Treppe abwärts

Heizölpreise: Preisrutsch zum Wochenstart

Die Ölpreise knüpfen an ihre Freitagsverluste an. Marktteilnehmer fühlen sich durch steigende Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus verunsichert. Die Rohöl-Futures an ICE und NYMEX bleiben weich, weshalb auch die Heizölpreise im Inland starkes Abwärtspotenzial mitbringen. Ein Liter Heizöl ist im Inland und Durchschnitt einen Cent bzw. Rappen günstiger.

Am Freitag profitierten die Ölpreise von der positiven Stimmung an den europäischen Aktienmärkten, drehten jedoch am Nachmittag aufgrund von Gewinnmitnahmen und einem Rekordhoch an Covid-19 Neuinfektionen in den USA ins Minus. Mit den Zahlen stieg auch die Risikoaversion auf den Finanzmärkten, was die Notierungen an ICE und NYMEX belastete. Die Ölpreise knüpfen zum Start in die neue Handelswoche an die Freitagsverluste an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 40,24 US-Dollar (-78 Cent gegenüber Freitag). Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel auf 37,70 US- Dollar (-79 Cent).

Am Wochenende wurde die Marke von 10 Millionen bestätigten Covid-19-Fällen geknackt. Besonders in den USA wütet das Virus und hinterlässt beunruhigende Zahlen. Texas reagierte als erster Bundesstaat und ruderte bei den Shutdown-Lockerungen zurück. Am Freitagmorgen verordnete Gouverneur Greg Abbott, dass Bars bis zum Mittag geschlossen werden sollten, die als Hot Spots für Infektionen gelten. Neben Texas sind vor allem die Bundesstaaten Florida und Kalifornien betroffen. Marktteilnehmer sehen besorgt auf die Benzinnachfrage, die sich aufgrund der Verschärfungen rückläufig entwickelt. Einige Analysten gehen davon aus, dass der Ölmarkt vor der Konsolidierung steht und in den nächsten Wochen mit sinkenden Ölpreisen zu rechnen sei. Zwar versucht die OPEC+ mit der Erhöhung der Fördermengeneinschränkung weniger Öl auf den Markt zu bringen, doch konterkariert die US- Fracking-Industrie schon seit geraumer Zeit die Stabilisierungsmaßnahmen der OPEC+. In den letzten 15 Jahren haben sich die Fracking-Anlagen in den USA vervielfacht. Besonders das 220.000 Quadratkilometer große Permische Becken zwischen Texas und New Mexico gilt als Schatzgrube für die Öl-und Gasindustrie. Die US Energy Information Administration (EIA) vermutet unter dem Becken acht Milliarden Barrel Öl und 27 Milliarden Kubikfuß Erdgas. Insgesamt 11,0 Millionen Barrel werden allein in den USA pro Tag gefördert.

Nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft NOC haben in der vergangenen Woche Söldner aus Russland und dem Sudan im Zusammenschluss mit Milizen das größte libysche Ölfeld, das Sharara-Ölfeld mit einer Kapazität von über 300.000 B/T, besetzt und blockieren die Ölproduktion. Dieses war erst vor wenigen Tagen wieder in Betrieb genommen worden. Seit mehr als einem Jahr kämpfen in Libyen Truppen der international anerkannten Regierung gegen den libyschen Milizenführer Khalifa Haftar und seine Truppen. Seit Januar blockieren Haftar-Milizen mehrere Ölfelder in Libyen, u.a. das Sharara-Feld, die von Russland unterstützt werden. Seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 ist das Land von Bürgerkriegen gezeichnet. -jw

HeizOel24-Tipp: Auf der Couch den Tankfüllstand checken. Mit meX, der digitalen Tankanzeige, ist das kein Thema. Zudem berechnet meX, wie lang Sie mit Ihrer Tankfüllung kommen und wie viel verbraucht wurde. HeizOel24. 29.06.2020

Börsendaten:
  Montag 29.06.2020 - 12:03 Uhr Schluss Vortag 28.06.2020 Veränderung zum Vortag
Rohöl
Brent Crude
40,84 $
pro Barrel
40,67 $
pro Barrel
+0,42%
Gasöl 341,00 $
pro Tonne
339,50 $
pro Tonne
+0,44%
Euro/Dollar 1,1266 $ 1,1222 $ +0,39%
(etwas fester)
USD/CHF 0,9458 CHF 0,9475 CHF -0,18%
(konstant)
Heizölpreis Ø 100 Liter Heute 29.06.2020 - 12:03 Uhr Gestern   Veränderung zum Vortag
Deutschland 42,97 € 43,47 € -1,15%
Österreich 58,44 € 58,43 € +0,02%
Schweiz 67,04 CHF 64,73 CHF +3,57%
4-Wochen-Prognose
Rohöl Heizöl
konstant fallend
alle Angaben ohne Gewähr
gerade Straße

Ölpreise bleiben nach API-Daten richtungslos

weiterlesen
Ruhiges Meer

Ölpreise: Neue Impulse braucht der Markt

weiterlesen
Ölpreise an der Börse

Ölpreise bewegen sich zwischen Hoffnung und Sorge

weiterlesen

Pressekontakt

+49 (0)30 701 712 0
Oliver Klapschus
Geschäftsführer