Drohende Nachfrageschwäche: Ölpreis erneut unter Druck

08.10.19 • 13:16 Uhr • HeizOel24 News • Oliver Klapschus

Rohöl und Gasöl (Börsenwert für Heizöl und Diesel) haben einen Großteil ihrer Gewinne über Nacht wieder abgegeben. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden in der Folge kaum verändert erwartet. Am Mittag zeigen sich regional unterschiedliche Abweichungen zum Vortag zwischen -0,1 und +0,3 Cent bzw. Rappen je Liter. Die höchsten Aufschläge sind dabei im Osten Deutschlands zu beobachten. Im Süden wird Heizöl etwas billiger. Die Nachfrage bleibt insgesamt hoch, geht aber kurzfristig deutlich zurück. Grund ist die die Aussicht, dass Heizöl in den kommenden Tagen günstiger werden könnte.

Der Ölmarkt zeigt sich trotz signifikanter Angebotsrückgänge gut versorgt. Ein aktueller Bericht beziffert das noch bestehende Exportminus nach den Anschlägen auf die Ölanlagen in Saudi-Arabien vom 14. September auf aktuell noch gut 1 Mio. Barrel pro Tag. Hinzu kommt ein deutlich der Rückgang der Zahl aktiver Bohranlagen in den USA. Die Erhebung des Ölfeldausrüsters Baker Hughes weist seit Januar ein beachtliches Minus von 20% aus. Anders als in Saudi-Arabien wurden die Kapazitäten in den USA aus rein wirtschaftlichen Erwägungen vom Markt genommen. Die sehr kleinteilig organisierte Fracking-Industrie ist bekannt für ihr schnelles Reaktionsvermögen. Viele Unternehmen warten schlicht auf bessere Preise, ehe sie ihre Förderung wieder hochfahren. Der Markt reguliert sich gewissermaßen selbst.

Die Aussichten für 2020 sind bis auf Weiters trübe. Dies gilt für die Börsen im Allgemeinen und den Ölmarkt im Besonderen. Die Aufziehende zyklische Konjunkturschwäche wird durch Sonderfaktoren wie den Handelsstreit zwischen den USA und China oder den Brexit verstärkt. Mit Spannung erwartet wird in diesem Zusammenhang der heute Abend (MESZ) zur Veröffentlichung anstehende Monatsreport der US-Energiebehörde EIA. Dieser enthält neben der Betrachtung des aktuellen Marktgeschehens auch vielbeachtete Mengen- und Preisprognosen bis Ende 2020. Das Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage ist entscheidend für den Ölpreis, bereits kleinere Verschiebungen können große Preisverschiebungen initiieren.

In der DACH-Region verzeichnet die Zahl der Marktbeobachter weiterhin Spitzenwerten. Die Zahl der Käufer geht aber nach einem starken Wochenauftakt am Montag überraschend deutlich zurück. Offenbar warten viele Verbraucher auf günstigere Preise, die angesichts der aktuellen Börsenbewegung wieder greifbar scheinen. Unvorhersehbare Sondereffekte wie Sabotage, Terroranschläge oder Unfälle ausgenommen, scheint der Ölpreis derzeit nach oben hin begrenzt, während sich nach unten hin durchaus Potential andeutet. Zusätzlich gestaltet sich das Wetter wieder milder, was der Heizölbevorratung ein wenig mehr Zeit einräumt. Kunden mit Bedarf sollten dennoch beachten, dass die Regel-Lieferfristen, bedingt durch den hohen Auftragsbestand im Handel, noch immer mehrere Wochen betragen. - ok

HeizOel24-Tipp: Weniger ist mehr! Eine neue Ölheizung mit Brennwerttechnik senkt Verbrauch und Emissionen auf ein Minimum. . HeizOel24 - 08.10.2019

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