche und rutschten am Abend mit kräftigen Tagesverlusten aus dem Handel. Trotz etwas schwächerem Euro/Dollar-Kurs ist heute mit reichlichem Abwärtspotenzial im Inland zu rechnen. Kunden sparen durchschnittlich 0,8 Cent bzw. Rappen für den Liter Heizöl.

Bestückt mit Finanzmarkt- und Nachfragesorgen ließen sich die Ölpreise gestern unter die 40-US-Dollar Marke fallen und markierten damit ihr dreimonatiges Tief. Eine Hand voller Impulse setzten die Rohöl-Futures so unter Druck, dass diese mit deutlichen Verlusten an ICE und NYMEX aus dem Handel gingen. Am Morgen kostete ein Barrel der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) nur noch 36,54 US-Dollar. Die Nordseesorte Brent rutschte auf 39,60 US-Dollar und verzeichnete erstmals seit Juni einen Preis unter der Marke von 40 US-Dollar. Seit Anfang September sind die Ölpreise knapp 15 Prozent eingebrochen und entfernen sich zunehmend von ihrem Corona-Hoch im August.

War die Pandemieproblematik in den vergangen Monaten in die hintere Reihe gerückt und ließ der Hoffnung auf den globalen Konjunkturaufschwung den Vortritt, kämpft sie sich mit zahlreichen neuen Infektionsfällen, besonders in Indien, Großbritannien, Spanien und mehreren Teilen der USA zurück nach vorne. Neben der prominenten Angst vor der weltweit sinkenden Nachfrage aufgrund verschlechterter Wirtschaftszahlen, flammt der beständige Konflikt zwischen den USA und China wieder auf. US-Präsident Donald Trump verschärfte den Ton gegen Peking und drohte die Handelsbeziehungen einzuschränken bzw. aufzulösen, sollten amerikanische Unternehmen in China keine fairen Marktchancen bekommen. Seit Anfang des Jahres ist die erste Phase des Handelsabkommens in Kraft getreten, das China verpflichtet, mehr US-Güter zu importieren und den Handel mit Plagiaten zu stoppen. Die USA sollten im Gegenzug auf neue Strafzölle verzichten und bereits bestehende Zölle senken. Vor den anstehenden Neuwahlen am 3. November geht Trump in die Endspurtphase, um sein Versprechen, die amerikanische Wirtschaft zu neuem Glanz zu verhelfen, einzuhalten.

Die Meldung, dass die OPEC die Preise für Rohöl gesenkt habe, setzte die Kontrakte an den Börsen ebenfalls unter Druck. Der Korbpreis betrug am Montag nur noch 41,64 US-Dollar, knapp 1,8 US-Dollar weniger als am Freitag. Am gestrigen Nachmittag wurde verkündet, dass auch die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Verkaufspreise für ihre Oktober-Rohöllieferungen gesenkt haben. Die Meldung war das letzte Tröpfchen, das das Fass zum Überlaufen brachte und die Rohöl-Futures unter die 40-US-Dollar Marke katapultierten.

Bereits gestern deutete sich das Abwärtspotenzial der Heizölpreise auf dem inländischen Markt an und setzt sich auch heute fort. Zwar handelte der Euro/Dollar-Kurs gestern weicher, dennoch stellt sich der Preisrutsch an den Ölbörsen ICE und NYMEX dominant in den Raum. Komfortabler kann eine Heizsaison nicht starten. Noch immer suchen die Heizölpreise rastlos ihr Jahrestief und bieten Verbrauchern günstigste Einkaufchancen, um sich für die kalten Monate einzudecken. -jw

HeizOel24-Tipp: Wer noch warten möchte, sollte den Markt beobachten. Noch einfacher geht es mit der App von HeizOel24. Preis checken und Öl bestellen von überall. HeizOel24. 09.09.2020
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