Heizölpreise bleiben in Tiefpreis-Komfortzone

24.06.20 • 13:50 Uhr • HeizOel24 News • Janin Wordel

Die positive Stimmung an den Finanzmärkten und die Zusicherung des US-Präsidenten Trumps, weiter am Handelsabkommen mit China festzuhalten, schickten die Ölpreise gestern kurzzeitig auf ein 3,5 Monats-Hoch. Mit den API-Daten kam dann der Dämpfer. Für Verbraucher ergeben sich im Tagesverlauf Preisabschläge von bis zu 0,6 Cent bzw. Rappen pro Liter Heizöl.

Die Ölpreise starten etwas weicher in den Mittwochshandel, nachdem das American Petroleum Institute (API) abermals Aufbauten bei den Rohölvorräten meldete. Die weltweiten Lockerungen und die Kürzungspläne der OPEC+ spielten den Ölpreisen in den vergangenen Tagen zu und ließen sie gestern zeitweise auf dreimonatige Höchststände springen. Trader nutzen die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen, sodass die Notierungen am Abend deutlich fielen. Ein Barrel der amerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Morgen 40,22 US-Dollar, der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel auf 42,59 US-Dollar.

Mit der schrittweisen Öffnung der Wirtschaft ist auch die Stimmung auf den Finanzmärkten zunehmend positiv. Gute Konjunkturdaten aus den USA und die aktuellen Einkaufsmanagerindizes aus der Euro-Zone zeigen einen starken Anstieg gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig ist die Aktivität der US-Schieferölproduktion noch erheblich heruntergefahren, da Lagerkapazitäten während des Lockdowns ausgeschöpft waren. Mit dem Überangebot an Öl und der gesunkenen Nachfrage rutschten die Ölpreise ins Bodenlose. Marktteilnehmer setzen auf die OPEC+, die bis Ende Juli eine Fördermengendrosselung von 9,7 Millionen Barrel/Tag beschlossen hat. Zwar steigt die Nachfrage mit der schrittweisen Rückkehr zur Normalität, doch bisher nur langsam. Möglich wäre, dass sich die OPEC+ die derzeitige Situation zunutze macht und die Produktionskürzungen weiter in den Spätsommer verlängert. Dies würde bei steigender Nachfrage eine Entlastung für die weltweit vollen Öllager bringen.

Die gestrigen Daten des API zeigen eine eher neutrale bis bearishe Tendenz. Die Rohölbestände legten um 1,7 Millionen Barrel zu und wichen damit von den Erwartungen der Analysten ab (+0,6 Millionen Barrel). Während der Driving Season, der Urlaubszeit in den USA, liegt der Fokus vor allem auf der Benzinnachfrage, die erwartungsgemäß hoch sein sollte. Laut den API-Daten sanken die Benzinbestände nur gering, sodass die stützende Wirkung gänzlich fehlte. Am Nachmittag folgen die offiziellen Bestandsdaten des US-Energieministeriums, die neben den Rohölvorräten auch die Entwicklung von Nachfrage, Importen, Exporten und der US-Ölproduktion berücksichtigt. -jw

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