Heizölnachfrage bricht Ende Juni ein

22.06.20 • 13:58 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Die Öl- und Heizölpreise sind wenig verändert in die neue Woche gestartet. Mit einem aktuellen Preis von knapp 42 Dollar je Barrel Rohöl (Brent), zeigt sich der Weltmarkt weiter in robuster Verfassung. Der nationale Heizölmarkt bietet kaum Spielraum für steigende Preise, denn die Nachfrage erreicht ein Langzeittief. Im Vergleich zu Freitag können Kunden mit Notierungen rechnen, die durchschnittlich 0,2 Cent bzw. Rappen je Liter nachgeben.

Weltmarktseitig zeigt sich der Auftakt in die neue Handelswoche erfreulich unspektakulär. Die Ölpreise verharren im Bereich der Freitagsstände. Neue Impulse sind Mangelware und Bestrebungen zur Angebotsverknappung und das Nachfragewachstum halten sich die Waage. Neue Coronafälle am Wochenende und eine global steigende Zahl von aktiven Infektionen werden an den Börsen mit Sorge gesehen, können die Kurse bislang aber nicht signifikant schwächen.

Der heimische Heizölmarkt kennt weiterhin kein Mittelmaß und steuert vom Kaufrausch der letzten Monate schnurstracks ins Sommerloch. Trotz weiterhin hervorragend niedriger Heizölpreise steuert die -nachfrage in Richtung eines, lange nicht beobachteten, Tiefpunkts. Die für den 1. Juli angekündigte Mehrwertsteuersenkung dürfte einen gewichtigen Grund für die aktuelle Absatzflaute darstellen. Viele Verbraucher stellen ihre Heizölbestellung um ein paar Tage zurück, um die Ersparnis schwarz auf weiß in der Auftragsbestätigung zu sehen. Ob der Poker aufgeht, hängt anders als in anderen Branchen nicht nur davon ab, dass die Mehrwertsteuersenkung vom Handel in vollem Umfang an den Endverbraucher weitergegeben wird, sondern ganz entscheidend auch an der Börsenentwicklung. Zuletzt waren nach dem großen Crash im April wieder steigende Ölpreise zu beobachten, die den Steuereffekt innerhalb von ein oder zwei Tagen konterkarieren können. Andererseits liegt gerade in der aktuellen Absatzflaute der Schlüssel zu weiter fallenden Heizölpreisen. Denn entlang der inländischen Handelsketten haben die Preise umgangssprachlich noch einiges an Winterspeck auf den Rippen, der in den kommenden Wochen sukzessive abschmelzen sollte, ehe es im Spätsommer mit neuen Hamsterkäufen auf die Heizperiode zugeht. Zuletzt war der steigende Margendruck im Heizölhandel daran zu beobachten, dass steigende Weltmarktpreise kaum im Inland ankamen, und handelsseitig kompensiert wurden. Auch die teils noch extrem hohen Lieferfristen, die das Handelsgeschäft schwierig machen, haben Gelegenheit nun mit steigendem Tempo zu fallen.

Fazit: Handel und Verbraucher profitieren von der außergewöhnlich ruhigen Marktphase, die allerdings schnell enden kann. Bei optimalem Verlauf und speziell bei größeren Abnahmemengen scheinen in Deutschland sommerliche Heizölpreise unter 40 Cent je Liter möglich. Der deutschlandweite Durchschnittspreis für eine 3.000-Liter-Lieferung liegt bei 45 Cent. Kunden in Österreich zahlen aktuell zumeist weniger als 60 Cent und Verbraucher in der Schweiz weniger als 70 Rappen je Liter Heizöl. Bereits jetzt bewegen sich die Heizölpreise am unteren Rand dessen, was in den letzten 15 Jahren möglich war und die Wochen, in denen der Literpreis in Deutschland währenddessen mit einer Drei begann, sind an einer Hand abzählbar. Zukünftig wird die Wahrscheinlichkeit einer derartigen Tiefpreisphase noch geringer, da ab 1. Januar 2021 der schrittweise Einstieg in die CO2-Besteuerung vollzogen wird. Verbraucher die bis jetzt mit der jährlichen Heizölorder gewartet haben, können also durchaus auf das Schnäppchen des Jahrzehnts spekulieren. - ok

HeizOel24-Tipp: Gemeinsam günstiger! Sommerzeit ist Sammelbestellerzeit. Prüfen Sie mit Hilfe der Preismatrix wie viel Sie bei einer Heizölbestellung gemeinsam mit den Nachbarn sparen können. HeizOel24. 22.06.2020

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